Gesundheit & Bildung · Berlin

RKI korrigiert deutsche Hitzetote auf 11.900, europaweit über 25.000 Tote

Das Robert-Koch-Institut hat seine Schätzung der hitzebedingten Todesfälle stark nach oben korrigiert – auf 11.900, womit der Jahresrekord von 2018 übertroffen wird. Bloomberg berichtet von über 25.000 Toten in Europa.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von De Morgen, ZEIT ONLINE, Bloomberg Business und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er

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Kurz gefasst

Berlin · Deutschland
Wie es dazu kam
  1. Nacht vom 27. auf den 28. JuniWärmste Nacht seit Beginn der Aufzeichnungen, laut DWD
  2. 9. JuliRKI-Wochenbericht schätzt 5.120 Hitzetote insgesamt für 2026
  3. 6. AugustRKI korrigiert Schätzung auf 11.900 und übertrifft damit den Rekord von 2018 mit 9.000

RKI korrigiert Hitzetote deutlich nach oben

Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am Donnerstag revidierte Schätzungen veröffentlicht, die rund 11.900 hitzebedingte Todesfälle zwischen April und Ende Juli 2026 zeigen, weit über den früheren Zahlen. Die Aufwärtskorrektur konzentriert sich auf die Woche vom 22. bis 28. Juni, als die Temperaturen in weiten Teilen Deutschlands um 40 °C lagen. Das RKI führt nun 9.600 Todesfälle auf diese eine Woche zurück, gegenüber den 5.120, die es in seinem Bericht vom 9. Juli für das gesamte Jahr 2026 bis zu diesem Zeitpunkt geschätzt hatte. Das Institut bezeichnete die Zahl von 11.900 als konservative Schätzung und wies darauf hin, dass die tatsächliche Zahl höher sein könnte.

Die revidierte Zahl übertrifft bereits den bisherigen Jahresrekord von rund 9.000 hitzebedingten Todesfällen aus dem Jahr 2018, womit 2026 das tödlichste Jahr für Hitze seit Beginn der Aufzeichnungen des RKI im Jahr 2016 ist. Die Zahlen basieren auf Modellen und nicht auf Sterbeurkunden: Das RKI vergleicht die tatsächliche Sterblichkeit während heißer Wochen mit statistisch zu erwartenden Todesfällen ohne Hitzebelastung, unter Verwendung von Sterblichkeitsdaten des Statistischen Bundesamtes (mit fünfwöchiger Verzögerung veröffentlicht) und Temperaturmessungen von 52 Stationen des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Fälle, in denen Hitze bestehende Herz-Kreislauf- oder Atemwegserkrankungen verschlimmerte, ohne dass dies auf der Sterbeurkunde vermerkt ist, werden im Modell berücksichtigt.

Europaweite Bilanz und Temperaturrekorde

Bloomberg, das die aktuellsten verfügbaren Daten zusammenstellt, berichtet, dass extreme Hitze in diesem Jahr in Europa mehr als 25.000 Menschen getötet hat, wobei Deutschland die höchste Zahl aller Länder verzeichnet. Der Juni 2026 war laut DWD der zweitwärmste Juni seit Beginn der Aufzeichnungen, nur übertroffen von 2019. Allein am 27. Juni verzeichneten 46 Wetterstationen in Deutschland Temperaturen über 40 °C, und die Nacht vom 27. auf den 28. Juni war die wärmste seit Beginn der Messungen. Die bundesweite durchschnittliche Wochenendtemperatur vom 22. bis 28. Juni erreichte 26,4 °C, weit über der Schwelle von 20 °C, ab der die hitzebedingte Sterblichkeit typischerweise anzusteigen beginnt, so das RKI. Vor Mallorca wurde eine Wassertemperatur von 33 °C gemessen, der höchste je in spanischen Gewässern gemessene Wert.

Ältere tragen die schwerste Last

Die Altersaufschlüsselung zeigt die Verwundbarkeit älterer Bevölkerungsgruppen. Etwa 6.000 Todesfälle ereigneten sich bei Menschen im Alter von 85 Jahren und älter, rund 3.000 bei 75- bis 84-Jährigen, etwa 1.800 in der Gruppe der 65- bis 74-Jährigen und rund 1.100 bei unter 65-Jährigen. Christian M. Schulz, Leiter der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit und Notfallmediziner, warnte, dass „tropische Nächte“, in denen die Temperatur nicht unter 20 °C fällt, die Erholung des Körpers verhindern und die kardiovaskuläre Belastung verstärken, da sich das Blut zur Hautoberfläche verlagert, die Durchblutung der inneren Organe verringert und das Herz härter arbeiten muss.

Geschätzte hitzebedingte Todesfälle in Deutschland nach Altersgruppe, 2026Todesfälle
85+ Jahre
6000 Todesfälle
75-84 Jahre
3000 Todesfälle
65-74 Jahre
1800 Todesfälle
Unter 65
1100 Todesfälle

Daten aus dem Artikeltext

Regionale Auswirkungen auf die Bundesländer

Auf Länderebene schätzt das RKI rund 480 Hitzetote in Niedersachsen, 410 in Sachsen, 70 in Schleswig-Holstein sowie je 50 in Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. Allein die Zahl für Sachsen übertrifft die Jahresgesamtwerte von neun der letzten zehn Jahre in diesem Bundesland, nur 2018 lag mit schätzungsweise 560 höher.

Geschätzte Hitzetote nach Bundesland, 2026Todesfälle
Niedersachsen
480 Todesfälle
Sachsen
410 Todesfälle
Schleswig-Holstein
70 Todesfälle
Hamburg
50 Todesfälle
Mecklenburg-Vorpommern
50 Todesfälle

Daten aus dem Artikeltext

Protest vor dem Kanzleramt

Mehrere hundert Demonstranten versammelten sich vor dem Kanzleramt in Berlin, organisiert von einem Bündnis aus 36 Organisationen, darunter Fridays for Future, um einen Hitzegipfel und stärkere Klimaschutzmaßnahmen zu fordern. Luisa Neubauer beschuldigte Bundeskanzler Friedrich Merz, während einer von ihr als „stille Katastrophe“ bezeichneten Lage politisch „auf stumm geschaltet“ zu sein, und argumentierte, dass jede andere Katastrophe dieses Ausmaßes eine sofortige Regierungsreaktion ausgelöst hätte.

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