
Aurelio und Luigi De Laurentiis wegen betrügerischen Bankrotts bei Bari unter Untersuchung – Büros von Napoli und Bari durchsucht
Die italienische Finanzpolizei durchsuchte am Dienstag die Büros der SSC Napoli, der SSC Bari und von Filmauro im Rahmen einer Untersuchung des mutmaßlichen Bilanzfälschung und betrügerischen Bankrotts beim apulischen Klub, wobei Präsident Aurelio De Laurentiis und sein Sohn Luigi zu den Untersuchten gehören.
Die Untersuchung
Die italienische Guardia di Finanza führte am Dienstagmorgen Durchsuchungen am Hauptsitz der SSC Bari, der SSC Napoli und der Filmproduktionsfirma Filmauro durch, die auf eine Anordnung der Staatsanwaltschaft Bari hin erfolgten. Die Ermittlungen richten sich gegen Aurelio De Laurentiis, Präsident von Napoli und rechtlicher Vertreter von Filmauro, und seinen Sohn Luigi De Laurentiis, alleiniger Geschäftsführer von Bari. Beide werden formell wegen falscher Unternehmenskommunikation im Zusammenhang mit Baris Jahresabschluss 2024 und wegen betrügerischen Bankrotts im Zusammenhang mit einem Antrag auf gerichtliche Liquidation aufgrund der Zahlungsunfähigkeit des Klubs untersucht.
Das Unternehmen ist mit einem erheblichen Kapitaldefizit und einer hohen Schuldenlast belastet, ohne dass ein konkreter Sanierungsplan vorliegt.
Finanzielle Verluste
Die Untersuchung beruht auf eingehenden Prüfungen von Baris Bilanzen, Anhängen und Lageberichten, gestützt durch technische Beratungen. Die Ermittler stellten fest, dass der Klub sich in einem systemischen Verlustzustand befand und zwischen 2019 und 2025 rund 30 Millionen Euro Defizite angehäuft hatte. Das Kapitaldefizit und die hohe Verschuldung waren nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht mit einem glaubwürdigen Umstrukturierungsplan verbunden.
- Bari häuft systemische Verluste von rund 30 Millionen Euro an.
- Baris Jahresabschluss 2024 wird eingereicht; wird später zum Gegenstand von Bilanzfälschungsvorwürfen.
- Guardia di Finanza durchsucht Büros von Bari, Napoli und Filmauro; Vater und Sohn De Laurentiis werden unter Untersuchung gestellt.
Der verdächtige Transfer
Im Zentrum des Falles steht ein Spielertransfer zwischen den beiden familienverbundenen Klubs. Bari hatte die Registrierung des Spielers gekauft und dem verkaufenden Klub Prämien versprochen, die an einen etwaigen Wiederverkaufswert geknüpft waren. Anschließend verkaufte Bari den Spieler an Napoli, ohne eine Klausel aufzunehmen, die Bari einen Anteil an einem künftigen Gewinn zugesichert hätte. Dieser Gewinn realisierte sich, als Napoli den Spieler später nach einer Phase der sportlichen Entwicklung verkaufte, die der bereits angeschlagene Bari selbst hätte durchführen können. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass diese Transaktion genutzt wurde, um den wahren Zustand von Baris Krise zu verschleiern und dass Gewinne aus Spielerverkäufen an Napoli künstlich geschaffen wurden.
Durchsuchungen und beteiligte Personen
Neben Vater und Sohn De Laurentiis erstreckten sich die Durchsuchungen auch auf Dokumente, die von drei Sportdirektoren – Ciro Polito, Cristiano Giuntoli und Mauro Meluso – und dem Fußballberater Graziano Battistini, einem ehemaligen Torhüter, verwahrt werden. Keiner dieser vier wird derzeit untersucht. Bei dem im Zentrum des Transfers stehenden Spieler soll es sich um Torhüter Elia Caprile handeln. Die Ermittlungen werden von Baris Chefstaatsanwalt Roberto Rossi geleitet.
Rechtlicher Kontext
Der Fall befindet sich in einem vorläufigen Stadium. Nach italienischem Recht gelten alle Untersuchten bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung als unschuldig. Die Durchsuchungen zielen darauf ab, Unterlagen zu sammeln, die die wirtschaftliche und unternehmerische Führung des apulischen Klubs klären können.

