
Bartłomiej Kubkowski durchschwimmt als erster Mensch die Ostsee – über 160 km in 55 Stunden
Der polnische Ultra-Distanz-Schwimmer Bartłomiej Kubkowski erreichte am Sonntagabend nach rund 55 Stunden im Wasser den Strand von Dziwnów. Es gelang ihm beim fünften Anlauf, und er sammelte fast 670.000 Złoty für die Stiftung Cancer Fighters.
Die Ankunft
Bartłomiej Kubkowski stieg am Sonntag, dem 2. August 2026, gegen 20:00 Uhr aus der Ostsee und ging an den Strand von Dziwnów (Kreis Kamień, Woiwodschaft Westpommern) – nach rund 55 Stunden ununterbrochenen Schwimmens. Zahlreiche Unterstützer versammelten sich am Ufer, um ihn zu begrüßen. Um die Herausforderung offiziell zu bestehen, musste er aus eigener Kraft aus dem Wasser steigen und auf dem Strand stehen, was ihm gelang. Auf die Frage, wie es ihm gleich danach gehe, antwortete er, er sei so erschöpft, dass er es noch nicht wisse.
Ich bin so müde, dass ich es noch nicht weiß.
Die Route und die Regeln
Kubkowski startete am Freitag, dem 31. Juli, vom schwedischen Ort Kaseberga. Die zurückgelegte Distanz wird mit über 160 Kilometern angegeben; eine Quelle nennt 170 km. Er schwamm knapp 55 Stunden lang, ohne das Begleitboot zu berühren, ohne Pause und ohne Schlaf. Essen und Getränke wurden ihm von einem speziellen Ausleger vom Boot aus gereicht. Jede Unterbrechung barg die Gefahr einer Unterkühlung, und er musste mit Temperatur, Strömungen, Wellen und extremer Erschöpfung kämpfen.
Marcin Cieślak vom Team Purely Athletic beschrieb die Bedingungen: Der Schwimmer habe das Boot kein einziges Mal berührt, keine Pause gemacht, nicht geschlafen und sei Schlag um Schlag den ganzen Tag geschwommen. Cieślak erklärte, dass Krisen bei einer solchen Herausforderung unvermeidlich seien, insbesondere solche, die mit Schlafentzug zusammenhingen. Während der zweiten schlaflosen Nacht hätten sich Giftstoffe im Gehirn angesammelt, Halluzinationen seien aufgetreten, und Kubkowski habe zeitweise das Bewusstsein und den Kontakt zur Realität verloren. Die professionelle Herangehensweise des Teams an Ernährung, Vorbereitung und Training habe diese Episoden auf ein Minimum reduziert.
Während der zweiten schlaflosen Nacht sammeln sich Giftstoffe im Kopf an, es kommt oft zu Halluzinationen, und genau diese führten dazu, dass Bartek zeitweise das Bewusstsein und den Kontakt zur Realität verlor. Das Team ist jedoch so professionell an die gesamte Herausforderung herangegangen – in Bezug auf Ernährung, frühere Vorbereitung und Training –, dass es auf ein Minimum beschränkt blieb.
Fünf Jahre Versuche
Dies war Kubkowskis fünfter Versuch. Sein erster im Jahr 2022 endete nach 32 Stunden und 115 km. Im darauffolgenden Jahr legte er knapp zwei Kilometer mehr zurück. 2023 zwangen schwierige Bedingungen nach etwas mehr als 70 km zum Abbruch. Der dramatischste Versuch war 2025, als er 159 km in 53 Stunden schwamm, nur 11 km vor der polnischen Küste, bevor die Herausforderung aufgrund von Bewusstlosigkeit abgebrochen werden musste.
- Erster Versuch: 115 km in 32 Stunden, bevor das Wetter zum Abbruch zwang.
- Zweiter Versuch: knapp 117 km, bevor die Bedingungen den Schwimmstopp erzwangen.
- Dritter Versuch: nach etwas mehr als 70 km aufgrund schwieriger Bedingungen abgebrochen.
- Vierter Versuch: 159 km in 53 Stunden; Herausforderung 11 km vor der Küste nach Bewusstlosigkeit abgebrochen.
- Fünfter Versuch erfolgreich: über 160 km in rund 55 Stunden, Ankunft in Dziwnów.
Cieślak bemerkte, dass Kubkowski vor dem diesjährigen Start im Vergleich zu früheren Versuchen außergewöhnlich fokussiert war. Seine Ruhe, sein Selbstvertrauen und seine Professionalität waren im Wasser sichtbar. Die Entscheidung zu schwimmen wurde zu Beginn des Jahres getroffen, danach verpflichtete er sich zu einem brutalen Training: Einheiten von bis zu anderthalb Tagen, Nachtschwimmen, Dutzende Kilometer im Pool sowie landgestützte und mentale Arbeit.
Vor dem Start war Bartek im Vergleich zu früheren Versuchen außergewöhnlich fokussiert. Man konnte es daran sehen, wie er schwamm. Man sah Sicherheit, Ruhe, Professionalität, Erfahrung. Es war der fünfte Versuch, und jedes Mal lernte er etwas Neues. Bei diesem Versuch bündelte er all diese Erfahrung in einem einzigen Fokus und setzte sie effektiv ein.
Wohltätigkeitsaspekt
Während der gesamten Durchquerung lief eine Spendenaktion für die Stiftung Cancer Fighters, die Krebspatienten und ihre Familien mit finanzieller, organisatorischer und psychologischer Unterstützung hilft. Als Kubkowski das Ufer erreichte, waren fast 670.000 Złoty gespendet worden; ein früherer Bericht nannte über 560.000 Złoty, ein anderer fast 600.000 Złoty. Marek Kopyść, Präsident und Gründer der Stiftung, verfolgte das Ziel live im TVN24-Studio. Er erinnerte daran, dass Kubkowski vor Jahren ehrenamtlich auf einer pädiatrischen Onkologiestation gearbeitet und ein Lächeln und positive Energie gebracht habe.
Wir hatten einmal einen Slogan: „Eine Diagnose ist kein Urteil, sondern ein Impuls, deine innere Stärke zu zeigen.“ Diese innere Stärke steckt oft in einem Menschen in einer schwierigen Situation, und so war es auch hier bei Bartek. Eine schwierige Situation, und er hat es geschafft.
Kopyść erwartet, den Schwimmer zu treffen, sobald er sich erholt hat, und schätzt, dass das Aufholen des Schlafs vier bis fünf Tage dauern wird.
Eine weitere Schwimmerin auf der Ostsee
Kubkowski war nicht allein auf dem Wasser. Die polnische Schwimmerin Karolina Szczepaniak durchquert ebenfalls die Ostsee und nimmt eine etwas kürzere Route, die auf den Strand von Pobierowo zielt. Auch ihre Expedition hat einen wohltätigen Zweck und sammelt Geld für die Behandlung und Rehabilitation des 14-jährigen Piotr Małolepszy. Wenn sie die polnische Küste erreicht, wird sie Kubkowski in den Rekordbüchern als erste Frau begleiten, die diese anspruchsvolle Ostseeroute durchschwimmt.


