Diplomatie · Straßburg, Brüssel und Turnberry
Europaparlament ratifiziert Trump-Handelsabkommen: Zölle auf US-Industriegüter entfallen, EU-Exporte mit 15 Prozent Zoll gedeckelt
Das Europäische Parlament stimmte mit 440 zu 151 Stimmen für die Umsetzung eines Handelsabkommens, das letzten Juli in Donald Trumps schottischem Golfressort geschlossen wurde. Es senkt die EU-Einfuhrzölle auf amerikanische Industriegüter auf Null und begrenzt im Gegenzug die US-Zölle auf die meisten europäischen Exporte auf maximal 15 Prozent.
KI-Text auf Grundlage von Berichten von The Guardian, RFI, Süddeutsche Zeitung und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er
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Kurz gefasst
Das Europäische Parlament stimmte dem Zollabkommen mit 440 zu 151 Stimmen bei 50 Enthaltungen zu und räumte damit das letzte große politische Hindernis aus dem Weg.
Die EU schafft Einfuhrzölle auf amerikanische Industrieprodukte ab, während die USA die Zölle auf die meisten EU-Waren auf 15 Prozent begrenzen.
Das Abkommen läuft Ende 2029 aus, sofern es nicht verlängert wird; die Kommission kann Zugeständnisse aussetzen, wenn die USA die Stahl- und Aluminiumzölle nicht bis Ende 2026 senken.
US-Handelsminister Lutnick knüpfte weitere Zollentlastungen an eine Schwächung der DMA- und DSA-Regeln durch die EU, während Trump wegen digitaler Steuern mit 100-prozentigen Zöllen auf französischen Wein drohte.

- 20.05.Rat und Parlament einigen sich auf endgültigen Kompromisstext mit zusätzlichen Schutzklauseln
- 16.06.Parlament stimmt mit 440 zu 151 für das Abkommen
- 4.07.Trumps Frist für die EU-Ratifizierung, andernfalls Androhung höherer Zölle auf europäische Fahrzeuge
Das Europäische Parlament hat am Dienstag seine endgültige Zustimmung zum Zollabkommen mit den Vereinigten Staaten erteilt und damit ein langwieriges Kapitel transatlantischer Handelsspannungen abgeschlossen, das mit dem im Juli 2025 in Donald Trumps Golfresort Turnberry in Schottland geschlossenen Abkommen begann. Die Abstimmung mit 440 Ja-Stimmen, 151 Gegenstimmen und 50 Enthaltungen war die letzte große politische Hürde, bevor das Abkommen in Kraft treten kann.
Die Abstimmung
Im Rahmen des Abkommens wird die EU die meisten Zölle auf US-Industriegüter abschaffen, darunter auf Maschinen, Autoteile, Halbleiterausrüstung und bestimmte Chemikalien, und gleichzeitig bevorzugten Zugang für amerikanische Agrarprodukte und Meeresfrüchte gewähren. Im Gegenzug begrenzen die Vereinigten Staaten die Zölle auf den Großteil der europäischen Exporte auf 15 Prozent. Das Handelsvolumen wird auf schätzungsweise zwei Billionen US-Dollar pro Jahr beziffert.
„Mit diesem Meilenstein sind wir nur noch Tage davon entfernt, unser Versprechen einzulösen, die Zölle auf Importe von US-Industriegütern zu beseitigen.“
Ein Jahr der Verzögerungen
Der Rahmen wurde im Juli 2025 vereinbart, aber die EU erließ die Umsetzungsgesetzgebung nicht sofort. Der Ratifizierungsprozess wurde zweimal ausgesetzt: erstmals im Januar 2026, nachdem Trump erneut mit Drohungen gegen Grönland aufwartete, und erneut, als der Oberste Gerichtshof der USA viele seiner Zölle für illegal erklärte. Trump, frustriert über die Verzögerung, drohte mit „viel höheren" Abgaben, falls der Block nicht bis zum 4. Juli, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, handle, und rief damit das Gespenst von Strafzöllen auf europäische Fahrzeuge herauf.
Selbst nach Wiederaufnahme der Verhandlungen blieben die Spannungen bestehen. Im Februar erhöhte Trump die Autozölle auf 25 Prozent – ein Schritt, den Kritiker als Bruch der Turnberry-Obergrenze bezeichneten. Am Montag drohte er mit 100-prozentigen Zöllen auf französischen Wein und Champagner wegen digitaler Steuern. Der endgültige Kompromisstext wurde am 20. Mai zwischen dem Parlament und den EU-Mitgliedstaaten vereinbart.
„Dieses Abkommen ist noch lange nicht perfekt, aber es ist deutlich stärker.“
Eingebaute Schutzklauseln
Die Abgeordneten fügten mehrere Schutzmaßnahmen ein. Eine Sunset-Klausel beendet das Abkommen am 31. Dezember 2029, sofern es nicht verlängert wird. Die Europäische Kommission erhält die Befugnis, Zollpräferenzen für Stahl- und Aluminiumderivate auszusetzen, wenn die USA diese Zölle nicht bis Ende 2026 auf unter 15 Prozent senken. Die Kommission muss dem Parlament bis zum 1. Dezember 2026 Bericht erstatten; eine umfassendere Bewertung der Auswirkungen auf die EU-Industrie und kleine Unternehmen ist bis zum 30. Juni 2029 fällig.
Technologie-Spannungen bleiben
Das Abkommen umfasst Halbleiter, doch der ungelöste Streit über große digitale Plattformen liegt außerhalb der Gesetzgebung. US-Handelsminister Howard Lutnick hat eine weitere Zollentlastung ausdrücklich an eine Schwächung des Gesetzes über digitale Märkte (DMA) und des Gesetzes über digitale Dienste (DSA) durch die EU geknüpft – Gesetze, die Technologieunternehmen mit Geldbußen von bis zu 10 Prozent ihres weltweiten Umsatzes belegen können. Trumps Executive Order vom Februar 2025 bezeichnete europäische Digitalsteuern als „überseeische Erpressung", und seine jüngsten Drohungen gegen französischen Wein spiegeln den anhaltenden Kampf um digitale Abgaben wider.
Nächste Schritte
Die Mitgliedstaaten müssen noch ihren endgültigen Segen geben, der in den kommenden Tagen erwartet wird, und der Text wird im Amtsblatt der EU veröffentlicht, bevor er in Kraft tritt. Die EU-Staats- und Regierungschefs werden das Abkommen voraussichtlich am Donnerstag bei ihrem Treffen in Brüssel förmlich annehmen. Die Nachricht kam, als europäische und nationale Führungskräfte zusammen mit Trump in Évian-les-Bains, Frankreich, zu einem Treffen der Gruppe der Sieben zusammenkamen.
Fragen zu diesem Text
Quellen und Kontext
- Donald Trump
- Präsident der Vereinigten Staaten, der das Turnberry-Abkommen schloss und mit höheren Zöllen drohte, falls die EU nicht bis zum 4. Juli ratifizieren würde
- Ursula von der Leyen
- Präsidentin der Europäischen Kommission, die auf eine schnelle Umsetzung des Abkommens drängte
- Bernd Lange
- Vorsitzender des Handelsausschusses des Europäischen Parlaments, der das Abkommen als 'weit entfernt von perfekt, aber deutlich stärker' bezeichnete
- Howard Lutnick
- US-Handelsminister, der weitere Zollentlastungen an eine Schwächung der EU-Digitalregulierungen knüpfte
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