Konflikte · Washington und Havanna
US Supreme Court macht Weg frei für ExxonMobil-Klage gegen Kuba wegen Enteignungen aus der Castro-Ära
Der US Supreme Court entschied mit 6:3 Stimmen, dass ExxonMobil seine Klage gegen kubanische Staatsunternehmen wegen Vermögenswerten, die nach der Revolution von Fidel Castro konfisziert wurden, fortsetzen darf. Damit wurde ein Einwand der Staatenimmunität, der das Verfahren blockiert hatte, aufgehoben.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von The New York Times, EL PAÍS, Al Jazeera Online und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er
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Kurz gefasst
Die konservative Mehrheit entschied, dass das Helms-Burton-Gesetz die Staatenimmunität aufhebt und ExxonMobil kubanische Staatsunternehmen vor US-Gerichten verklagen darf.
Castros Regierung konfiszierte Exxons Raffinerie, Terminals und über 100 Tankstellen. Die Forderung wird mit Zinsen und Schadensersatz auf 1 bis 3 Milliarden US-Dollar geschätzt.
Im Mai nahm das Gericht eine separate Klage eines US-Hafenbetreibers gegen Kreuzfahrtlinien wieder auf, die konfiszierte Havanna-Docks nutzten, ebenfalls auf Grundlage des Helms-Burton-Gesetzes.
Das Weiße Haus unterstützte Exxons Berufung und betrachtet private Klagen als diplomatisches Instrument, um Investitionen in Kuba zu verhindern, was den Druck des bestehenden Ölembargos verstärkt.
- 2019Trump hebt Aussetzung von Titel III auf; ExxonMobil reicht Klage gegen CIMEX und CUPET ein
- 2024Untergeordnetes Gericht entscheidet, dass CIMEX Immunität nach dem Foreign Sovereign Immunities Act genießt
- 23.06.Supreme Court hebt Urteil auf und lässt Klage zu
Das Urteil
Die sechs konservativen Richter des Supreme Court bildeten die Mehrheit, während die drei liberalen Richter widersprachen. Richter Brett Kavanaugh verfasste die Meinung der Mehrheit und stellte fest, dass der Helms-Burton-Gesetz von 1996 die Staatenimmunität für kubanische Behörden und Einrichtungen in Klagen wegen enteigneten Eigentums aufhebt.
„Das Helms-Burton-Gesetz ermächtigt private Klagen gegen kubanische Behörden und Einrichtungen – Klagen, die weitgehend aussichtslos wären, wenn sie den Anforderungen des FSIA unterlägen.“
Richterin Elena Kagan, unterstützt von den beiden anderen liberalen Mitgliedern des Gerichts, argumentierte, dass das Gesetz das Foreign Sovereign Immunities Act nicht eindeutig außer Kraft setze.
„Nichts im Wortlaut oder in der 'Architektur' des Helms-Burton-Gesetzes deutet darauf hin, dass der Kongress die Staatenimmunität dieser Beklagten aufgehoben hat – geschweige denn, dass er dies mit der erforderlichen unmissverständlichen Klarheit getan hat.“
Die enteigneten Vermögenswerte
ExxonMobil, damals bekannt als Standard Oil, verlor seine kubanische Ölraffinerie, Terminals, Abfüllanlagen und mehr als 100 Tankstellen, als die Regierung von Fidel Castro 1960 ausländisches Eigentum verstaatlichte. Die US Foreign Claims Settlement Commission bewertete die Vermögenswerte 1969 auf 71,6 Millionen US-Dollar, zuzüglich 6 % jährlicher Zinsen ab 1960. Mit Zinsen und möglichen Schadensersatzforderungen in dreifacher Höhe beläuft sich die Forderung heute je nach Quelle auf 1 bis 3 Milliarden US-Dollar.
Exxon verklagte drei kubanische Staatsunternehmen, darunter Corporación CIMEX und Unión Cuba-Petróleo (CUPET), mit der Behauptung, diese betrieben die konfiszierten Vermögenswerte weiter und erzielten daraus Gewinne, ohne eine Entschädigung zu zahlen.
Rechtlicher Hintergrund
Das Helms-Burton-Gesetz, das 1996 von Präsident Bill Clinton unterzeichnet wurde, war eine Reaktion auf den Abschuss ziviler Flugzeuge durch Kuba, die von in Miami ansässigen Exilanten geflogen wurden. Titel III erlaubt US-Bürgern, jeden zu verklagen, der mit Eigentum handelt, das nach der Revolution von 1959 von der kubanischen Regierung konfisziert wurde. Jeder Präsident setzte diese Bestimmung so lange aus, bis Donald Trump die Aussetzung 2019 aufhob. ExxonMobil reichte seine Klage am selben Tag ein.
Ein untergeordnetes Gericht entschied 2024, dass CIMEX sich auf Staatenimmunität berufen könne, und blockierte damit die Klage. Die Entscheidung vom Dienstag hebt dieses Urteil auf und verweist den Fall zur weiteren Verhandlung über die Haftung zurück.
Breitere Auswirkungen
Das Urteil ist das zweite in dieser Amtszeit zugunsten von US-Eigentümern konfiszierten kubanischen Eigentums. Im Mai hatte das Gericht Klagen eines US-Hafenbetreibers gegen Kreuzfahrtlinien, die konfiszierte Havanna-Docks nutzten, wieder aufgenommen. Beide Entscheidungen stärken die Druckkampagne der Trump-Regierung gegen Kuba, die bereits ein Ölembargo und Sanktionen gegen Länder umfasst, die die Insel mit Treibstoff versorgen.
Die Regierung unterstützte Exxons Position und argumentierte, dass solche Klagen ein entscheidendes diplomatisches Instrument seien. Das Urteil kommt inmitten erhöhter Spannungen: Die USA haben kürzlich Mordanklage gegen den ehemaligen kubanischen Präsidenten Raúl Castro erhoben, und die Insel erlebt ihre schlimmste Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- The New York TimesSupreme Court Sides With Exxon in Lawsuit Over Assets Seized by Cuba
- EL PAÍSEl Tribunal Supremo aprueba la demanda de ExxonMobil por la confiscación de propiedades en Cuba realizadas por Fidel Castro
- Al Jazeera OnlineUS Supreme Court OKs ExxonMobil lawsuit over Castro-era property seizure
- newsORF.atUS-Gericht: Exxon darf zu Enteignungen unter Castro klagen
- Brett Kavanaugh
- Richter am US Supreme Court, der die Meinung der Mehrheit verfasste
- Elena Kagan
- Richterin am US Supreme Court, die die abweichende Meinung verfasste
- Donald Trump
- US-Präsident, dessen Regierung Exxons Berufung unterstützte
- Fidel Castro
- Kubanischer Revolutionsführer, dessen Regierung Exxons Vermögenswerte 1960 enteignete
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