
Erdbeben der Stärke 7,4 fordert 111 Tote in Kolumbien, Rettungsteams suchen unter Trümmern nach Überlebenden
Ein Erdbeben der Stärke 7,4 hat am 10. August Westkolumbien erschüttert, mindestens 111 Menschen getötet und 87 verletzt. Rettungsteams suchen in mindestens fünf Departamentos nach Verschütteten unter Trümmern.
Erdbeben erschüttert Westkolumbien
Ein Erdbeben der Stärke 7,4 erschütterte am Morgen des 10. August Westkolumbien. Das Epizentrum lag in San José del Palmar in der Region Chocó an der Pazifikküste. Das Beben war in weiten Teilen Kolumbiens zu spüren, darunter in den Städten Bogotá und Cali, und war auch in Nachbarländern wie Ecuador und Venezuela zu spüren. Der United States Geological Survey (USGS) und der Kolumbianische Geologische Dienst (SGC) verorteten das Epizentrum etwa 400 Kilometer westlich von Bogotá, während ein portugiesischer Nachrichtenbericht eine Entfernung von etwa 300 Kilometern angab. Das Beben ereignete sich gegen 7:30 Uhr Ortszeit.
Steigende Zahl der Toten und weitreichende Schäden
Präsident Abelardo de la Espriella gab um 12:30 Uhr Ortszeit (18:30 Uhr in Lissabon) die erste offizielle Bilanz bekannt: 111 Tote und 87 Verletzte. Die vorherige Zählung der kolumbianischen Behörden hatte 71 Tote ergeben, womit dies das schwerste Erdbeben im Land seit einem Jahrzehnt ist. Der Präsident erklärte die nationale Katastrophe und übernahm die Koordination des Katastrophenschutzes. Er ordnete die Rettung von Verschütteten als oberste Priorität an.
Die nationale Regierung hält alle Kapazitäten mobilisiert, um Leben zu schützen, betroffene Gemeinden zu versorgen und jedem Gebiet, das Hilfe benötigt, Unterstützung zu bringen. Als Staatsoberhaupt und Regierungschef ordne ich als Erstes die Rettung der Menschen an, die unter den Trümmern liegen. Das ist die Priorität: die Menschen zu retten, die noch unter den Trümmern sind.
Die Schadensbilanz um 12:30 Uhr umfasste 1.575 betroffene Häuser, 37 völlig zerstörte Häuser, 61 eingestürzte Gebäude, 18 beschädigte Gesundheitseinrichtungen und 52 beschädigte Bildungseinrichtungen. Das Erdbeben verursachte in mehreren Regionen Sachschäden, Einstürze und Stromausfälle; mindestens fünf Departamentos waren betroffen. Rettungskräfte führten Such- und Bergungsarbeiten durch, um Überlebende zu finden.
- Erdbeben der Stärke 7,4 erschüttert Westkolumbien, Epizentrum in San José del Palmar, Chocó
- Kolumbianische Behörden registrieren 71 Tote in erster Bilanz
- Präsident gibt revidierte Bilanz von 111 Toten und 87 Verletzten bekannt, ruft nationale Katastrophe aus
- Betroffene Häuser
- 1575
- Zerstörte Häuser
- 37
- Eingestürzte Gebäude
- 61
- Beschädigte Gesundheitseinrichtungen
- 18
- Beschädigte Bildungseinrichtungen
- 52
Internationale Reaktionen und Solidarität
Die EU-Kommissarin für Krisenmanagement, Hadja Lahbib, drückte ihre Solidarität mit Kolumbien aus und erklärte, die EU sei bereit, Unterstützung zu leisten. Der portugiesische Präsident António José Seguro übermittelte dem kolumbianischen Volk eine Beileids- und Solidaritätsbotschaft. Das portugiesische Außenministerium unter der Leitung von Paulo Rangel berichtete, dass die am stärksten betroffenen Gebiete Chocó, Cali und Manizales seien, während in Bogotá, wo die meisten portugiesischen Einwohner leben, die Behörden noch die materiellen Schäden begutachteten.
Keine portugiesischen Opfer gemeldet
Der portugiesische Staatssekretär für die Gemeinschaften, Emídio Sousa, bestätigte, dass nach neuesten Informationen keine portugiesischen Staatsbürger unter den Toten oder Verletzten seien. Er wies darauf hin, dass die portugiesische Gemeinschaft in Kolumbien klein sei – etwa 2.000 registrierte Bürger, von denen viele die Staatsbürgerschaft erworben haben. Für die Meldung von Fällen wurden ein konsularisches Notfallbüro und WhatsApp-Gruppen eingerichtet.
Bislang haben wir keine Meldung über ein verletztes oder getötetes Opfer bei den Erdbeben. Das bedeutet nicht, dass es nicht passieren kann, aber nach den Informationen, die wir von den kolumbianischen Behörden und unseren diplomatischen Diensten erhalten haben, gibt es vorerst kein portugiesisches Opfer.
Benfica bekundet Solidarität
Der portugiesische Fußballverein Benfica gab eine Beileids- und Solidaritätserklärung ab und nannte dabei seine kolumbianischen Nationalspieler Richard Ríos und Jhon Durán. Der Verein bot über seine Stiftung Benfica an, "in allem, was nötig ist", zu helfen. Mittelfeldspieler Richard Ríos teilte lokale Hilfsaufrufe in den sozialen Medien und schrieb "viel Kraft an alle betroffenen Familien", während Jhon Durán, der von Al Nassr ausgeliehen ist, sich noch nicht öffentlich zu der Katastrophe geäußert hatte.

