
Brandenburger Minister kritisiert Deutsche Bahn wegen verspäteter Eröffnung des Bahnhofs Fangschleuse nahe Tesla-Fabrik
Der neue Bahnhof Fangschleuse nahe der Tesla-Fabrik in Grünheide sollte am Samstag eröffnet werden, doch die DB InfraGO verlängerte die Gleisbauarbeiten um 24 Stunden, sodass RE1-Pendler auf Busse ausweichen mussten.
Verzögerte Eröffnung
Der neu gebaute Bahnhof Fangschleuse, nahe der Tesla-Autofabrik in Grünheide südöstlich von Berlin gelegen, sollte am Samstagmorgen mit den ersten haltenden RE1-Regionalexpress-Zügen in Betrieb gehen. Die Eröffnung wurde verschoben, nachdem die DB InfraGO, eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn, die Bauarbeiten an der Strecke zwischen Erkner und Frankfurt (Oder) um etwa 24 Stunden verlängert hatte. Die Odeg, die die RE1-Linie zwischen Berlin und Frankfurt (Oder) betreibt, gab auf ihrer Website bekannt, dass die DB InfraGO die Baumaßnahme um schätzungsweise 24 Stunden bis etwa 21:00 Uhr am 15. August 2026 verlängert habe. Ein Bus-Ersatzverkehr wurde eingerichtet, und die Abfahrtstafeln am Bahnhof Fangschleuse zeigten am Samstagmorgen die Ausfälle an. Die RE1 ist eine Pendlerlinie, die teilweise von Mitarbeitern der Tesla-Fabrik genutzt wird, und der Bahnhof Fangschleuse gehört zu einer wichtigen Verkehrsachse, die von Berlin nach Osten führt.
Kritik des Ministers
Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach (SPD) warf der Deutschen Bahn vor, die Odeg erst um 19:15 Uhr am Freitagabend über die Verlängerung informiert zu haben, obwohl der Bauplan seit Wochen bekannt gewesen sei. Er forderte eine sofortige Erklärung von der DB InfraGO und in Zukunft eine zuverlässigere Vorabkommunikation. Das Unternehmen versuche seit Freitagabend, zusätzliche Busse und Fahrer für den Ersatzverkehr zu organisieren, so Crumbach.
Dass ein bundeseigenes Unternehmen bei einer seit Wochen bekannten Bauplanung erst am Vorabend der geplanten Fertigstellung reagiert und die Fahrgäste im Regen stehen lässt, ist inakzeptabel.
Technische Ursache
Die Deutsche Bahn erklärte am Samstagmorgen, dass es bei der Abnahmeprüfung der Signal- und Steuerungstechnik, die alle technischen Systeme zur Steuerung und Sicherung des Zugverkehrs umfasst, zu Verzögerungen gekommen sei. Der Zugverkehr könne daher erst am Abend wieder aufgenommen werden. Die Bahn bedauerte die Unannehmlichkeiten für die Fahrgäste.
Details zum neuen Bahnhof
Der alte Bahnhof Fangschleuse war wenige Tage zuvor geschlossen worden. Der neue Bahnhof liegt etwa zwei Kilometer weiter westlich und damit deutlich näher an der Tesla-Fabrik. Mit dem neuen Bahnhof sollte am Samstag eines der prestigeträchtigsten Infrastrukturprojekte Brandenburgs starten. Insgesamt werden 16.000 tägliche Reisende erwartet. Der neue Bahnhof soll täglich Hunderte von Arbeitern abfertigen, die aus Berlin kommend einen kürzeren Arbeitsweg haben werden. Zunächst hält der RE1 einmal pro Stunde in Fangschleuse; ab dem 25. August soll der Bahnhof zweimal pro Stunde bedient werden. Ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte, die Dimensionierung des Bahnhofs sei mit dem Land Brandenburg abgestimmt worden und berücksichtige alle erkennbaren lokalen Entwicklungen, allerdings könne die Bahn nicht bestätigen, ob der erwartete Verkehr speziell aus Tesla-Mitarbeitern bestehe. Tesla sei sicherlich einer der Faktoren, so der Sprecher weiter. Der alte Bahnhof sei in der Vergangenheit stark genutzt worden, und der neue könne längere Züge aufnehmen.
Verbleibende Bauarbeiten
Crumbach hatte vor der Eröffnung im RBB-Inforadio eingeräumt, dass die Baustelle noch eine Baustelle sei und einige Schwierigkeiten zu erwarten seien.
Es ist natürlich noch eine Baustelle. Es wird ein paar Schwierigkeiten geben.
Die neue Landesstraße L386, die den Bahnhof mit der Autobahnanschlussstelle Freienbrink-Nord verbinden soll, wird voraussichtlich 2027 fertiggestellt, bis dahin werden provisorische Routen genutzt.
- Alter Bahnhof Fangschleuse geschlossen
- DB InfraGO informiert Odeg über 24-stündige Bauverlängerung
- Geplante Eröffnung des neuen Bahnhofs Fangschleuse; RE1-Züge gestrichen, Bus-Ersatzverkehr eingerichtet
- Voraussichtliche Wiederaufnahme des Zugverkehrs auf der RE1-Linie
- Zweimal pro Stunde RE1-Halt in Fangschleuse beginnt
- Landesstraße L386, die den Bahnhof mit der Anschlussstelle Freienbrink-Nord verbindet, voraussichtlich fertiggestellt


