
Überreste zweier seit 2022 und 2023 vermisster Soldaten identifiziert: Mutter und Söhne im Département Var wegen Mordes angeklagt
In den Bouches-du-Rhône gefundene Knochen gehören Jacques Pakeso und Mike Gineste, die nach einem Aufenthalt bei einer Familie verschwunden waren, die im Verdacht steht, Soldaten aus Übersee ins Visier genommen zu haben.
Identifizierung der Überreste
Ende Mai 2026 wurden im Département Bouches-du-Rhône in Südfrankreich menschliche Knochen entdeckt. Die Staatsanwaltschaft Toulon leitete ein gerichtliches Mordermittlungsverfahren ein und klagte am 29. Mai eine Mutter und ihre beiden Söhne an. Bis zum 27. Juli bestätigte die DNA-Analyse, dass es sich bei den Überresten um Jacques Pakeso, 25, und Mike Gineste, 35, handelte. Beide waren Soldaten, die nach Aufenthalten im benachbarten Département Var als vermisst galten. Die Familien, die über die Identifizierung informiert wurden, hatten seit Jahren nichts von den Männern gehört: Pakeso seit Mai 2022, Gineste seit Mai 2023.
- Jacques Pakeso, Rekrut der Marine aus Neukaledonien, nimmt letztmals Kontakt zu seinen Angehörigen auf, nachdem er in Saint-Mandrier-sur-Mer eingetroffen ist.
- Mike Gineste, Fremdenlegionär, verschwindet; die Familie verliert den Kontakt.
- In den Bouches-du-Rhône werden menschliche Knochen entdeckt.
- Eine Mutter und ihre beiden Söhne werden wegen Mordes angeklagt; Vater und Tochter werden ebenfalls wegen Menschenhandels und Freiheitsberaubung angeklagt.
- Der Staatsanwalt von Toulon bestätigt, dass es sich bei den Überresten um Pakeso und Gineste handelt; der Zeugenaufruf bleibt bestehen.
Das mutmaßliche Muster einer Familie
Die Ermittlungen konzentrierten sich schnell auf eine Familie aus dem Var, die beide Männer beherbergt hatte. Dieselben drei Personen (die Mutter und ihre beiden Söhne) sind wegen Mordes angeklagt, während der Vater und eine der Töchter auch wegen Menschenhandels in einer organisierten Bande und Freiheitsberaubung in einer organisierten Bande verfolgt werden. Die Ermittler vermuten, dass der Clan, dessen Matriarchin ursprünglich von Neukaledonien stammt, jahrelang gezielt junge Soldaten aus französischen Überseegebieten ins Visier genommen hatte. Die Familie bot ihnen angeblich Unterkunft, entzog ihnen dann nach und nach ihre Kreditkarten, Ausweispapiere und andere Zahlungsmittel, hielt sie gefangen und tötete sie in einigen Fällen.
Die Familien der beiden Opfer wurden über die Identifizierung informiert.
Die beiden Soldaten
Jacques Pakeso wurde 1997 in Nouméa, Neukaledonien, geboren. Er verließ die Pazifikinsel, um zur französischen Marine zu gehen, und absolvierte eine Ausbildung am Marinestützpunkt Saint-Mandrier-sur-Mer im Var. Sein letzter Kontakt zu Verwandten war im Mai 2022, kurz nach seiner Ankunft. Mike Gineste, geboren 1988 in Papeete, Tahiti, meldete sich zur Französischen Fremdenlegion. Trotz einer hervorragenden Dienstzeit und gerade verlängertem Vertrag wurde er im Mai 2023 offiziell als Deserteur geführt, nachdem er den Kontakt zu seiner Einheit und seiner Familie abgebrochen hatte. Beide Männer waren vor ihrem Verschwinden von derselben Familie aus dem Var untergebracht worden.
Weitere Ermittlungen und Aufruf
Die Ermittlungen ergaben bald, dass die Familie zwischen 2011 und 2023 mehrere andere Überseesoldaten aufgenommen hatte. Sieben ehemalige Gäste berichteten den Ermittlern eine ähnliche Geschichte: Sie wurden nach und nach ihrer Bankkarten und Ausweispapiere beraubt, dann Gewalt ausgesetzt und gegen ihren Willen festgehalten, bevor sie sich schließlich befreien konnten. Der Staatsanwalt von Toulon sucht nun nach Informationen über weitere mögliche Verschwindensfälle von Menschen von den Pazifikinseln, die in den letzten zehn Jahren im Var untergebracht waren. Die gerichtlichen Ermittlungen zur genauen Todesumstände von Pakeso und Gineste dauern an.

