England schlägt Argentinien 31:24 in chaotischem Nations-Championship-Spiel trotz vier gelber Karten
England überstand vier gelbe Karten und eine späte Aufholjagd Argentiniens und gewann 31:24 in Santiago del Estero. Ben Earl erzielte zwei Versuche, und der TMO verweigerte den Gastgebern einen dramatischen Abschluss.
Spielverlauf
England legte mit zwei Versuchen in den ersten 23 Minuten einen Blitzstart hin und führte zur Halbzeit 19:3. Beide Versuche wurden durch präzise Kicks von Fin Smith eingeleitet. Ben Earl erzielte zwei Versuche, und die Gäste hatten das Geschehen im Estadio Unico Madre de Ciudades fest im Griff. Argentinien, anfangs flach und fehleranfällig, fand kein Mittel gegen Englands strukturierten Angriff.
Die zweite Halbzeit wurde chaotisch. Argentinien kämpfte sich zurück, und Englands Disziplin zerfiel. Jack van Poortvliet, Alex Coles, Henry Pollock und Debütant Manny Iyogun mussten alle auf die Bank der Sünder, zeitweise stand England nur mit 13 Spielern auf dem Feld. Auch die Pumas kassierten drei gelbe Karten, konnten die numerische Überlegenheit in den Schlussminuten jedoch nicht nutzen.
Dramatik im Schlussviertel
Marcus Smith und Immanuel Feyi-Waboso erzielten im Schlussviertel Versuche, um England in Führung zu halten. Argentinien drängte auf einen späten Versuch, der ein spannendes Finale ermöglicht hätte, doch der TMO griff ein und verweigerte den Gastgebern den Erfolg. England hielt durch und gewann 31:24, ein versöhnlicher Abschluss der Julitour.
- England erzielt zwei Versuche innerhalb von 23 Minuten, führt zur Halbzeit 19:3
- Argentinien kämpft sich zurück, England kassiert vier gelbe Karten, spielt mit 13 Spielern
- Marcus Smith und Immanuel Feyi-Waboso erzielen Versuche und bauen Englands Führung aus
- TMO verweigert Argentinien einen späten Versuch, England gewinnt 31:24
Fußball-Hintergrund
Argentiniens Rugby-Nationalmannschaft verlieh dem Spiel eine zusätzliche symbolische Ebene, indem sie eine Nachbildung des Trikots der argentinischen Fußball-Weltmeistermannschaft von 1986 trug – das dunkelblaue Jersey, das durch Diego Maradonas „Hand Gottes“-Tor gegen England berühmt wurde. Der Schritt erfolgte nur Tage, nachdem Argentiniens Fußballteam England im Weltcup mit 2:1 besiegt hatte und Spieler ein Banner mit der Aufschrift „Las Malvinas son Argentinas“ hochhielten, das sich auf den Souveränitätsstreit um die Falklandinseln bezog.
Erinnerungen, die Generationen überspannen und im kollektiven Gedächtnis lebendig bleiben. Heute kleidet sich dieses Vermächtnis erneut ein.
Die FIFA erwägt eine Bestrafung für das Banner der Fußballmannschaft. England, sich des Störpotenzials bewusst, wechselte in Buenos Aires das Hotel, um nicht in Feierlichkeiten verwickelt zu werden, falls Argentiniens Fußballer Spanien im Weltcup-Finale schlagen sollten.
Tour-Bilanz
Englands 26.000 Meilen lange Julireise über drei Kontinente brachte gemischte Ergebnisse. Einer deutlichen Niederlage in Johannesburg folgte ein 73:8-Kantersieg gegen Fidschi in Liverpool. Der Sieg in Santiago del Estero, einer Stadt, die als „Mutter der Städte“ bekannt ist und zuvor bereits Südafrika und Schottland zum Stolpern gebracht hatte, gibt Steve Borthwicks Mannschaft vor der spielfreien Zeit ein gewisses Maß an Zufriedenheit.
Disziplinsorgen
Englands Konto an gelben Karten steht nun bei 14 in den letzten zehn Tests – ein Trend, der die Trainer beunruhigen wird. Borthwicks Team zeigte Widerstandsfähigkeit, um mit einer dezimierten Mannschaft zu gewinnen, aber die wiederholten Regelverstöße hielten Argentinien in einem Spiel, das zur Halbzeit bereits entschieden schien.

