Kurz gefasst
Das Beben ereignete sich am Dienstag, 20. Oktober, um 18:07 Uhr Ortszeit etwa 40 Kilometer westlich von Ginetes und war laut IPMA auf São Miguel, Santa Maria und Terceira zu spüren.
Der regionale Katastrophenschutz SRPCBA erklärte in einer Mitteilung um 19:37 Uhr Ortszeit, bislang seien keine Opfer oder Sachschäden verzeichnet worden.
Laut Rita Carmo hatte CIVISA bis etwa 10:00 Uhr Ortszeit am Mittwoch, 21. Oktober, fast 100 Nachbeben registriert, von denen einige über der Stärke 3 lagen und von Anwohnern wahrgenommen wurden.
Das IPMA gab für das Hauptbeben 5,2 an, CIVISA 5,1. Das IPMA erklärte, vorläufige Bestimmungen würden in der Regel korrigiert, sobald weitere Daten einfließen.
- 20.10.Katastrophenschutz meldet bislang keine Opfer oder Sachschäden (SRPCBA)
- 21.10.Beben der Stärke 3,2 in Santo António, Ponta Delgada zu spüren, maximale Intensität III/IV (CIVISA)
- 21.10.Etwa 100 Nachbeben seit dem Hauptbeben registriert (CIVISA, gegen 10:00 Uhr Ortszeit)
Das Beben am Dienstagabend
Am Dienstag, 20. Oktober, war um 18:07 Uhr Ortszeit (19:07 Uhr in Lissabon) auf den Azoreninseln São Miguel, Santa Maria und Terceira ein Erdbeben der Stärke 5,2 zu spüren, wie das Portugiesische Institut für Meer und Atmosphäre (IPMA) mitteilte. Das IPMA verortete das Epizentrum etwa 40 Kilometer westlich von Ginetes in der Gemeinde Ponta Delgada auf São Miguel. Das Euro-Mediterrane Seismologische Zentrum gab eine Tiefe von fünf Kilometern an. Das seismische und vulkanologische Überwachungszentrum der Azoren, CIVISA, nannte in einer eigenen Erklärung die Stärke 5,1, während die Angabe 5,2 des IPMA in mehreren Medien wiederholt wurde. Laut CIVISA lag die maximal wahrgenommene Intensität in Ponta Delgada bei V/VI auf der Modifizierten Mercalli-Skala, das IPMA meldete IV/V in den Gemeinden Ponta Delgada und Relva.
Keine Opfer oder Schäden gemeldet
Der regionale Katastrophenschutz SRPCBA erklärte in einer um 19:37 Uhr Ortszeit veröffentlichten Mitteilung, bislang seien keine Opfer oder Sachschäden gemeldet worden. Die Behörde teilte mit, sie beobachte die Lage gemeinsam mit anderen Katastrophenschutzstellen, und rief die Bevölkerung zur Ruhe auf. Sie verwies auf offizielle Informationen und auf die auf ihrer Website veröffentlichten Selbstschutzmaßnahmen. Erste Berichte von Lusa enthielten keine offizielle Einschätzung der Intensität in den einzelnen Orten. Ein Bericht von SAPO vermerkte, das Beben sei in mehreren Teilen von São Miguel zu spüren gewesen, wie in sozialen Netzwerken geteilte Schilderungen zeigten.
Zweites und drittes Beben sowie Nachbeben
Um 18:30 Uhr Ortszeit wurde etwa 37 Kilometer westlich von Ginetes ein Beben der Stärke 3,4 registriert; laut CIVISA war es in Ponta Delgada mit einer maximalen Intensität von IV zu spüren. Kurz nach Mitternacht, um 00:12 Uhr Ortszeit am Mittwoch, 21. Oktober, ereignete sich etwa 41 Kilometer westlich von Ginetes ein Beben der Stärke 3,2, das in Santo António, Ponta Delgada, mit einer maximalen Intensität von III/IV zu spüren war. Bis etwa 10:00 Uhr Ortszeit am Mittwoch hatte CIVISA fast 100 Nachbeben registriert, alle von geringerer Stärke, wenngleich einige über 3 von den Anwohnern wahrgenommen wurden. Rita Carmo, Forscherin und Vorstandsmitglied von CIVISA, sagte gegenüber Lusa, die seismische Aktivität habe in der Nacht nachgelassen. Sie warnte, der Prozess könne einige Zeit dauern:
„Die Lage stabilisiert sich tendenziell, aber es kann noch dauern, bis ein neues Gleichgewicht erreicht ist.“
Wo das Beben stattfand und was folgen könnte
Das Epizentrum liegt in einem Gebiet namens Fossa Hirondelle, einer submarinen Senke im Atlantik zwischen São Miguel und Terceira, die von tektonischen Verwerfungen begrenzt wird. Carmo sagte, die Erdbeben lägen an einer der Verwerfungen, die diese Senke begrenzen. Es sei natürlich, dass das System auf neue Bedingungen reagiere, während sich die Plattentektonik weiterentwickle. Sie fügte hinzu, Nachbeben ähnlicher oder nahezu gleicher Stärke wie das Hauptbeben seien nicht ungewöhnlich, und nannte Beispiele aus aller Welt. Sie betonte die Grenzen der Vorhersage:
„Wir können nicht vorhersagen, dass ein Erdbeben mit derselben Stärke wie das Hauptbeben eintreten wird, aber es ist eine Situation, die wir nicht vernachlässigen dürfen.“
Sie rief die Bevölkerung auf, die Selbstschutzmaßnahmen für Erdbeben zu beachten.