
Epic Games verschiebt Disney-Shooter und ordnet KI-First-Entwicklung an
Epic Games hat einen Marvel- und Star-Wars-Shooter verschoben, den das Unternehmen mit Disney entwickelt. Ein Regisseur wies das Team an, das Spiel mit KI zu bauen. CEO Tim Sweeney kündigte auf X einen unternehmensweiten KI-Kurswechsel an.
Ein Shooter mit Disney wird zurückgestellt
Epic Games hat einen Shooter verschoben, den das Unternehmen mit Disney entwickelt. Das berichtet Bloomberg am 12. Oktober unter Berufung auf mit dem Projekt vertraute Personen. Das Spiel zeigt Figuren aus Marvel und Star Wars und war für eine Veröffentlichung im März 2027 vorgesehen. Ars Technica fasst den Bloomberg-Bericht zusammen und schreibt, das Projekt sei nun auf unbestimmte Zeit verschoben, inmitten eines KI-bedingten Umbruchs und einer Entwicklung, die unterbesetzt und langsamer als erwartet verlief. Disney hatte 2024 einen Anteil von 1,5 Milliarden Dollar an Epic erworben, um ein mit Fortnite verbundenes Spiele- und Unterhaltungsuniversum aufzubauen.
Laut Bloomberg teilte einer der Regisseure des Spiels dem Team in einer internen Nachricht mit, das Projekt werde einen "AI first"-Ansatz verfolgen, mit "no more hand-written code" und sämtlicher Kunst, die "generated with full AI workflows" werde. Modelle wie Anthropics Claude sollten den Code und die Kunst erzeugen, während menschliche Entwickler die Ergebnisse steuerten und lenkten. Einige Mitarbeiter waren laut dem Bericht von der Nachricht verblüfft und scherzten darüber, in der Hoffnung, sie sei nicht ernst gemeint.
Sweeneys Beitrag auf X
Epic-CEO Tim Sweeney schrieb kurz nach Erscheinen des Bloomberg-Berichts auf X, das Unternehmen "moving developers around to retool for maximum AI acceleration" sei. Im selben Beitrag schrieb er:
Es geht nicht darum, dieselben Dinge mit weniger Leuten zu machen, sondern darum, allen hier zu ermöglichen, MEHR und BESSERES zu bauen und die Vorteile allen Teams zugutekommen zu lassen, die Unreal nutzen.
Epics Kommunikationsdirektor Jake Jones machte die Haltung des Unternehmens in einer Erklärung gegenüber Bloomberg deutlich:
Wir setzen auf KI-beschleunigte Entwicklung, angeführt von Epic-Entwicklern, die die Visionäre und kreativen Treiber für alles sind, was wir tun.
Epic hatte zunächst nicht auf eine Bitte der Nachrichtenagentur AFP um Stellungnahme reagiert, als die Nachricht bekannt wurde.
Stellenabbau und die Debatte über KI
Die Ankündigung fällt in eine hitzige Debatte über den Platz von KI in künstlerischen und kreativen Branchen. Epic hatte im März mehr als 1.000 Mitarbeiter entlassen, etwa ein Fünftel der Belegschaft; Sweeney nannte einen Rückgang des Fortnite-Engagements als Hauptgrund. Damals sagte Sweeney, diese Stellenstreichungen hätten nichts mit KI zu tun. Als ein Internetnutzer ihn wegen der Feindseligkeit zur Rede stellte, die diese Entscheidung ausgelöst hat, antwortete Sweeney, Epics Rolle als Werkzeuganbieter für einen Großteil der Branche bestehe darin, für die Gegenwart zu entwerfen, wie sie ist, und für die Zukunft, wie sie bald sein wird. Er sagte, er persönlich befürworte den Ansatz und glaube, er gebe Kreativen mehr Mittel. Im November 2025 sagte er zudem, Kennzeichnungen zur Offenlegung der KI-Nutzung auf Valves Steam-Plattform "make no sense", weil KI-Werkzeuge "will be involved in nearly all future production" seien.
Branchenumfragen zu generativer KI
Eine September-Umfrage des japanischen Verbands der Videospielverleger (CESA) ergab, dass etwa 86 % der japanischen Entwickler generative KI in ihrer Arbeit einsetzen. Eine Umfrage der Game Developers Conference (GDC) unter mehr als 2.300 Fachleuten beziffert diesen Anteil in Nordamerika auf 36 %. Dieselbe GDC-Umfrage ergab, dass 52 % der Befragten sagen, generative KI sei schlecht für die Branche – gegenüber 30 % im Jahr 2025. Die meisten, die die Werkzeuge nutzen, tun dies für Recherche und Programmierung, nicht für die Erstellung von Assets.
- 2025
- 30 %
- 2026
- 52 %
- Japan (CESA-Umfrage, September)
- 86 %
- Nordamerika (GDC-Umfrage)
- 36 %


