
Brasiliens Oberster Gerichtshof verurteilt Eduardo Bolsonaro wegen US-Lobbyarbeit im Putschprozess seines Vaters zu 4 Jahren und 2 Monaten
Der Oberste Gerichtshof Brasiliens hat Eduardo Bolsonaro, Sohn des ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro, einstimmig verurteilt, weil er US-Beamte dazu gedrängt hatte, Sanktionen gegen brasilianische Richter zu verhängen, um den Putschprozess seines Vaters im Jahr 2025 zu beeinflussen. Das Urteil sieht eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und zwei Monaten sowie ein achtjähriges Verbot der Bekleidung öffentlicher Ämter vor.
Urteil
Der Oberste Bundesgerichtshof Brasiliens (STF) verurteilte den ehemaligen Bundesabgeordneten Eduardo Bolsonaro am 16. Juni 2026 und befand ihn der Nötigung im Rahmen eines Gerichtsverfahrens für schuldig. Der einstimmige Beschluss der Ersten Kammer des Gerichts sieht eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und zwei Monaten vor, die zunächst im halboffenen Vollzug verbüßt werden soll. Darüber hinaus verhängte das Gericht eine Geldstrafe von rund 30.000 Euro und belegte ihn für acht Jahre mit einem Verbot, öffentliche Ämter zu bekleiden – ein Zeitraum, den einige Medien, darunter die Frankfurter Allgemeine, mit bis zu zwölf Jahren angaben. Das Urteil entzieht Eduardo Bolsonaro zudem den Status eines Bundespolizisten.
Es ist nicht die Aufgabe eines Bundesabgeordneten, im Ausland gegen das eigene Land zu lobbyieren.
US-Lobbyarbeit und Anklage
Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft hat Eduardo Bolsonaro – der im Februar 2025 in die Vereinigten Staaten zog – aktiv mit Mitgliedern der Trump-Administration koordiniert, um Druck auf die Richter auszuüben, die den Fall seines Vaters bearbeiteten. Er soll auf Finanzsanktionen gegen den Obersten Richter Alexandre de Moraes sowie auf Zölle für brasilianische Waren gedrängt haben. Die US-Regierung verhängte daraufhin im Jahr 2025 40-prozentige Zölle auf brasilianische Produkte und belegte Richter Moraes mit Sanktionen, wobei sie sich auf eine „Hexenjagd“ gegen Jair Bolsonaro berief. Diese Maßnahmen wurden nach einem Treffen zwischen Präsident Donald Trump und Präsident Luiz Inácio Lula da Silva im Oktober 2025 weitgehend rückgängig gemacht.
Die Verurteilung scheint eindeutig Rache an Eduardo zu sein … wir leben nicht mehr in einer vollen Demokratie.
Politische und familiäre Reaktionen
Eduardo Bolsonaros Bruder, Senator Flávio Bolsonaro – der wichtigste Kandidat der Opposition für die Präsidentschaftswahl im Oktober 2026 – bezeichnete das Urteil als „pure Rache“ und eine „persönliche Angelegenheit“ der Richter und argumentierte, dass der Oberste Gerichtshof nicht zuständig sei, da Eduardo zum Zeitpunkt der Anklage kein Abgeordneter mehr war. Eduardo selbst, der als Ersatzkandidat für einen Senatssitz kandidieren wollte, verurteilte den Prozess als politisch motiviert. „Das wahre Ziel dieses sinnlosen Prozesses ist nur eines: meinen Namen von den Wahlen zu streichen“, schrieb er in den sozialen Medien. Seine Verteidigung kündigte an, Berufung einzulegen, und argumentierte, dass seine Handlungen legitime politische Aktivitäten darstellten.
Weiterer Kontext
Die Verurteilung verschärft die rechtlichen Probleme der Familie Bolsonaro. Jair Bolsonaro, der von 2019 bis 2022 regierte, wurde im September 2025 zu 27 Jahren Haft verurteilt, weil er eine kriminelle Vereinigung anführte, die seinen Wahlverlust gegen Lula im Jahr 2022 rückgängig machen wollte. Er verbüßt seine Strafe derzeit unter humanitärem Hausarrest, nachdem er an einer Lungenentzündung erkrankt war. Eduardo Bolsonaros US-Lobbyarbeit wurde teilweise durch Geld finanziert, das ihm sein Vater geschickt hatte, was das Gericht dazu veranlasste, seine Bankkonten und Vermögenswerte im Juli 2025 einzufrieren. Die Familie bleibt eine dominante Kraft im rechten Spektrum Brasiliens, und es wird erwartet, dass das Urteil den Präsidentschaftswahlkampf im Oktober beeinflussen wird.
Das wahre Ziel dieses sinnlosen Prozesses ist nur eines: meinen Namen von den Wahlen zu streichen.


