
Schwerstes Erdbeben in Venezuela seit einem Jahrhundert: Überlebende nach acht Tagen aus Trümmern geborgen – Zahl der Toten übersteigt 3.300
Ein doppeltes Erdbeben traf am 24. Juni die Küste Venezuelas nahe Caracas, tötete mehr als 3.300 Menschen und hinterließ Zehntausende Vermisste. Acht Tage später wurde ein Sicherheitsbeamter lebend aus den Trümmern gezogen.
Das doppelte Beben
Um etwa 18:04 Uhr Ortszeit am 24. Juni erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,2 die Küste, gefolgt von einem noch stärkeren Beben innerhalb von Sekunden. Die Doppelbeben ebneten Gebäude in Caracas, La Guaira und Catia La Mar dem Erdboden gleich. Der Ritasol-Palast, ein elfstöckiger Wohnblock im Küstenvorort Caraballeda, stürzte vollständig ein und begrub Bewohner im Keller. Bis Sonntag lag die bestätigte Zahl der Toten bei 3.342, wobei noch Leichen in den Trümmern verborgen sind und die Zahl voraussichtlich steigen wird.
Acht Tage in der Dunkelheit
Hernán Gil, ein 43-jähriger Sicherheitsbeamter, wurde unter einem eingestürzten mehrstöckigen Gebäude in Catia La Mar eingeschlossen. Steine trafen seinen Kopf, als das zweite Beben einschlug. „Ich verlor für einen Moment das Bewusstsein. Als ich wieder zu mir kam, war alles dunkel, und von da an war alles ungewiss“, sagte er AFP. Am Donnerstag, acht Tage nach dem Beben, zogen Rettungsteams ihn lebend aus den Trümmern.
Ich wurde wiedergeboren.
Die Rettung eines Sohnes
In La Guaira war Jose Garcia, ein 46-jähriger Automechaniker, mit seinen beiden jüngeren Söhnen zu Hause, als das Gebäude einstürzte. Sie waren im Keller eingeschlossen. Sein ältester Sohn, Jesus Garcia, ein 26-jähriger ehemaliger Feuerwehrmann, eilte zu den Ruinen. Ein Familienfreund hatte seinen Helm und seine Jacke aufbewahrt. Jesus hörte seinen Vater rufen: „Lass mich nicht hier.“ Es gelang ihm, sie zu befreien.
Er war einer der Helden, die mich gerettet haben.
Allein inmitten der Trümmer
Internationale Rettungsteams sind eingetroffen, aber Überlebende berichten von einem Mangel an staatlicher Hilfe. Gonzalo, ein Bewohner, der nach Eingeschlossenen sucht, sagte der BBC:
Als Venezolaner können wir uns derzeit nicht leisten, innezuhalten und zu verarbeiten. Wir stecken in der Schleife des Helfens, Helfens, Helfens, Helfens, Helfens fest. Wir müssen einander herausholen, was eine schöne Sache ist. Aber das Schmerzhafte daran ist, dass es nur ein Zeichen dafür ist, wie allein wir sind. Wie zerstört das Netz dieses Landes ist, und das ist der niederschmetterndste Teil von allem.
- Erdbeben der Stärke 7,2 trifft nahe Caracas um 18:04 Uhr Ortszeit.
- Ein stärkeres Beben folgt innerhalb von Sekunden und bringt Gebäude zum Einsturz.
- Jesus Garcia rettet seinen Vater und seine Brüder aus den Ruinen des Ritasol-Palastes.
- Hernán Gil wird nach acht Tagen lebend aus Trümmern in Catia La Mar gezogen.
- Bestätigte Zahl der Toten erreicht 3.342, Zehntausende werden noch vermisst.


