
Russische Raketen treffen Wohnhaus in Kiew, mindestens drei Tote – Menschen unter Trümmern eingeschlossen
Russland hat am frühen Montag Wellen von ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen auf die ukrainische Hauptstadt abgefeuert, ein Wohnhaus im historischen Stadtteil Podil getroffen und mindestens drei Menschen getötet.
Der Angriff
In den frühen Morgenstunden des Montags, des 6. Juli, feuerte Russland Wellen von ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen auf Kiew. In der ganzen Stadt waren mehr als zehn Explosionen zu hören, während die Luftabwehr die anfliegenden Waffen bekämpfte. Ein Wohnhaus im historischen Stadtteil Podil wurde getroffen, was zu einem teilweisen Einsturz führte. Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete, dass Menschen zwischen dem siebten und neunten Stockwerk eingeschlossen seien. Trümmer von Drohnen fielen auch auf andere Wohnhäuser in derselben Gegend und in anderen Stadtteilen, darunter Darnyzja, wo mehrere mehrstöckige Gebäude beschädigt wurden und Menschen vermutlich unter Trümmern eingeschlossen waren. Zivilisten suchten Schutz in U-Bahn-Stationen, während der Angriff weiterging.
Menschen sind im siebten bis neunten Stock eingeschlossen.
Opfer und Schäden
Mindestens drei Menschen wurden getötet, wie die Associated Press berichtet. Die Deutsche Welle meldete mindestens acht Verletzte, von denen fünf in Krankenhäuser in Kiew und drei weitere in Bucha eingeliefert wurden. Tymur Tkachenko, Leiter der Kiewer Stadtmilitärverwaltung, sagte, ein Wohnhaus im Podilskyj-Bezirk sei teilweise eingestürzt und mehrere mehrstöckige Gebäude im Bezirk Darnyzja seien beschädigt worden.
Das sind Wohnhäuser. Orte, an denen Menschen schliefen und ihr normales Leben lebten.
Vorangegangener Angriff und Warnung
Der Angriff erfolgte Tage nach einem kombinierten russischen Angriff auf Kiew am vergangenen Donnerstag, bei dem mindestens 30 Menschen getötet wurden – einer der schwersten Angriffe auf die Stadt in diesem Jahr. Stunden vor dem Beschuss am Montag hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj gewarnt, dass ein weiterer groß angelegter Angriff unmittelbar bevorstehe, und erneute Forderungen an westliche Partner gestellt, mehr Patriot-Luftabwehrraketen zu liefern.
- Kombinierter russischer Raketen- und Drohnenangriff tötet mindestens 30 Menschen in Kiew.
- Selenskyj warnt vor einem weiteren unmittelbar bevorstehenden Großangriff und fordert mehr Patriot-Raketen.
- Russische ballistische Raketen, Marschflugkörper und Drohnen treffen Kiew; Wohnhaus getroffen, mindestens drei Tote.
Luftabwehr und internationale Reaktion
Selenskyj argumentierte, dass eine fehlende Aufstockung der ukrainischen Luftabwehr Russland ermutige, den nun im vierten Jahr andauernden Krieg zu verlängern. Der Angriff fiel mit einem ukrainischen Angriff auf die Energieinfrastruktur nahe Sewastopol auf der von Russland annektierten Krim zusammen, der die Stadt vorübergehend ohne Strom ließ, so der von Moskau eingesetzte Gouverneur Michail Raswoschajew. Der Nato-Gipfel in der Türkei nächste Woche, bei dem Selenskyj voraussichtlich US-Präsident Donald Trump treffen wird, dürfte weitere Gespräche über Militärhilfe bringen.
Breiterer Kontext
Russland hat seit seiner umfassenden Invasion im Jahr 2022 wiederholt ukrainische Städte mit Raketen und Drohnen angegriffen und damit den tödlichsten Konflikt in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg verursacht. Von den USA vermittelte Vermittlungsversuche haben bislang keinen Durchbruch erzielt.


