
Simon Stones Elsinore eröffnet das 70. BFI London Film Festival mit Andrew Scott
Das 70. BFI London Film Festival hat am Mittwoch mit der Europapremiere von Elsinore begonnen, Simon Stones Porträt des Schauspielers Ian Charleson, und damit in der Royal Festival Hall ein elftägiges Programm mit 251 Filmen eröffnet.
Premiere in der Royal Festival Hall
Das 70. BFI London Film Festival wurde am Mittwochabend mit der Europapremiere von Simon Stones biografischem Drama Elsinore in der Royal Festival Hall eröffnet. Das von Stephen Beresford geschriebene Werk kam nach Vorführungen in Telluride und Toronto nach London. Stone erschien gemeinsam mit Hauptdarsteller Andrew Scott und den weiteren Darstellerinnen und Darstellern Olivia Colman, Billie Piper und Johnny Flynn. Scott erhielt stehenden Applaus, als der Abspann lief. Vor der Vorführung beschrieb Stone die emotionale Stimmung unter Cast und Crew während der Dreharbeiten.
Mehr als einmal mussten verschiedene Crewmitglieder Schluchzen und Tränen unterdrücken. Mir ist das ein paar Mal passiert.
Die Bühnenproduktion von Hamlet
Der Film spielt in den späten 1980er Jahren unter der Regierung von Margaret Thatcher und erzählt, wie der schottische Schauspieler Ian Charleson die Hauptrolle in Hamlet am National Theatre in London übernahm. Charleson, bekannt aus dem Film Chariots of Fire von 1981, sprang 1989 in die Produktion ein, nachdem Daniel Day-Lewis während einer Vorstellung die Bühne verlassen hatte. Charleson nahm die Rolle von Regisseur Richard Eyre an, während er privat mit einer AIDS-Diagnose und einem Kaposi-Sarkom lebte. Trotz seiner sich verschlechternden Gesundheit absolvierte er 24 dreistündige Vorstellungen, bevor er die Bühne verließ; sieben Wochen später starb er 1990 im Alter von 40 Jahren. Auf dem roten Teppich sprach Scott darüber, Charleson als offen schwulen Schauspieler zu verkörpern.
Ich bin so dankbar, dass ich diese Rolle überhaupt spielen darf. Ich bin mir nicht sicher, ob man mich noch vor zehn Jahren als offen schwulen Schauspieler in einen solchen Film gesteckt hätte.
Die realen Vorbilder betreten die Bühne
Nach der Vorführung rief Kristy Matheson, Direktorin der BFI Festivals, Scott auf die Bühne, um die realen Personen vorzustellen, die die Geschichte inspiriert haben – gemeinsam mit den Schauspielerinnen und Schauspielern, die sie verkörpern. Zu der Gruppe gehörten Linda Tolhurst, 46 Jahre lang Pförtnerin am Bühneneingang des National Theatre, neben Monica Dolan, der Gewandmeister Ralph Mills mit Paul Chahidi, Regisseur Sean Mathias mit Matthew Beard und Charlesons Schwester Lizzie Charleson. Dr. Margaret Johnson, die HIV- und AIDS-Beraterin, die von Colman gespielt wird, erhielt stehenden Applaus. Scott beendete die Präsentation, indem er in Erinnerung an Charleson einen Disco-Titel von Ethel Merman spielte: There's No Business Like Show Business.
Wir möchten, dass Sie sich nicht nur an Ians Tod erinnern können, sondern daran, wie außergewöhnlich er lebte – mit solchem Schwung, solcher Lebenslust, Wärme, Charme, Leidenschaft und Begabung.
Programm der 70. Festivalausgabe
Die Eröffnung läutet einen elftägigen Spielplan bis zum 18. Oktober 2026 ein, der 251 Filme aus 88 Ländern zeigt. Zum Programm gehört Luca Guadagninos biografische Komödie Artificial mit Andrew Garfield als OpenAI-Gründer Sam Altman. Neon erwarb Artificial, nachdem Amazon MGM Studios das Projekt im Sommer 2026 fallen gelassen hatte. Weitere Filme im Programm sind Ava DuVernays 14th, das rumänisch-norwegische Drama Fjord, der spanische Spielfilm Bola Negra und Minotaur, der einen russischen Manager während des Ukraine-Kriegs begleitet.
- Elsinore wird beim Telluride Film Festival uraufgeführt
- Der Film wird beim Toronto International Film Festival gezeigt
- Elsinore eröffnet das 70. BFI London Film Festival in der Royal Festival Hall
- Das 70. BFI London Film Festival endet nach der Vorführung von 251 Filmen


