Europäische Kommission stellt bezahlbares Wohnungsgesetz vor, das Kurzzeitvermietungen und Leerstände ins Visier nimmt
Wohnungskommissar Dan Jørgensen stellte die Verordnung dem Europäischen Parlament vor, die lokalen Behörden freiwillige Befugnisse zur Einschränkung von Kurzzeitvermietungen in angespannten Gebieten einräumt, während er parteiübergreifend auf Kritik stieß.
Vorschlag der Kommission und dessen Umfang
Die Europäische Kommission hat am 9. September 2026 dem Wohnungsausschuss des Europäischen Parlaments das 'Affordable Housing Act' vorgestellt. Der Europäische Wohnungskommissar Dan Jørgensen erläuterte die Verordnung und erklärte, dass Leerstände und Kurzzeitvermietungen in vielen europäischen Städten zu Wohnungsproblemen beitragen. Die Maßnahme bietet den lokalen Behörden freiwillige Regulierungsinstrumente, anstatt verbindliche Vorgaben für die Mitgliedstaaten zu machen. Jørgensen sagte zudem, die europäischen Institutionen müssten Verwaltungsverfahren für Bauvorhaben vereinfachen, Baugenehmigungen straffen und jüngere Bürger bei der Wohnungssuche unterstützen.
Unserer Ansicht nach tragen Leerstand und Kurzzeitvermietungen vielerorts zum Problem bei. Allerdings erkennen wir die Bedeutung des Subsidiaritätsprinzips und die Notwendigkeit an, die lokale Demokratie zu respektieren.
Unterstützung von Institutionen und Sozialdemokraten
EU-Ratspräsident António Costa begrüßte die Veröffentlichung der Initiative und bezeichnete die Verfügbarkeit von Wohnraum als dringendes Problem in ganz Europa. Die Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament unterstützte den Rahmen mit der Begründung, dass er Bürgermeistern und lokalen Behörden ermögliche, Spekulation einzudämmen und die Landnutzung effektiv zu steuern. Die Präsidentin des Europäischen Ausschusses der Regionen, Kata Tüttő, bezeichnete das Gesetz als wichtigen ersten Schritt, der die operative Rolle der Kommunalverwaltungen anerkenne. Allerdings wies Tüttő auf einen Widerspruch zwischen der Wohnungsinitiative und dem vorgeschlagenen mehrjährigen Finanzrahmen 2028–2034 hin, der die Finanzinstrumente kürze, mit denen die lokalen Behörden Wohnungsstrategien finanzieren. Auch der italienische Hotelverband Federalberghi verteidigte den Vorschlag und erklärte, dass kommunale Ermessensspielräume unberechtigte Eingriffe in Eigentümerrechte verhinderten.
Konservativer Widerstand gegen Eigentumsrechte
Konservative Abgeordnete äußerten während der Anhörung von Kommissar Jørgensen im Europäischen Parlament in Brüssel direkten Widerstand. Der Forza-Italia-Europaabgeordnete Marco Falcone, stellvertretender Leiter der italienischen Delegation in der Europäischen Volkspartei und Mitglied des Wohnungsausschusses, forderte die Kommission auf, den Text zu stoppen und zurückzuziehen. Falcone argumentierte, der Vorschlag konzentriere sich übermäßig auf Kurzzeitvermietungen und Zweitwohnsitze, vernachlässige aber den Ausbau des Angebots, die Stadterneuerung, öffentlich-private Investitionspartnerschaften und Steueranreize. Er betonte, dass die Einführung von Beschränkungen die Lage eher verschlimmern als die Wohnungsknappheit zu lösen.
Die Wohnungskrise wird durch eine Erhöhung des Angebots und der Investitionen gelöst, nicht durch die Einführung neuer Beschränkungen.
Kritik von grünen und linken Abgeordneten
Abgeordnete der Linken sowie der Grünen und der Europäischen Freien Allianz argumentierten, der Vorschlag bleibe gegenüber den Interessen der gewerblichen Immobilienwirtschaft zu nachgiebig. Der Wohnungskoordinator der Grünen/EFA, Gordan Bosanac, warnte, dass die lokalen Regierungen vor einer Maßnahme restriktiven rechtlichen Bedingungen unterlägen, wie dem Nachweis, dass Kurzzeitvermietungen die Wohnungsverfügbarkeit mindestens drei Jahre in Folge beeinträchtigt haben und keine alternative Maßnahme existiert. Die italienische EU-Abgeordnete Ilaria Salis, die Alleanza Verdi e Sinistra und Die Linke vertritt, erklärte, der Entwurf befasse sich nicht mit großen Investmentfonds und entbehre wesentlicher Instrumente wie Mietobergrenzen, gezielter Subventionen und einer Spekulationssteuer.
Gute Absichten bringen niemandem ein Dach über dem Kopf. Wir werden innerhalb und außerhalb des Parlaments weiter daran arbeiten, diesen Text zu verbessern und eine echte Regulierung des Wohnungsmarktes zu erreichen.


