
Doppeltes Erdbeben in Venezuela: Todeszahl nähert sich 3.000 – Rettungsarbeiten eingestellt, falsches Gerücht über überlebendes Kind verbreitet sich
Die offizielle Zahl der Toten des Doppelerdbebens vom 24. Juni in Nordvenezuela ist auf fast 3.000 gestiegen, während internationale Rettungsteams ihre Suchaktionen einstellen. Ein falsches Gerücht über ein überlebendes Kind ließ in der zerstörten Stadt Caraballeda kurzzeitig Hoffnung aufkommen.
Todeszahl erreicht fast 3.000
Das Doppelerdbeben, das Nordvenezuela am 24. Juni erschütterte, hat nach offiziellen Angaben vom Samstag, den 4. Juli, mindestens 2.954 Menschen getötet, womit sich die Zahl der Todesopfer der 3.000 nähert. Das Epizentrum lag im Bundesstaat La Guaira, wo am Tag der beiden Beben ganze Gebäude in Schutt und Asche gelegt wurden. Viele Überlebende sind obdachlos und müssen in Parks ausharren, ohne klare Aussicht auf Hilfe, während das ganze Ausmaß der Katastrophe sichtbar wird.
Rettungsarbeiten werden eingestellt
Internationale Rettungsteams stellen die Suche nach Überlebenden in den Trümmern nach und nach ein. Ein amerikanisches Team mit Hunden traf am Donnerstag ein und setzte hochempfindliche Geräte zur Ortung von Geräuschen ein, fand jedoch keine Lebenszeichen, wie ein Retter der AFP mitteilte. Ein spanisches Team bestätigte später, dass es im Gebiet von Caraballeda, wo ein Gerücht kurzzeitig Hoffnung aufkeimen ließ, keine Überlebenden gebe. Die offizielle Zahl der Todesopfer dürfte noch steigen, wenn weitere Leichen aus den eingestürzten Gebäuden geborgen werden.
Falsche Hoffnung: Das Gerücht vom überlebenden Kind
In Caraballeda im Bundesstaat La Guaira verbreitete sich in den sozialen Medien das Gerücht, ein Kind lebe noch unter den Trümmern. Influencer posteten Videos, und ein venezolanischer Freiwilliger behauptete, am frühen Freitagmorgen Schreie gehört zu haben. Er sagte, das Kind sei zu tief verschüttet, als dass Hunde es orten könnten. Das Militär riegelte das Gebiet schnell ab und sperrte den Zugang für die Presse. Sowohl amerikanische als auch spanische Rettungsteams fanden jedoch keinen Überlebenden und zerstörten die Hoffnungen der Familien, die sich an dem Ort versammelt hatten.
Es gibt Leute, die kamen, um TikToks zu machen, und das ging um die Welt.
Sie sagten, angeblich sei ein lebendes Kind da, das Kind atme, dann pinkle es, dann trete es um sich.
Jedes Mal, wenn die Leute, die graben, hineingehen, fragen wir sie: 'Hast du ihn gesehen?' (und sie antworten) 'Nein, ich habe ihn nicht gesehen, aber er ist da.' Sie können nicht die Wahrheit sagen. Tatsächlich spielen sie mit dem Schmerz der Familien.
Nachwirkungen und Reaktionen
Das falsche Gerücht hat die Qual der Familien, die bereits nach ihren Angehörigen suchen, noch verstärkt. José Francisco Liendo (50), der bei dem Einsturz seinen Vater und seine Schwester verloren hat, hat den Ort nicht verlassen, in der Hoffnung, ihre Leichen zu bergen. Katherine Lendoiro, die die Familie des angeblichen Kindes während der Suche begleitete, zeigte sich empört über diejenigen, die das Gerücht verbreitet haben. Der Vorfall zeigt die Herausforderung von Fehlinformationen während der Katastrophenhilfe, während die Rettungsarbeiten offiziell eingestellt werden und sich der Fokus auf die Bergung und Identifizierung der Toten verlagert.
- Doppeltes Erdbeben erschüttert Nordvenezuela, Epizentrum La Guaira
- Amerikanisches Rettungsteam mit Hunden ortet keine Lebenszeichen in den Trümmern von Caraballeda
- Venezolanischer Freiwilliger behauptet, Schreie eines verschütteten Kindes zu hören; Gerücht verbreitet sich in sozialen Medien
- Spanisches Rettungsteam bestätigt keinen Überlebenden; Militär sperrt Pressezugang
- Offizielle Todeszahl mit fast 3.000 veröffentlicht; internationale Rettungsteams stellen Suche ein


