
Portugals Regierung lehnt bedingungslosen sechsmonatigen Elternurlaub ab und besteht auf geteiltem Urlaub, um Kosten und Geschlechtergefälle zu begrenzen
Ministerin Maria do Rosário Palma Ramalho erklärte vor dem Parlament, dass ein Bürgerantrag auf sechs Monate bei vollem Gehalt ohne verpflichtende Teilung 485–500 Millionen Euro kosten würde – doppelt so viel wie der Regierungsplan mit 226–230 Millionen Euro.
Zwei konkurrierende Vorschläge
Die Anhörung, die von der Sozialdemokratischen Partei (PSD) beantragt wurde, prüfte eine von über 40.000 Menschen unterzeichnete Bürgerinitiative, die den anfänglichen Elternurlaub auf 180 Tage bei 100% Gehalt verlängern würde, ohne dass die Eltern den Urlaub teilen müssen. Der eigene Plan der Regierung, der bereits im Staatshaushalt 2026 eingeplant ist, verlängert den Urlaub ebenfalls auf sechs Monate bei vollem Gehalt, macht aber die letzten 60 Tage von einer gleichberechtigten Teilung zwischen Mutter und Vater abhängig. Das Arbeitsreformpaket, das den Vorschlag der Regierung enthielt, wurde im Juni vom Parlament abgelehnt, aber die Elternurlaubskomponente bleibt in der Diskussion.
Die Kostenlücke
Nach Angaben des Arbeitsministeriums würde das Modell der Regierung mit geteiltem Urlaub zwischen 226 und 230 Millionen Euro pro Jahr kosten. Die Bürgerinitiative würde dies auf 485 bis 500 Millionen Euro erhöhen, etwa 275 Millionen Euro mehr. Die Mehrkosten setzen sich zusammen aus 107 Millionen Euro für die schrittweise Verlängerung der Urlaubszeit und 150 Millionen Euro für den ausschließlichen Urlaub des Vaters, zusätzlich zur Basislinie von 228 Millionen Euro. „Es gibt derzeit keine finanzielle Nachhaltigkeit für diesen Vorschlag“, sagte Palma Ramalho den Abgeordneten und fügte hinzu, dass die Regierung nur für die bereits geplanten Maßnahmen Haushaltsspielraum habe.
Die Regierung hatte diesen Anstieg um 228 Millionen bereits vorhergesehen, was nicht wenig ist, und ist bereit, etwas Ähnliches aufzunehmen, weil es bereits da ist.
- Regierung (geteilt)
- 228 Mio. €
- Bürgerinitiative (bedingungslos)
- 493 Mio. €
Gleichstellung der Geschlechter auf dem Spiel
Die Ministerin argumentierte, dass ein bedingungsloser Urlaub bestehende Ungleichheiten vertiefen würde. Daten der Sozialversicherung für 2024 zeigen, dass der durchschnittliche anfängliche Elternurlaub 152 Tage dauert, aber Frauen nehmen durchschnittlich 138,9 Tage in Anspruch, während Männer nur 34,5 Tage nehmen. Im selben Jahr wurden 72.041 Verfahren für den ausschließlichen Urlaub des Vaters im obligatorischen Zeitraum eröffnet, verglichen mit 54.000 im optionalen Zeitraum. Palma Ramalho warnte, dass ohne eine Teilungsverpflichtung Frauen weiterhin die Karrierekosten tragen würden: Einstellungsdiskriminierung, Kündigung während der Schwangerschaft oder des Urlaubs, langsamere Karriereentwicklung und eine wachsende Lohnlücke.
Jede Maßnahme, die das Potenzial für eine Fortsetzung dieser Entwicklung erhöht, ist eine Maßnahme, die gegen den Grundsatz der Gleichheit von Männern und Frauen verstößt.
Das Teilungsmodell als Schutz
Der Vorschlag der Regierung knüpft den 100%igen Gehaltsbezug an die Bedingung, dass die letzten 60 Tage gleichmäßig aufgeteilt werden. Palma Ramalho verwies auf Schweden als Beispiel für Maßnahmen, die geteilten Urlaub fördern, und betonte, dass auch die Europäische Union die Förderung des Gleichgewichts vorschreibt. Sie wies die Idee zurück, dass die Begrenzung des Stillurlaubs auf zwei Jahre auf Vorurteilen beruhe, und sagte, es gehe nicht um die Stillzeit, sondern um die Kosten für die Arbeitgeber, die acht Stunden bezahlen, während der Arbeitnehmer sechs Stunden arbeitet.
Wir müssen auf dem Boden der Tatsachen bleiben. Es gibt keine Vorurteile gegenüber stillenden Müttern. Es geht nicht um die Stillzeit, sondern um die Zeit, die der Arbeitgeber bezahlt: acht Stunden am Tag für sechs Stunden Arbeit.
Wie es weitergeht
Die parlamentarische Debatte über den Elternurlaub dauert ohne Konsens an. Die Regierung hat signalisiert, dass sie die Bürgerinitiative in ihrer jetzigen Form nicht unterstützen wird, während die Befürworter der Initiative darauf bestehen, dass Familien die Option eines längeren, voll bezahlten Urlaubs ohne verpflichtende Teilung haben sollten. Es wurde noch kein Abstimmungstermin festgelegt.
- Arbeitsreformpaket, einschließlich Änderungen beim Elternurlaub, vom Parlament abgelehnt.
- Ministerin sagt vor Ausschuss aus, lehnt bedingungslosen Urlaub ab.
- Kein Konsens erzielt; parlamentarische Debatte läuft.

