
EU verspricht, Flughafen-Schlangen zu beseitigen, da neues biometrisches Grenzsystem stundenlange Verzögerungen verursacht
Die Europäische Union hat versprochen, ihre Bemühungen zur Lösung der langen Warteschlangen an Flughäfen zu verstärken, die durch ihr neues Ein-/Ausreisesystem verursacht werden, nachdem Fluggesellschaften und Flughäfen vor Wartezeiten von bis zu fünf Stunden in Spitzenzeiten gewarnt hatten.
Das neue System
Das Ein-/Ausreisesystem der EU (EES) wurde im Oktober 2025 gestartet und ersetzte das manuelle Abstempeln von Pässen durch die biometrische Registrierung für Nicht-EU-Reisende. Eine zweite Phase im Dezember 2025 machte die Erfassung von Fingerabdrücken und Fotos verpflichtend. Seit dem 10. April 2026 ist das System für alle Kurzzeitbesucher, die in den Schengen-Raum einreisen, obligatorisch.
- EES eingeführt: Passstempel werden durch biometrische Registrierung ersetzt.
- Zweite Phase beginnt: Fingerabdrücke und Fotos werden erforderlich.
- EES wird für alle Nicht-EU-Kurzzeitreisenden verpflichtend.
- Fluggesellschaften und Flughäfen senden gemeinsamen Brief, in dem sie die Verzögerungen kritisieren.
- EU-Kommissar Brunner verspricht, die Bemühungen zu verdoppeln; von der Leyen räumt technische Probleme ein.
- Geplantes Treffen zwischen EU und Branchenvertretern.
Chaos an Flughäfen
Fluggesellschaften und Flughäfen sandten am 1. Juli einen gemeinsamen Brief, in dem sie die Einführung kritisierten und erklärten, dass die Wartezeiten „in Spitzenzeiten bis zu fünf Stunden betragen können". Am Flughafen Humberto Delgado in Lissabon wurden Warteschlangen von bis zu neun Stunden gemeldet. Die Branche warnte, dass während der Sommerferien auf der Nordhalbkugel bis zu 40 Millionen zusätzliche Passagiere erwartet werden, und forderte, die biometrischen Kontrollen in verkehrsreichen Zeiten vollständig auszusetzen.
Die Kommission wird nun zusätzliche Anstrengungen unternehmen, um den Mitgliedstaaten zu helfen, die weiterhin Probleme haben.
Reaktion der EU
Der EU-Migrationskommissar Magnus Brunner antwortete am 3. Juli und versprach, „seine Anstrengungen zu verdoppeln", um den Mitgliedstaaten zu helfen, die mit Schwierigkeiten zu kämpfen haben. Er räumte ein, dass Passagiere an bestimmten Zielorten länger warten müssten, und nannte „ungenügendes Personal oder fehlende angemessene Infrastruktur" als beitragende Faktoren. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gab am selben Tag zu, dass „technische Probleme" erhebliche Arbeit erfordern würden, um gelöst zu werden.
Technische Probleme würden erhebliche Arbeit erfordern, um gelöst zu werden.
Sommer-Flexibilität
Brunner stellte fest, dass das System schrittweise eingeführt wurde und bereits Flexibilität während der Sommersaison 2026 bis Anfang September ermöglicht. Nationale Regierungen können die biometrische Datenerfassung vorübergehend aussetzen, um die Abfertigung zu beschleunigen. Ein Treffen mit Branchenvertretern ist für den 7. Juli geplant.
Ablehnungszahlen
Seit Oktober 2025 hat das EES 43.728 Personen an der Einreise in die EU gehindert, weil sie gegen die Regeln verstießen. Davon reisten 16.383 ohne ausreichende Rechtfertigung, 8.739 hätten ihre erlaubte Aufenthaltsdauer überschritten, und mehr als 400 versuchten, mit gefälschten Dokumenten einzureisen.
- Unzureichende Rechtfertigung
- 16383 Personen
- Risiko der Überziehung
- 8739 Personen
- Gefälschte Dokumente
- 400 Personen


