
USMNTs WM-Traum durch Belgien 4:1 zerstört nach Rotkarten-Skandal und politischem Sturm
Eine 4:1-Niederlage gegen Belgien beendete die Reise des Gastgebers, aber es war die Aufhebung von Folarin Baloguns Sperre nach Trumps Petition, die aus einem K.-o.-Spiel einen diplomatischen Vorfall machte.
Die Niederlage auf heimischem Boden
Die US-amerikanische Fußballnationalmannschaft der Männer beendete ihre WM-Kampagne am Montag, dem 6. Juli, mit einer 4:1-Achtelfinalniederlage gegen Belgien im Lumen Field in Seattle. Nach einem selbstbewussten Turnierstart, einschließlich eines 2:0-Sieges gegen Bosnien und Herzegowina, wurden die Gastgeber von einer abgeklärten belgischen Mannschaft überrollt. Die Roten Teufel, die Achte der Weltrangliste, ziehen nun ins Viertelfinale gegen Spanien ein, den Drittplatzierten und einen der Favoriten.
Die rote Karte, die einen politischen Sturm auslöste
Das Spiel wurde von einer Kontroverse überschattet, die begann, als USMNT-Stürmer Folarin Balogun im vorherigen Spiel gegen Bosnien die Rote Karte erhielt, nachdem er einem Gegner auf den Knöchel getreten war. Die automatische Sperre für ein Spiel hätte ihn für das Belgien-Spiel ausgeschlossen, aber der US-Präsident Donald Trump reichte eine Petition bei der FIFA ein, um die Sperre zu überprüfen. Die Entscheidung der FIFA, die Sperre mitten im Turnier aufzuheben und Balogun spielen zu lassen, zog Anschuldigungen politischer Einmischung und Absprache nach sich. Internationale Anwälte wurden beauftragt, Berufungen zu verfassen, und verwandelten ein Sportereignis in ein juristisches Drama.
Europäische Abgeordnete fordern Antworten
Am Mittwoch, dem 8. Juli, forderten in einem von MdEPs aus sechs Fraktionen unterzeichneten Brief die nationalen Fußballverbände der 27 EU-Mitgliedstaaten auf, Forderungen nach einer Untersuchung gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino zu unterstützen. Der Verfasser des Briefes, Renew-MdEP Barry Andrews, kritisierte das Leitungsgremium scharf.
Seien wir klar: Die Entscheidung der FIFA, die Regel zur Rotkarten-Sperre mitten im Turnier zu ändern, ist eine Schande und eine Pervertierung der Gerechtigkeit. Wieder einmal haben wir gesehen, wie Infantino und die FIFA den Forderungen der Trump-Administration nachgeben.
Der Brief, der dritte innerhalb von zwei Wochen von EU-Abgeordneten an die FIFA, unterstrich die Frustration über die politische Neutralität und folgte auf frühere Rügen wegen der russischen Teilnahme an Jugendturnieren. Trotz der Unterstützung hatte die FIFA noch nicht auf eine Anfrage um Stellungnahme reagiert.
In der zerstörten Kabine
Die Spieler der USMNT gingen mit großen Hoffnungen in das Spiel, aber das 4:1-Ergebnis ließ sie am Boden zerstört zurück. Mittelfeldspieler Gio Reyna gab zu, dass die Mannschaft zuversichtlich war, weiterzukommen:
Nach dem Schlusspfiff sanken die Spieler auf den Rasen oder irrten ungläubig umher. Später verbrachten sie einen Abend mit Getränken und Abschiedsnachrichten in ihrem Hotel, bevor sie sich am Flughafen Seattle-Tacoma trennten. Balogun, der Stürmer im Zentrum der Saga, hatte seine Teamkollegen während ihres Laufs immer wieder gefragt:Wir hatten alle im Kopf, dass wir morgen definitiv zurück nach L.A. fliegen (für ein Viertelfinale).
Cheftrainer Mauricio Pochettino, der bei seiner Ankunft 2024 eine dysfunktionale Kultur vorgefunden hatte, sieht nun einer ungewissen Zukunft entgegen, da sein Vertrag ausläuft.Ist das echt?
Belgiens kultureller Sieg
Inmitten der sportlichen und politischen Stürme erregte Belgiens Auswärtstrikot – ein Adidas-Design, inspiriert vom surrealistischen Maler René Magritte – weltweite Aufmerksamkeit. Das blassblaue Trikot zeigt ein Muster aus pinken und blauen Fußbällen, die von Magrittes „Voice of Space“ abgeleitet sind, mit dünnen Linien, die an einen Fußballplatz erinnern. Unter dem Kragen steht der Satz „Ceci n‘est pas un maillot“ (Dies ist kein Trikot), eine Anspielung auf sein berühmtes Pfeifengemälde. Es ist das neueste einer Reihe von kulturell inspirierten belgischen Trikots, nach Hommagen an den Radsport, Tomorrowland und Tim und Struppi. Nach der dominanten Leistung des Teams gewinnt das Trikot ein breiteres Publikum.


