
Mann mit früherer Verurteilung wegen häuslicher Gewalt tötet Partnerin und dann sich selbst in Limay, Frankreich
Ein 29-jähriger Mann erstach am Samstagmorgen in Limay (Yvelines) seine Partnerin und starb dann an selbst zugefügten Messerwunden. Er war 2022 wegen Gewalt gegen sie während ihrer Schwangerschaft verurteilt worden.
Was geschah
Die Polizei wurde am Samstag kurz vor 10 Uhr von der Mutter des Tatverdächtigen Ismaël T. alarmiert, nachdem er sie per Videoanruf kontaktiert und gestanden hatte, seiner Partnerin die Kehle durchgeschnitten zu haben. Die Beamten verschafften sich gewaltsam Zutritt zur Wohnung des Paares im dritten Stock der Avenue du Président Wilson in Limay, einer Gemeinde westlich von Paris.
Darin fanden sie Océane, ebenfalls 29, in ihrem eigenen Blut liegend nahe des Eingangs mit schweren Halswunden durch ein Messer. Ismaël T. hatte sich mehrfach selbst erstochen und lag im Sterben. Rettungskräfte versuchten eine Wiederbelebung, doch beide wurden gegen 10:30 Uhr für tot erklärt.
Die beiden minderjährigen Kinder des Paares befanden sich zu diesem Zeitpunkt bei den Großeltern und blieben unverletzt.
Der Hintergrund des Tatverdächtigen
Ismaël T. war der Polizei bereits bekannt. 2022 wurde er zu zwei Jahren Haft verurteilt, davon sechs Monate zur Bewährung, wegen Gewalt gegen seine Partnerin während ihrer Schwangerschaft. Eine Polizeiquelle teilte AFP mit, dass keine laufenden Streitigkeiten wegen häuslicher Gewalt in der Beziehung bekannt seien.
Seine Mutter sagte den Behörden, er leide an psychiatrischen Störungen, doch die Staatsanwaltschaft Versailles erklärte, dies könne zu diesem Zeitpunkt der Ermittlungen nicht bestätigt werden.
Ermittlungen
Die Hypothese eines Femizids gefolgt von einem Suizid wird bevorzugt, bleibt aber zu diesem Zeitpunkt der Untersuchung nur eine Arbeitshypothese.
Die Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren wegen Mordes durch einen Ehepartner eingeleitet, das der Division de la criminalité territoriale (DCT) übertragen wurde.
Nationales Bild
Frankreich verzeichnete 2024 laut der interministeriellen Mission zum Schutz von Frauen (Miprof) 107 von ihrem Partner oder Ex-Partner getötete Frauen, gegenüber 96 im Jahr 2023.
- 2023
- 96 Frauen
- 2024
- 107 Frauen


