
Griechische Behörden weiten Todesermittlungen zu Mazonakis auf zweiten Standort in Kolonaki und Finanzunterlagen aus
Griechische Ermittler haben ihre Untersuchung des Todes des Sängers Giorgos Mazonakis auf einen zweiten Standort in Kolonaki ausgeweitet und prüfen gleichzeitig die Finanzen zweier inhaftierter Ärzte sowie Notarzteinsatzprotokolle.
Zweiter Standort und Finanzermittlungen
Die griechischen Justiz- und Strafverfolgungsbehörden haben ihre Ermittlungen zum Tod des beliebten Sängers Giorgos Mazonakis ausgeweitet und verlagern den Fokus über die Klinik in der Karneadou-Straße in Kolonaki hinaus. Die Ermittler untersuchen ein zweites Anwesen in der Patriarchou-Ioakeim-Straße im selben Athener Stadtteil. Der Ort wurde angeblich ohne erforderliche Genehmigungen für medizinische Eingriffe, Hypnosesitzungen und Seminare genutzt. Parallel dazu ordnete der Leiter der Behörde zur Bekämpfung von Geldwäsche, der stellvertretende Staatsanwalt Charalambos Vourliotis, eine umfassende Prüfung der Bankkonten, Honorare und Vermögenswerte der beiden in Untersuchungshaft sitzenden Ärzte an, um festzustellen, ob illegale Finanzaktivitäten stattgefunden haben.
Ein wichtiger Mitarbeiter der inhaftierten Ärztin, ein Hypnotherapeut, soll am Montag vor dem Untersuchungsrichter aussagen. Die Ärztin schickte ihm ein Foto von Mazonakis, während der Sänger auf der Plasmapherese-Liege lag. Mazonakis hatte nach dem Eingriff einen Termin mit dem Hypnotherapeuten in Kifisia vereinbart, der jedoch nie stattfand. Die Ermittler wollen klären, warum das Bild übermittelt wurde, welche Kommunikation in diesen kritischen Momenten stattfand und was der Hypnotherapeut über den körperlichen Zustand des Sängers wusste.
Verteidigungsstrategie und Klinikchronologie
In der Praxis in der Karneadou-Straße, in der der Sänger während einer Plasmapherese-Sitzung einen Herzstillstand erlitt, hat der 58-jährige männliche Arzt seine rechtliche Verteidigung geändert. Über seinen Anwalt reichte er einen Haftentlassungsantrag nur für sich selbst ein und strebt eine vollständige rechtliche Trennung von seiner Frau und Mitangeklagten an. Er behauptet, er habe keine betriebliche Verantwortung für Mazonakis' Eingriff getragen, und falls eine Schuld festgestellt werde, solle der Vorwurf auf fahrlässige Tötung und nicht auf Totschlag mit bedingtem Vorsatz reduziert werden.
Der männliche Arzt gibt an, dass er in einem separaten Büro mit der Untersuchung eines anderen Patienten beschäftigt gewesen sei und von seiner Frau erst kurz vor 16:00 Uhr informiert worden sei, sodass ihm nicht genügend Zeit für ein Eingreifen geblieben sei. Ein 67-jähriger Patient bestätigte, sich ab 15:30 Uhr zu einem vereinbarten diagnostischen Termin im Sprechzimmer des Arztes aufgehalten zu haben. Elektronische Aufzeichnungen belegen, dass um 16:06 Uhr eine ärztliche Überweisung auf das Mobiltelefon des Patienten gesendet wurde.
- Ein 67-jähriger Patient erscheint zu einem vereinbarten diagnostischen Termin beim männlichen Arzt.
- Der männliche Arzt erstellt und sendet eine elektronische Überweisung zur Untersuchung auf das Mobiltelefon des Patienten.
- Das Klinikpersonal ruft etwa sechs bis sieben Minuten nach Ausstellung der Überweisung einen Notarztwagen.
- Rettungssanitäter des EKAB verlegen Mazonakis unter Reanimationsmaßnahmen ins Elpis-Krankenhaus.
Etwa sechs bis sieben Minuten nach dem Versand der Überweisung brach auf dem Flur Unruhe aus, was zur Absage der Konsultation führte, während das Personal einen Krankenwagen rief. Die Ermittler haben fünf weitere Personen identifiziert, die sich zu diesem Zeitpunkt in der Klinik aufhielten: zwei Krankenschwestern, eine Sekretärin und einen 56-jährigen Labortechnologen.
Notfallmaßnahmen und frühere medizinische Vorwürfe
Unterlagen des Nationalen Notfallhilfezentrums (EKAB) deuten auf Reibereien zwischen den eintreffenden Rettungssanitätern und dem Klinikpersonal während des Transports von Mazonakis ins Elpis-Krankenhaus hin. Das offizielle Übergabedokument hielt fest, dass der Sänger nicht atmete, dass mit der Wiederbelebung begonnen worden war und dass Adrenalin verabreicht worden war. Es wurde auch vermerkt, dass die anwesenden Ärzte es ablehnten, wichtige Informationen zur Krankengeschichte des Patienten oder zur laufenden Intervention zu geben.
Die anwesenden Ärzte weigerten sich, Informationen über den Patienten zu geben.
Der Vorsitzende der EKAB-Mitarbeitergewerkschaft, Giorgos Mathiopoulos, erklärte, dass die Einsatzkräfte den Arzt, der mit einer Hand Herzdruckmassagen durchführte, vorfanden, während Mazonakis nicht in einer standardmäßigen horizontalen Position gelagert war. Die Ermittlungen haben auch zu retrospektiven Beschwerden über die therapeutischen Praktiken der Klinik geführt. Eine Mutter berichtete, die Klinik vor acht Jahren aufgesucht zu haben, um für ihr zweijähriges Kind mit einem neurologischen Syndrom zu sorgen. Sie behauptete, die Ärztin habe durch Fußreflexzonenmassage Magenparasiten diagnostiziert und ein nicht zugelassenes trinkbares Cannabis-Präparat für etwa 300 Euro empfohlen, das über einen informellen Kurier beschafft wurde.
Haftbedingungen im Gefängnis Korydallos
Beide Ärzte befinden sich nach Entscheidungen des Untersuchungsrichters und des Staatsanwalts in Untersuchungshaft im Gefängnis Korydallos in Athen. Aus Sicherheitsgründen werden die beiden Verdächtigen in getrennten Zellen untergebracht, unter verstärkten Schutzmaßnahmen gestellt und auf isolierte Hofzeit beschränkt. Die Ärztin wurde in den Frauenflügel in eine Zelle verlegt, die zuvor von der Insassin Eirini Mourtzoukou bewohnt wurde.
Die Spannungen innerhalb der Einrichtung verschärften sich, da Mazonakis bei den Insassen weithin bewundert wurde, nachdem er am 14. Februar 2023 ein Valentinstagskonzert im Frauenflügel gegeben hatte. Berichten zufolge hängten Häftlinge nach der Ankunft der Ärztin ein Banner mit der Aufschrift "Für immer Mazo" auf. Die Verteidiger der beiden Praktiker haben angekündigt, bis Montag formelle Rechtsmittel gegen die Haftbefehle einzulegen.


