"Jesus Christ Superstar"-Premiere verkauft Erfurter Domstufen-Festspiele mit 44.000 Karten aus
Die Rockoper von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice wurde bei den Domstufen-Festspielen mit Standing Ovations eröffnet, fast alle 44.000 Karten für 21 Vorstellungen sind bereits verkauft, es gibt nur noch Wartelisten.
Ausverkaufte Festivalpremiere
Der Musical-Klassiker "Jesus Christ Superstar" feierte seine Premiere bei den Domstufen-Festspielen in Erfurt und erhielt Standing Ovations vom Premierenpublikum. Fast alle 44.000 Karten für die 21 Open-Air-Vorstellungen der Rockoper, die bis Ende August läuft, sind bereits verkauft. Für Interessierte gibt es nur noch Wartelisten – eine Situation, die das Festival in seiner 32-jährigen Geschichte noch nie erlebt hat. Ein Sprecher des Theaters Erfurt bezeichnete den vollständigen Ausverkauf als Premiere für die Veranstaltung, die seit über drei Jahrzehnten Open-Air-Produktionen auf den Domstufen zeigt.
Wir haben dieses Phänomen zum ersten Mal nach 32 Jahren Domstufen-Festspiele erlebt.
Besetzung und Inszenierung
Das Ensemble lieferte die versprochene Rockshow auf den Stufen zwischen Dom und Severikirche in Erfurt, einem der markantesten Open-Air-Veranstaltungsorte der Stadt. Lukas Mayer übernahm die Hauptrolle des Jesus, Katja Bildt verkörperte Maria Magdalena und Til Ormeloh spielte den Judas. Eine eigens zusammengestellte Band unterstützte das Orchester des Theaters Erfurt bei der Aufführung des Musicals von Andrew Lloyd Webber und Tim Rice. Peter Lund führte Regie bei der Produktion, die die Domstufen als natürliches Amphitheater für eines der bekanntesten Werke des Musicaltheater-Kanons nutzt. Die Kombination aus einer Rockband und dem theater eigenen Orchester verlieh der Partitur eine doppelte musikalische Textur, die für die Open-Air-Umgebung geeignet war.
Regiekonzept
Die Handlung des Musicals folgt den letzten Tagen Jesu Christi, wie sie in der Bibel beschrieben werden. In der Erfurter Produktion wurde Jesus zu Beginn der Aufführung aus einem abfahrenden Krankenwagen geworfen – eine markante Regieentscheidung von Lund, die sofort das zeitgenössische Gespür der Inszenierung etablierte. Die Inszenierung weicht von einer romantisierten Darstellung einer Heiligenfigur ab; in dieser Version erscheint Jesus von seinen Anhängern bedrängt und von Zweifeln geplagt. Die Produktion war mit der Jesus-Botschaft "Liebe deinen Nächsten" unterlegt, wobei die Buchstaben "Love" prominent auf den Domstufen als visueller Anker der Inszenierung angebracht waren.
Bühnenbild und Abschied
Hank Irwin Kittel gestaltete das Bühnenbild für die Domstufen-Festspiele zum letzten Mal. Sieben überdimensionale Bilderrahmen dominierten das Bühnenbild, zusammen mit einer steilen Treppe, die Judas mehrmals vom Domplateau hinunter zu den Domstufen durchquerte. Die Rahmen und die Treppe bestimmten die räumliche Dynamik der Produktion und verliehen der Open-Air-Bühne eine strukturierte vertikale Dimension. Kittel beendete seine Arbeit nach 24 Jahren als Bühnenbildner am Theater Erfurt. Am Ende der Premiere verabschiedeten sich das Ensemble und das Publikum mit anhaltendem Applaus und Blumen von ihm und markierten damit das Ende einer langen Amtszeit, die die visuelle Identität des Festivals geprägt hatte.
- Premiere von Jesus Christ Superstar bei den Domstufen-Festspielen, Standing Ovations
- 21 Open-Air-Vorstellungen enden, fast alle 44.000 Karten verkauft
- Theater Erfurt beginnt neue Spielzeit
- Opernpremiere von Eugen Onegin von Tschaikowski
Ausblick
Nachdem die Domstufen-Festspiele Ende August enden, beginnt das Theater Erfurt im September seine neue Spielzeit. Das kommende Programm umfasst die Opernpremiere von "Eugen Onegin" von Tschaikowski, die für den 10. Oktober geplant ist.


