Inflation im Euroraum steigt im September auf 3,8 Prozent, Handelsdefizit erreicht 16,1 Milliarden Euro
Die am 16. Oktober veröffentlichten Eurostat-Daten zeigen, dass die jährliche Inflation im Euroraum und in der EU im September auf 3,8 Prozent gestiegen ist, getrieben von den Energiepreisen, während sich das Warendefizit des Euroraums im August auf 16,1 Milliarden Euro ausgeweitet hat.
Energie treibt die Inflation nach oben
Die jährliche Inflation im Euroraum und in der Europäischen Union ist im September 2026 auf 3,8 Prozent gestiegen, wie Eurostat am 16. Oktober mitteilte, nach 3,2 Prozent im August. Ein Jahr zuvor hatte die Rate im Euroraum 2,2 Prozent und in der EU 2,6 Prozent betragen. Energie war der Haupttreiber: Die Energiepreise lagen im September 18,9 Prozent über dem Vorjahr, nach einem Anstieg von 14,3 Prozent im August. Im gleichen Monat des Jahres 2025 waren die Energiepreise um 0,4 Prozent gefallen, sodass die Energiekomponente im Jahresverlauf die Richtung gewechselt hat. In Portugal lag die nach dem harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) gemessene Inflation im September bei 3,6 Prozent, unverändert gegenüber August und höher als 1,9 Prozent ein Jahr zuvor.
- 2025-09
- 2.2 %
- 2026-08
- 3.2 %
- 2026-09
- 3.8 %
Ländergefälle
Rumänien verzeichnete im September mit 6,5 Prozent die höchste Jahresrate in der EU, gefolgt von Litauen mit 6,1 Prozent und Bulgarien mit 5,6 Prozent. Die niedrigsten Raten wiesen Schweden mit 1,0 Prozent, Ungarn und Dänemark mit jeweils 2,1 Prozent sowie Tschechien mit 2,4 Prozent auf. Im Vergleich zum August sank die Jahresrate in einem Mitgliedstaat, blieb in drei unverändert und stieg in 23, darunter Rumänien, wo sie von 6,3 Prozent auf 6,5 Prozent kletterte. Die EU-Rangliste basiert auf dem harmonisierten Index. Das rumänische Statistikamt (INS) bezifferte die jährliche Verbraucherpreisinflation für September separat auf 6,61 Prozent, nach 6,17 Prozent im August. Dieselben INS-Daten zeigten Preissteigerungen von 11,12 Prozent bei Dienstleistungen, 7,06 Prozent bei Nicht-Lebensmitteln und 3 Prozent bei Lebensmitteln.
- Rumänien
- 6.5 %
- Litauen
- 6.1 %
- Bulgarien
- 5.6 %
- Tschechien
- 2.4 %
- Ungarn
- 2.1 %
- Dänemark
- 2.1 %
- Schweden
- 1 %
Handelsdefizit des Euroraums
Das Warendefizit des Euroraums weitete sich im August 2026 auf 16,1 Milliarden Euro aus, verglichen mit 1,7 Milliarden Euro im August 2025, wie Eurostat mitteilte. Die Warenexporte des Euroraums in den Rest der Welt erreichten 227,7 Milliarden Euro, ein Anstieg um 9,9 Prozent gegenüber 207,2 Milliarden Euro ein Jahr zuvor. Die Importe aus dem Rest der Welt beliefen sich auf 243,8 Milliarden Euro, ein Plus von 16,7 Prozent gegenüber 208,9 Milliarden Euro. Das Importwachstum übertraf in beiden Vergleichen das Exportwachstum, was die Lücke vergrößerte. Für die EU insgesamt betrug das Warendefizit gegenüber dem Rest der Welt im August 2026 25,2 Milliarden Euro, gegenüber 7,5 Milliarden Euro ein Jahr zuvor. Die EU-Exporte in Länder außerhalb des Blocks beliefen sich auf 202,9 Milliarden Euro, ein Anstieg um 9,4 Prozent gegenüber 185,4 Milliarden Euro, während die EU-Importe um 18,2 Prozent auf 228,0 Milliarden Euro von 192,9 Milliarden Euro stiegen.
- Exporte, August 2025
- 207.2 Milliarden Euro
- Exporte, August 2026
- 227.7 Milliarden Euro
- Importe, August 2025
- 208.9 Milliarden Euro
- Importe, August 2026
- 243.8 Milliarden Euro
Prognose der rumänischen Zentralbank
Die Nationalbank Rumäniens (BNR) hat ihre Inflationsprognose für Rumänien zum Ende des Jahres 2026 von 5,5 Prozent auf 6,1 Prozent angehoben. Sie erwartet nun, dass die Inflation bis Ende 2027 auf 3,4 Prozent sinkt, gegenüber 2,9 Prozent in ihrer vorherigen Projektion. Die Zahlen wurden im August von BNR-Gouverneur Mugur Isărescu vorgestellt. Diese Projektionen wurden somit vor den oben berichteten September-Werten erstellt, die für Rumänien eine harmonisierte Rate von 6,5 Prozent und eine nationale VPI-Rate von 6,61 Prozent ergaben.
