Regierung · Warschau und Smolensk

Polen schließt zehnjährige 'diplomatische Verrats'-Ermittlungen zur Zusammenarbeit mit Russland beim Smolensk-Absturz ab

Die Staatsanwaltschaft fand keine Beweise dafür, dass polnische Beamte gegen die Interessen des Landes handelten, als sie den rechtlichen Rahmen für die Untersuchung der Präsidentenmaschinen-Katastrophe von 2010 wählten.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von Rzeczpospolita, wiadomosci.radiozet.pl, Do Rzeczy und weiteren Medien. Veröffentlicht . So entsteht er

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Kurz gefasst

Warschau, Smolensk · Polen, Russland
Wie es dazu kam
  1. März 2026Zwei Teileinstellungsentscheidungen erlassen, einige Stränge der Untersuchung werden eingestellt.
  2. 31.07.Staatsanwaltschaft stellt die verbleibenden fünf Stränge ein und beendet das gesamte Verfahren wegen diplomatischen Verrats.
  3. 5.08.Staatsanwaltschaft gibt die Einstellung auf einer Pressekonferenz bekannt.

Die endgültige Entscheidung

Die polnische Staatsanwaltschaft hat die letzten fünf Stränge einer Untersuchung wegen angeblichen diplomatischen Verrats im Zusammenhang mit dem Smolensker Flugzeugunglück von 2010 eingestellt und damit den Fall vollständig abgeschlossen. Die am 31. August 2016 eingeleitete Untersuchung prüfte, ob polnische Beamte gegen die Interessen des Landes handelten, indem sie Anhang 13 des Chicagoer Abkommens als Rechtsgrundlage für die Zusammenarbeit mit Russland bei der Absturzuntersuchung wählten. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Przemysław Nowak, erklärte auf einer Pressekonferenz am Mittwoch, dass die zehnjährige Untersuchung keine Hinweise auf strafbares Verhalten ergeben habe.

„Die über zehn Jahre durchgeführte Untersuchung hat gezeigt, dass das Verhalten der polnischen Behörden im April und Mai 2010 keine Elemente des Straftatbestands des diplomatischen Verrats erfüllte.“

Przemysław Nowak

Nowak fügte hinzu, dass die Behörden nicht zum Nachteil der Republik Polen gehandelt hätten und keine solche Absicht bestand. Im März 2026 wurden zwei Teileinstellungsentscheidungen erlassen. Die jüngste Entscheidung vom 31. Juli, die am 5. August bekannt gegeben wurde, betrifft die verbleibenden fünf Stränge und schließt das gesamte Verfahren formell ab.

Die rechtliche Wahl unter der Lupe

Kern des Falles war die Entscheidung des damaligen Premierministers Donald Tusk und anderer Amtsträger, Anhang 13 des Chicagoer Abkommens über die internationale Zivilluftfahrt als Rahmen für die Absturzuntersuchung zu akzeptieren. Kritiker argumentierten, dass der militärische Status des Tu-154M-Fluges bedeute, dass das für die Zivilluftfahrt konzipierte Abkommen unangemessen sei und Russland einen unverhältnismäßigen Einfluss auf die Untersuchung gegeben habe. Die Staatsanwaltschaft prüfte vier mögliche Kooperationsmodelle und kam zu dem Schluss, dass der gewählte Weg für Polen zu diesem Zeitpunkt der vorteilhafteste war.

„Keine der in Betracht gezogenen Alternativlösungen bot eine reale Möglichkeit, die Interessen der Republik Polen wirksamer zu wahren.“

Przemysław Nowak

Die Untersuchung umfasste 488 Zeugenbefragungen, umfangreiche Dokumentationen einschließlich Kopien von vier Rechtsgutachten sowie Rechtshilfeersuchen an mehrere Länder. Die Anzeigen, die die Ermittlungen auslösten, wurden vom Verein Solidarni 2010 und von Einzelpersonen wie Antoni Macierewicz erstattet, die behaupteten, die Beamten hätten bewusst eine für Polen schädliche Rechtsgrundlage gewählt.

Sikorskis scharfe Reaktion

Außenminister Radosław Sikorski, einer der von den Vorwürfen betroffenen Amtsträger, reagierte scharf auf der Social-Media-Plattform X. Er bezog sich auf seinen früheren Zivilprozess gegen PiS-Chef Jarosław Kaczyński, der dazu verurteilt worden war, sich für die Beschuldigung Sikorskis wegen diplomatischen Verrats zu entschuldigen. Sikorski schlug vor, dass Kaczyński stattdessen 50.000 Złoty an die ukrainischen Streitkräfte zahlen solle, was Kaczyński im Januar 2023 auch tat.

„Nun die Bestätigung der Staatsanwaltschaft: Es gab keinen diplomatischen Verrat und auch keine Absicht, einen solchen zu begehen.“

Radosław Sikorski, Polnischer Außenminister und ehemaliger Amtsträger

Sikorski ging noch weiter und erklärte, dass keiner der „Smolensker Lügner“ sich entschuldigen werde. Er beschuldigte sie, Millionen getäuscht, Familien gespalten und Hass im Land geschürt zu haben, und fügte hinzu, dass sie dafür „in der Hölle brennen“ würden, aber im Gegenzug Macht, Geld und Befriedigung erlangt hätten.

Die Hauptuntersuchung läuft weiter

Während der Fall des diplomatischen Verrats nun abgeschlossen ist, läuft die Hauptuntersuchung des Absturzes selbst weiter. Nowak sagte, dass die 2010 eröffnete Untersuchung „zweifellos auf ihren Abschluss zusteuert“. Eine ergänzende Stellungnahme eines internationalen Expertenteams wurde kürzlich übersetzt und den Parteien, Opfern und ihren Rechtsvertretern zur Verfügung gestellt. Nowak wollte die Ergebnisse nicht preisgeben, sagte aber, dass eine öffentliche Aktualisierung nur noch Wochen entfernt sei. Die Opfer haben die Möglichkeit, die Stellungnahme anzufechten und zusätzliche Beweisanträge zu stellen.

Die Katastrophe von 2010

Am 10. April 2010 stürzte eine Tupolew Tu-154M mit 96 Menschen an Bord nahe Smolensk in Russland ab. Alle an Bord kamen ums Leben, darunter Präsident Lech Kaczyński, seine Frau Maria sowie eine Delegation polnischer Amtsträger und Angehörige von Opfern des Massakers von Katyn, die auf dem Weg waren, an das sowjetische Verbrechen von 1940 zu erinnern.

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