Polizei findet entführtes Neugeborenes aus Gandia-Krankenhaus nach Kokaintest – Eltern und Schwester festgenommen
Ein sieben Tage altes Mädchen, das aus dem Krankenhaus Francesc de Borja in Gandia, Valencia, entführt worden war, wurde am Donnerstagabend von der Nationalpolizei aufgespürt, Stunden nachdem der Vater es angeblich entfernt hatte, um dem Jugendamt zu entgehen.
Die Entführung
Das erst wenige Tage alte Baby wurde am Donnerstagmorgen aus dem Krankenhaus Francesc de Borja in Gandia entführt. Die Eltern – eine spanische Mutter und ein algerischer Vater – hatten das Kind besucht, das nach einem positiven Kokaintest bei der Geburt stationär behandelt wurde. Gegen 7:30 Uhr meldete die Mutter dem Personal, dass das Baby verschwunden sei. Auch der Vater hatte das Gelände verlassen. Der private Sicherheitsdienst des Krankenhauses schlug zunächst Alarm, und Beamte der Abteilung für Familien- und Frauenbetreuung (UFAM) der Polizeidienststelle Gandia übernahmen die Ermittlungen. Einem Bericht zufolge soll der Vater das Baby in einer Sporttasche aus dem Krankenhaus getragen haben.
Sorgerecht und Motiv
Die Generalitat Valenciana hatte über die Territorialdirektion Alicante (woher die Eltern stammen) am Donnerstag aufgrund von Vernachlässigung die Vormundschaft für das Neugeborene übernommen. Der positive Kokaintest des Babys hatte das Einschreiten des Jugendamts ausgelöst. Laut Polizeiquellen, die von La Vanguardia zitiert werden, wussten beide Eltern, dass das Jugendamt das Sorgerecht für ihre Tochter übernehmen würde. Das offensichtliche Motiv für die Entführung war der Versuch, die Behörden daran zu hindern, die Obhut über das Kind zu übernehmen.
Die Suche und Festnahmen
Die Nationalpolizei nahm zunächst die Mutter fest, die im Krankenhaus festgehalten wurde, bevor die formelle Festnahme erfolgte. Die Suche nach dem Vater und dem Säugling dauerte den ganzen Donnerstag an. Spät am Abend orteten die Beamten den Vater und nahmen ihn fest; er hatte das Baby bei Verwandten in Gandia zurückgelassen. Das Neugeborene wurde daraufhin gefunden und wieder ins Krankenhaus eingeliefert. Eine dritte Festnahme erfolgte: die Tochter der Mutter, eine etwa 20-jährige Frau, die verdächtigt wird, geholfen zu haben, das Neugeborene vor dem Jugendamt zu verstecken.
Stand der Ermittlungen
Am Freitagmorgen bestätigte die Nationalpolizei, dass mehrere Ermittlungslinien noch offen sind. Die UFAM-Einheit in Gandia leitete die gesamte Operation – von der anfänglichen Suche bis zur Bergung des Säuglings und den drei Festnahmen. Das Baby befindet sich nun wieder in Krankenhauspflege und unter der Vormundschaft der Regionalbehörden.
Der Vater, ein algerischer Staatsangehöriger, war die Person, die direkt für die Entführung des Minderjährigen verantwortlich war.
Wie es weitergeht
Die Territorialdirektion Alicante hatte bereits Anzeige wegen des Vorfalls erstattet. Die drei Festgenommenen müssen sich einem Gerichtsverfahren stellen, während das Neugeborene weiterhin unter dem Schutz der Generalitat steht. Die Polizei hat keine weiteren Einzelheiten zu den Verwandten bekannt gegeben, die kurzzeitig das Kind versorgten, bevor es zurückgeholt wurde.


