
Valencianisches Gericht klagt ehemaligen Justizbeamten wegen manipulierten DANA-Audiolecks an
Ricardo García, der ehemalige Untersekretär des valencianischen Justizministeriums, muss sich am 24. November 2026 wegen seiner angeblichen Rolle bei der Veröffentlichung eines manipulierten AEMET-Telefonats über den tödlichen Sturm vom Oktober 2024 verantworten.
Die katastrophale DANA und das umstrittene Telefonat
Am 29. Oktober 2024 tötete eine verheerende Kaltfront (DANA) 230 Menschen in Valencia. Um 12:01 Uhr an diesem Tag wurde ein Telefongespräch zwischen einem Techniker der spanischen Wetterbehörde (AEMET) und einem Operator der Notrufzentrale 112 der valencianischen Generalitat aufgezeichnet. Das vollständige, vier Minuten lange Gespräch zeigt, dass der AEMET-Mitarbeiter davor warnte, dass der Nachmittag im Norden Valencias schwieriger werde und die maximalen Niederschläge sich in diese Richtung verlagern würden. Eine gekürzte Version des Gesprächs wurde jedoch später durchgesickert, wobei die Warnung entfernt wurde und der Anruf mit dem Satz „Wir werden Sie nicht mit weiteren Warnungen belästigen“ endete, was den falschen Eindruck erweckte, die Behörde habe die Gefahr heruntergespielt.
- DANA-Sturm tötet 230 Menschen; Telefonat zwischen AEMET und 112 um 12:01 Uhr aufgezeichnet.
- Zwei hochrangige Beamte des Ministeriums für Justiz und Inneres greifen auf das Gespräch zu und kopieren es auf einen USB-Stick.
- Gekürztes Audio an mehrere Medien durchgestochen; Präsident Mazón verbreitet es auf X.
- Vollständiges 4-minütiges Audio veröffentlicht, das die vollständige Warnung der AEMET zeigt.
- Gericht in Llíria klagt Ricardo García an und lädt ihn für den 24. November 2026 vor.
- García soll als Beschuldigter vor der Richterin erscheinen.
Wie das manipulierte Audio verbreitet wurde
Am 12. Februar 2025 begann die Präsidentschaft der Generalitat, die verkürzte Aufnahme an mehrere Medien zu verteilen. Minuten nach dem Erscheinen der ersten Berichte teilte der damalige Präsident Carlos Mazón die Nachricht auf seinem offiziellen X-Account. Der manipulierte Clip befeuerte schnell eine Erzählung, wonach die AEMET es versäumt habe, die Regionalregierung zu warnen, und zahlreiche PP-Politiker schlossen sich den Angriffen auf die Behörde und die spanische Regierung an. Am folgenden Tag, dem 13. Februar, wurde das vollständige Audio veröffentlicht, das die vollständige Warnung offenbarte, die selektiv weggelassen worden war.
Aussage führt zu strafrechtlicher Anklage
Richterin María Pastor vom Gericht in Llíria ordnete an, dass Ricardo García am 24. November 2026 um 9:15 Uhr als Beschuldigter erscheinen muss. Die Entscheidung erging, nachdem die Staatsanwaltschaft und die PSPV (die Sozialistische Partei als Nebenklägerin) seine Anklage auf der Grundlage der Aussage des stellvertretenden Notfallleiters Jorge Suárez und Berichten der Technischen Ermittlungseinheit der Guardia Civil beantragt hatten. Die forensische Analyse EDITE ergab, dass zwischen dem 30. Oktober und dem 2. November 2024 zwei hochrangige Beamte des Ministeriums für Justiz und Inneres, darunter García und Alberto Martín Moratilla, auf das Gespräch zugegriffen und es auf einen USB-Stick kopiert hatten.
Es liegen ausreichende Anhaltspunkte für eine Straftat vor, um das Verfahren gegen Ricardo García als Beschuldigten zu richten.
Suárez sagte aus, dass García die Person war, der die Aufnahme übergeben wurde, und dass das Audio „trotz seiner vertraulichen Natur letztlich verbreitet wurde“.
Der andere Beamte nicht angeklagt
Die Richterin lehnte den Antrag der PSPV ab, auch Alberto Martín Moratilla, den ehemaligen Generaldirektor des Notdienstes, anzuklagen. Nach Ansicht des Gerichts forderte Moratilla lediglich, dass das Gespräch lokalisiert werde, habe aber letztlich nicht auf die Aufnahme zugegriffen. Die Staatsanwaltschaft unterstützte diese Auffassung. Die Ermittlung ist getrennt von dem größeren DANA-Fall in Catarroja, wo die ehemalige Stadträtin Salomé Pradas die Hauptbeschuldigte ist.
Nächste rechtliche Schritte
Die AEMET selbst erstattete Anzeige wegen der Manipulation eines vertraulichen Dokuments, was die Ermittlungen in Llíria auslöste. Die Anhörung am 24. November wird das erste Mal sein, dass García zu dem Leck befragt wird, das nach Ansicht des Richters dazu diente, eine falsche Geschichte zu erfinden, um die Staatsbehörde anzugreifen und die Verantwortung von der Regionalverwaltung abzulenken. Der Fall befindet sich noch in einem frühen Stadium, und nach Garcías Aussage können weitere Zeugenaussagen angeordnet werden.

