
Roms Flughäfen warnen: EU-Biometriekontrollen könnten wegen drohenden Sommerreisewirrwarrs ausgesetzt werden
Der CEO von Aeroporti di Roma, Marco Troncone, sagt, das neue Einreise-/Ausreisesystem sei mit den Spitzenvolumina im Sommer nicht vereinbar, was die Aussicht auf eine Aussetzung zur Vermeidung langer Warteschlangen erhöht.
Rom schlägt Alarm
Der Vorstandsvorsitzende von Aeroporti di Roma, Marco Troncone, sagte der Financial Times, dass sich das neue europäische Einreise-/Ausreisesystem (EES) als unvereinbar mit den in diesem Sommer erwarteten Passagierzahlen erweise. Er warnte, dass die einzige Möglichkeit, ein Chaos an den Flughäfen Fiumicino und Ciampino zu vermeiden, die vollständige Aussetzung der biometrischen Kontrollen sein könnte.
Das Verfahren erweist sich als unvereinbar mit den Spitzenvolumina, denen wir gegenüberstehen werden. Die einzige Möglichkeit ist also, das Ventil zu öffnen. Es gibt keine Möglichkeit, eine 100-prozentige Erfassung zu gewährleisten.
Troncones Äußerungen spiegeln die Frustration wider, die sich seit der vollständigen Einführung des Systems im April aufgebaut hat. Flughafenbetreiber berichten, dass die Selbstbedienungskioske häufig ausfallen und selbst Reisende, die bereits registriert sind, oft gezwungen sind, das gesamte Verfahren zu wiederholen, was die Staus verschlimmert.
Wie das Einreise-/Ausreisesystem funktioniert
Das EES verlangt von allen Nicht-EU-Bürgern, die für Kurzaufenthalte (90 Tage innerhalb eines beliebigen 180-Tage-Zeitraums) in den Schengen-Raum einreisen, dass sie an ihrem ersten Einreiseort biometrische Daten – Fingerabdrücke, Gesichtserkennung und Iris-Scans – sowie Passinformationen registrieren. Das System ersetzte die manuelle Passkontrolle und gilt für 29 Länder: 25 EU-Mitgliedstaaten (ohne Zypern und Irland) sowie Island, Norwegen, Liechtenstein und die Schweiz.
Eine schrittweise Einführung begann am 11. Oktober 2025, als nur 10 % der berechtigten Passagiere abgefertigt wurden. Der Vollbetrieb startete am 10. April 2026, obwohl die italienische Tageszeitung Il Fatto Quotidiano den 17. April als Datum der Inbetriebnahme angibt. Seitdem wurden nach Angaben der Europäischen Kommission mehr als 1.100 Personen identifiziert, die als Sicherheitsbedrohung eingestuft wurden.
Wachsende Unzufriedenheit in ganz Europa
Rom ist nicht allein. Die Flughafenbehörden in Griechenland haben bereits signalisiert, dass sie das EES während der Sommermonate aussetzen könnten, und das Land hat britische Touristen bis September von den biometrischen Kontrollen befreit. Frankreich und Portugal haben das System nach dem Zusammenbruch ihrer Flughäfen mehrfach gestoppt.
Die Prozesse müssen besser funktionieren. Die Selbstbedienungsstationen müssen funktionieren, und das tun sie derzeit nicht.
Die International Air Transport Association (IATA) befürchtet, dass die Wartezeiten an den am stärksten überlasteten Flughäfen sechs Stunden erreichen könnten. Die Fluggesellschaften raten den Passagieren, mindestens drei Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein, und garantieren keinen automatischen Schutz für Anschlussflüge, wenn Verzögerungen durch die Kontrollen verursacht werden. Der World Travel & Tourism Council schätzt, dass EES-bedingte Grenzverzögerungen bis zu 41 Millionen Besucherankünfte und 45,4 Milliarden US-Dollar an Tourismuseinnahmen in der EU gefährden könnten.
- EES schrittweise eingeführt, deckt 10% der Nicht-EU-Passagiere ab
- Vollbetrieb an allen Schengen-Luftgrenzen beginnt
- Roms Flughäfen warnen vor Sommerchaos; Griechenland, Frankreich, Portugal setzen Kontrollen aus oder ändern sie
Kommission verteidigt das System
Ein Sprecher der Europäischen Kommission sagte der Financial Times, dass eine einzelne EES-Kontrolle 70 Sekunden dauere und dass die Verordnung den Mitgliedstaaten bereits erlaube, die Erhebung biometrischer Daten auszusetzen, wenn außergewöhnliche Umstände zu übermäßigen Wartezeiten führen.
Die EES-Regeln gewährleisten die nötige Flexibilität, um Grenzen flüssig zu halten, da die Erhebung biometrischer Daten ausgesetzt werden kann, wenn außergewöhnliche Umstände zu übermäßigen Wartezeiten führen.
Brüssel verweist auf die Sicherheitsgewinne und besteht darauf, dass die Architektur solide sei. Flughafenbetreiber entgegnen, dass sich die versprochene Flexibilität noch nicht in betriebliche Erleichterungen vor Ort umgesetzt habe.
