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Konflikte·vor 3 Std.

Deutschland und Frankreich geben gemeinsamen FCAS-Kampfjet nach Airbus-Dassault-Patt auf

Bundeskanzler Friedrich Merz und Präsident Emmanuel Macron haben sich darauf geeinigt, die gemeinsame Entwicklung eines Kampfflugzeugs der nächsten Generation zu beenden, und eingeräumt, dass Airbus und Dassault Aviation ihre Differenzen nicht überbrücken können.

Das Future Combat Air System (FCAS), als Herzstück der europäischen Verteidigungszusammenarbeit gedacht, wurde von Deutschland und Frankreich offiziell aufgegeben. Bundeskanzler Friedrich Merz und Präsident Emmanuel Macron kamen zu der gemeinsamen Einschätzung, dass die Industriepartner Airbus und Dassault Aviation nicht in der Lage waren, bei der Kampfjet-Komponente zusammenzuarbeiten, wie deutsche Regierungsquellen am Montag mitteilten.

Der Kernstreit

Das 2017 von Angela Merkel und Macron gestartete Projekt zielte darauf ab, die Eurofighter- und Rafale-Flotten durch ein vernetztes System aus einem Kampfjet der sechsten Generation, Begleitdrohnen und einer Echtzeit-Datenwolke zu ersetzen, die Luft-, Boden- und Marineeinheiten verbindet. Auch Spanien war Partner. Der Kampfjet selbst wurde zum Bruchpunkt. Dassault als Hauptauftragnehmer für das Flugzeug geriet mit Airbus aneinander, das Deutschland und Spanien vertrat und ein Gewicht von zwei Dritteln des Programms hatte. Dassault lehnte eine Führungsstruktur ab, die es als unvereinbar mit effizienter Projektführung ansah, während Airbus es ablehnte, auf einen bloßen Unterauftragnehmer degradiert zu werden.

Die Unternehmen Dassault und Airbus kommen beim Bau eines gemeinsamen Kampfjets nicht zusammen. Sie erkennen diese Realität an. Bundeskanzler Merz hat Präsident Macron daher vorgeschlagen, den Bau eines gemeinsamen Kampfjets nicht weiterzuverfolgen.

German government sources

Das Programm blieb in der Phase der technologischen Studien (Phase 1B) stecken und gelangte nie zum Entwurf eines Demonstrators.

Was bleibt

Trotz der Einstellung des Kampfjets beabsichtigen Berlin und Paris, die übergeordnete „System of Systems“ weiterzuentwickeln, die Flugzeuge und Drohnen verbinden soll. Das Konzept einer cloudbasierten Schnittstelle, die Kampfjets und ihre Piloten mit Sensoren, Radargeräten, Drohnen sowie boden- und seegestützten Führungssystemen verbindet, bildet bereits eine Säule des FCAS und wird als europäisches System weiterverfolgt. Ein Arbeitsplan mit mehreren gemeinsamen Rüstungsprojekten soll von beiden Verteidigungsministerien beim Deutsch-Französischen Ministerrat Mitte Juli vorgelegt werden.

FCAS-Projektmeilensteine
  1. Projekt von Angela Merkel und Emmanuel Macron gestartet, um Eurofighter und Rafale bis 2040 zu ersetzen.
  2. Frankreich und Deutschland diskutieren, den gemeinsamen Kampfjet aufzugeben, um sich auf eine europäische Militärwolke zu konzentrieren.
  3. Merz und Macron beenden den gemeinsamen Kampfjet offiziell; die Arbeit an der System-of-Systems-Wolke geht weiter.
  4. Der Deutsch-Französische Ministerrat soll einen Arbeitsplan für gemeinsame Rüstungsprojekte erhalten.

Deutschlands sich wandelnde Verteidigungshaltung

Das Scheitern der Kampfjet-Kooperation fällt mit einem starken Anstieg der deutschen Militärausgaben zusammen. Berlins Verteidigungshaushalt soll 2026 über 100 Milliarden Euro betragen und bis 2029 auf rund 153 Milliarden Euro pro Jahr steigen. Diese finanzielle Entwicklung scheint eine Präferenz für eine autonomere nationale Strategie gegenüber komplexen europäischen Partnerschaften zu verstärken. Das Scheitern des FCAS, des größten und teuersten europäischen Verteidigungsprojekts, wäre es realisiert worden, lässt beide Nationen nach alternativen Wegen zu Luftkampffähigkeiten der nächsten Generation suchen.

Berlin · Paris

6 Quellen

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