
Formel 1 ruft Hitzewarnung für Großen Preis von Österreich aus, während Europa unter Hitzewelle leidet
Die Formel 1 hat für den Großen Preis von Österreich an diesem Wochenende ihr Hitzeschutzprotokoll aktiviert, da Temperaturen über 31°C vorhergesagt werden. Die Fahrer können flüssigkeitsgekühlte Westen tragen oder eine Ballaststrafe in Kauf nehmen.
Die FIA hat für den Großen Preis von Österreich auf dem Red Bull Ring eine Hitzewarnung ausgesprochen – das erste Mal in dieser Saison, dass das Protokoll in Europa angewendet wurde. Renndirektor Rui Marques erklärte, dass offizielle Prognosen für das Rennwochenende Temperaturen über 31 Grad Celsius (88 Fahrenheit) zeigen. Im Cockpit können die Bedingungen noch weitaus belastender sein.
Was das Protokoll vorschreibt
Die Teams müssen ein Fahrerkühlsystem einbauen, typischerweise eine Weste mit Schläuchen, die gekühlte Flüssigkeit zirkulieren lässt, verbunden mit einer Pumpe im Auto. Die Verwendung der Weste ist nicht verpflichtend. Ein Fahrer, der darauf verzichtet, muss zusätzliches Ballastgewicht mitführen, um einen Gewichtsvorteil zu verhindern – laut einer italienischen Quelle ein halbes Kilogramm, laut einer anderen fünf Kilogramm. Max Verstappen hat bereits erklärt, dass er das Kühlsystem nicht nutzen wird.
Eine europäische Premiere
Die Hitzewarnungsregeln wurden letztes Jahr nach dem Großen Preis von Katar 2023 eingeführt, wo mehrere Fahrer wegen Dehydrierung und Hitzeschäden medizinische Hilfe benötigten. Die Einstufung wurde erstmals beim Großen Preis von Singapur im Oktober 2025 angewendet, dann beim Großen Preis der USA in Austin im selben Monat. Das Rennen in Österreich ist der achte Lauf der Meisterschaft, wobei der 19-jährige Mercedes-Fahrer Kimi Antonelli die Wertung anführt.
Die Sicht des Fahrers
Esteban Ocon von Haas beschrieb die Herausforderung am Medientag unverblümt:
Die Hitze wird extrem sein, wir werden im Auto schmoren. Es ist brütend heiß in ganz Europa. Wir haben Glück, dass es hier nicht am heißesten ist. Es wird auch eine Herausforderung sein, die Reifen bis zum Ende des Rennens intakt zu halten. Je wärmer es ist, desto größer ist der Verschleiß.
Weiterer Hitzekontext
Europa befindet sich im Griff einer Hitzewelle, die in mehreren Sportarten außergewöhnliche Maßnahmen erzwungen hat. In Wimbledon nutzte Tennisspieler Jannik Sinner zwischen den Sätzen eine Kühlweste. In der Formel 1 hat der Weltverband das Protokoll ebenfalls verfeinert: An Sprint-Wochenenden kann die Hitzewarnung nun getrennt für den Sprint, das Rennen oder beide ausgesprochen werden, anstatt das gesamte Event pauschal zu erfassen.


