
Eisenbahngewerkschaft EVG droht mit bundesweiten Regionalstreiks im Januar wegen Sicherheitsgesetzen
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG hat gewarnt, dass sie die Januar-Dienstpläne bei DB Regio und privaten Regionalbahnen blockieren werde, falls die Bundesregierung nicht noch vor Jahresende einen Gesetzentwurf zur Verschärfung der Strafen für Angriffe auf Zugpersonal vorlegt.
Streikultimatum wegen blockierter Sicherheitsgesetzgebung
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG hat damit gedroht, im Januar den regionalen Personenverkehr in ganz Deutschland lahmzulegen, wenn die Bundesregierung nicht noch vor Jahresende einen Gesetzentwurf zur Verschärfung der Strafen für Angriffe auf Zugbegleiter in den Bundestag einbringt. Die Gewerkschaft gab bekannt, dass ihre Betriebsräte bei DB Regio und privaten Regionalbahnbetreibern die erforderliche Zustimmung zu den Dienstplänen für Januar 2027 verweigern werden, falls der Gesetzentwurf nicht vorankommt. EVG-Chef Martin Burkert sagte der Bild am Sonntag, dass politische Führungskräfte nach gewalttätigen Vorfällen gegen Beschäftigte des Nahverkehrs lediglich verbale Anteilnahme ohne konkrete Maßnahmen gezeigt hätten.
Das versprochene Gesetz für härtere Strafen bei Angriffen auf Zugpersonal muss noch dieses Jahr in den Bundestag eingebracht werden, sonst werden wir im Januar den Betrieb einstellen.
Burkert warf der Regierung vor, das Bahnpersonal im Außendienst zu vernachlässigen, und betonte, dass die Gewerkschaft den verstorbenen Zugbegleiter nicht vergessen habe, auch wenn die Politiker ihn vergessen hätten.
Es gab besorgte Gesichter und große Worte von Politikern, aber keine Taten. Die Regierung verweigert die Arbeit, und die Eisenbahner zahlen dafür mit ihrer Gesundheit oder sogar ihrem Leben.
Gewalt gegen Personal und die Tötung im Februar
Das Ultimatum der Gewerkschaft folgt unmittelbar auf den Tod des Zugbegleiters Serkan Çalar, der Anfang Februar bei einer Fahrkartenkontrolle in einem Regionalexpress von einem Fahrgast angegriffen und tödlich verletzt wurde. Der Verantwortliche für den tödlichen Angriff wurde später wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt und zu zehn Jahren Haft verurteilt. Gewerkschaftsvertreter wiesen darauf hin, dass Zugbegleiter zunehmend auf Feindseligkeit von Reisenden stoßen – von verbalen Beschimpfungen wegen Verspätungen und Anschlussverlusten bis hin zu tätlichen Angriffen.
- Zugbegleiter Serkan Çalar wird bei einer Fahrkartenkontrolle in einem Regionalzug tödlich angegriffen
- EVG stellt Ultimatum und droht, Januar-Dienstpläne zu blockieren und Regionalverkehr lahmzulegen
- Ziel des Ministeriums: Der Bundestag soll den Sicherheitsentwurf beraten und möglicherweise verabschieden
- Betriebsräte wollen bei fehlendem Gesetzentwurf die Dienstplanfreigabe verweigern
Ralf Damde, Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats bei DB Regio, erklärte, dass statistisch gesehen jeden Tag acht Eisenbahnmitarbeiter im Dienst angegriffen werden. Damde führte aus, dass die Mitarbeiter derzeit ihren Dienst antreten, ohne zu wissen, ob sie sicher nach Hause zurückkehren werden. Er warnte, dass die Betriebsräte die Zustimmung zu den anstehenden Dienstplänen verweigern werden, falls das Gesetzesvorhaben weiterhin im Ministerium blockiert wird – aus politischer Stagnation werde so eine betriebliche Stilllegung des Personenverkehrs.
Koalitionsverhandlungen über Strafverschärfungen
Nach dem tödlichen Vorfall im Februar kündigte die Bundesregierung an, Eisenbahnmitarbeiter als besonders geschützte Berufsgruppe in einen von Justizministerin Stefanie Hubig vorbereiteten Gesetzentwurf aufnehmen zu wollen. Der ursprüngliche Entwurf sah vor, die Strafen für Angriffe auf Einsatzkräfte – darunter Rettungssanitäter, Feuerwehrleute, Ärzte und Pflegekräfte – zu verschärfen. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger erklärte, dass die Sicherheit der Bahn kein Randthema, sondern eine grundlegende Voraussetzung für einen funktionierenden öffentlichen Nahverkehr sei, und kündigte interne Regierungsgespräche an, um sicherzustellen, dass Bahnpersonal den gleichen rechtlichen Schutz erhält.
Ein Sprecher des Bundesjustizministeriums bestätigte, dass sich der Gesetzentwurf noch in der Ressortabstimmung befinde. Das Ministerium erklärte, dass das offizielle Ziel darin bestehe, dem Bundestag noch vor Jahresende eine Beratung und mögliche Verabschiedung des Gesetzes zu ermöglichen. Der Sprecher machte keine Angaben dazu, ob Zugbegleiter ausdrücklich in die endgültige Fassung des dem Parlament vorgelegten Entwurfs aufgenommen werden.


