
Schweiz streicht Breel Embolo wegen Verurteilung über gefälschtes Covid-Zertifikat aus dem Kader
Der Schweizer Fussballverband hat den Stürmer Breel Embolo am Freitag aus seinem Nations-League-Kader gestrichen, nachdem eine strafrechtliche Verurteilung aus dem Jahr 2025 wegen des Erwerbs gefälschter Covid-19-Testzertifikate bekannt geworden war.
Ausschluss aus dem Nations-League-Kader
Der Schweizer Fussballverband (SFV) strich Stürmer Breel Embolo am 25. September 2026 aus der Nationalmannschaft für die bevorstehenden UEFA-Nations-League-Spiele. Nationalmannschaftsdirektor Pierluigi Tami informierte den 29-jährigen Stürmer von Atlanta United, nachdem Details seiner strafrechtlichen Verurteilung wegen des Erwerbs gefälschter Covid-19-Zertifikate öffentlich geworden waren. Am 25. November 2025 erließ die Staatsanwaltschaft Basel einen Strafbefehl gegen Embolo wegen mehrfacher Aufforderung zur Urkundenfälschung. Es wurde eine bedingte Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu je 3.000 Schweizer Franken mit einer zweijährigen Probezeit verhängt. Embolo hatte sich 2021 über Kontakte zu den Hells Angels zwei gefälschte Testzertifikate beschafft, die von einem Laborangestellten erstellt wurden. Der Spieler akzeptierte den Strafbefehl, sodass das Urteil rechtskräftig wurde.
Ich habe erkannt, dass meine Handlungen damals nicht richtig waren, und habe dafür die Verantwortung übernommen.
- Basler Gericht verhängt bedingte Geldstrafe wegen Verkehrsdelikten
- Embolo besucht Lockdown-Party in Essen, erhält Geldstrafen von Stadt und Verein
- Gericht verurteilt Embolo zu 45 Tagessätzen wegen Bedrohung aus einem Vorfall von 2018
- Basler Staatsanwaltschaft erlässt Strafbefehl wegen gefälschter Covid-Zertifikate
- Schweizer Fussballverband schließt Embolo aus Nations-League-Kader aus
Zertifikatsskandale belasten die Führung der Nationalmannschaft
Embolo ist der zweite erfahrene Spieler, der in derselben Woche wegen Zertifikatsfälschungen aus der Pandemiezeit aus dem Schweizer Kader gestrichen wurde. Mannschaftskapitän Granit Xhaka hatte Anfang der Woche bekannt gegeben, dass er nicht zur Verfügung stehe, nachdem er in sozialen Medien zugegeben hatte, ein gefälschtes Impfzertifikat gekauft zu haben. Schweizer Medienberichte vom 25. September enthüllten, dass Xhaka die gefälschten Dokumente im Juli 2022 nutzte, um für eine Arsenal-Vorbereitungstour in die USA einzureisen. SFV-Präsident Peter Knäbel hatte am Montag erklärt, dass Xhaka für Nationalmannschaftsspiele oder große internationale Turniere keinen Impfnachweis benötige. Das gleichzeitige Fehlen von Xhaka und Embolo beraubt das Team zweier Mitglieder seines Führungsrates für die vier anstehenden Nations-League-Spiele gegen Nordmazedonien, Schottland und Slowenien.
Reaktion des Verbands und taktische Anpassungen
Cheftrainer Murat Yakin äußerte sich am 25. September während einer Pressekonferenz in Skopje vor dem Samstagsspiel gegen Nordmazedonien zu den Unruhen im Kader. Embolo war bereits für das Eröffnungsspiel gesperrt, aber die Entscheidung des Verbands hindert ihn daran, für die restlichen drei Spiele ins Camp zu kommen.
Diese Entscheidung wurde auf Verbandsebene getroffen. Ich habe sie zwar besprochen und war eingebunden, aber die Entscheidung kam nicht von mir.
SFV-Kommunikationschef Adrian Arnold erklärte, dass Embolo den Verband am Mittwoch über die Verurteilung informiert habe, und fügte hinzu, dass die Disziplinarmaßnahme nur für das aktuelle Länderspielfenster gelte und nicht für die Spiele im November. Yakin stellte fest, dass der Kader über offensive Alternativen verfüge, und nannte Zeki Amdouni, Cedric Itten und Winsley Boteli, während er die Möglichkeit von Nachnominierungen für die folgenden Heimspiele in Luzern offen ließ. SRF-Kommentator Sascha Ruefer kritisierte in Skopje das Vorgehen des Verbands und bezeichnete den plötzlichen Ausschluss als unkoordinierte Reaktion, nachdem die Verantwortlichen von Medienberichten überrascht worden waren.
Geschichte früherer rechtlicher Sanktionen
Der Urkundenfälschungs-Urteil folgt auf mehrere rechtliche Vorfälle mit Embolo im Laufe seiner Profikarriere. Im März 2017 verhängte ein Basler Gericht eine bedingte Geldstrafe von 10 Tagessätzen zu je 1.000 Schweizer Franken wegen Verkehrsdelikten, darunter Fahren ohne Fahrerlaubnis und fehlende erforderliche Papiere. Wiederholte Geschwindigkeitsüberschreitungen während der anschließenden Bewährungszeit führten 2019 zum Führerscheinentzug. Im Januar 2021 verstieß Embolo gegen Lockdown-Bestimmungen, indem er an einer Party in Essen teilnahm; er erhielt eine Geldstrafe von 8.400 Euro von den Stadtbehörden sowie eine interne Geldstrafe von rund 200.000 Euro von Borussia Mönchengladbach. Im September 2025 wurde Embolo zu einer bedingten Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu je 3.000 Schweizer Franken verurteilt wegen mehrfacher Bedrohung im Zusammenhang mit einer Auseinandersetzung im Mai 2018 in Basel, mit einer zweijährigen Bewährungszeit ab April 2026, nachdem er auf Rechtsmittel verzichtete.
- Verkehrsdelikte 2017
- 10 Tagessätze
- Bedrohungsfall 2025
- 45 Tagessätze
- Covid-Urkundenfälschung 2025
- 20 Tagessätze


