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US-Arzt nach Behandlung seltener Bundibugyo-Ebola-Variante aus Berliner Charité entlassen

Peter Stafford, ein 39-jähriger amerikanischer Missionsarzt, wurde am Samstag nach erfolgreicher Behandlung der seltenen Bundibugyo-Variante des Ebola-Virus aus der Berliner Charité entlassen. Seine Frau und vier Kinder, die während der Quarantäne symptomfrei blieben, wurden ebenfalls freigegeben.

Entlassung nach Wochen der Isolation

Peter Stafford, Arzt der christlichen NGO Serge, wurde am Samstag, den 6. Juni 2026, zusammen mit seiner Frau und vier Kindern aus der Charité in Berlin entlassen. Das örtliche Gesundheitsamt hob die Isolationsanordnung am Mittag auf, im Einklang mit internationalen Standards, nachdem tägliche Kontrolltests seit dem 30. Mai kein Virus mehr bei Stafford nachgewiesen hatten. Seine Familienmitglieder, die als Hochrisikokontakte eingestuft waren, entwickelten nie Symptome und absolvierten eine 21-tägige Quarantänezeit seit ihrem letzten Kontakt.

Wir freuen uns sehr über den erfolgreichen Behandlungsverlauf und betrachten dies als einen bedeutenden therapeutischen Erfolg.

Der klinische Verlauf

Stafford wurde am 20. Mai in die Hochsicherheits-Isolierstation für Infektionskrankheiten auf dem Campus Virchow-Klinikum der Charité aufgenommen. Er kam aus Uganda mit einem speziellen medizinischen Flugzeug, nachdem er sich bei der Behandlung von Patienten im Nyankunde-Krankenhaus im Osten der Demokratischen Republik Kongo mit dem Virus infiziert hatte. Anfangs sehr schwach und mit einer hohen Viruslast, erhielt er eine Kombination aus antiviraler Therapie, einschließlich des Medikaments Remdesivir des US-amerikanischen Unternehmens Gilead, und experimentellen Antikörperbehandlungen. Seine Symptome ließen innerhalb der ersten Woche deutlich nach, und die Laborwerte normalisierten sich im Laufe seines Aufenthalts.

Zeitleiste von Staffords Behandlung in der Charité
  1. Stafford wird in die Spezialisolierstation der Charité aufgenommen; Bundibugyo-Virus per PCR bestätigt.
  2. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken besucht die Charité, um mit Ärzten über Staffords Zustand zu sprechen.
  3. Erster Tag ohne Virusnachweis in den täglichen Kontrolltests.
  4. Gesundheitsamt hebt Isolationsanordnung auf; Stafford und Familie werden bei guter Gesundheit entlassen.

Eine seltene und gefährliche Variante

Das bei Stafford nachgewiesene Bundibugyo-Virus ist eine seltene Form von Ebola, für die es keinen zugelassenen Impfstoff oder keine spezifische Therapie gibt. Der Erreger wird durch Körperflüssigkeiten und Kontakt mit infizierten Personen übertragen. Die spezielle Isolierstation der Charité, die größte Einrichtung dieser Art in Deutschland und die einzige, die Infektionskrankheitenversorgung mit Intensivpflege kombiniert, wurde von Klinikdirektor Leif Erik Sander als „unverzichtbarer“ Bestandteil bei der Behandlung hochpathogener Infektionen beschrieben.

Ich habe eine erstklassige Versorgung erhalten, einschließlich experimenteller Behandlungen, die derzeit für diesen Virustyp getestet werden. Unsere Gedanken sind bei den Menschen im Kongo, die nicht die Möglichkeit haben, eine solche Versorgung zu erhalten.

Der Ausbruch in Zentralafrika

Die Demokratische Republik Kongo bleibt das Epizentrum des aktuellen Ebola-Ausbruchs. Die Weltgesundheitsorganisation erklärte Mitte Mai einen „gesundheitlichen Notstand von internationaler Tragweite“ – ihre zweithöchste Alarmstufe. Der jüngste WHO-Bericht zählte 452 bestätigte Fälle, während das Africa CDC 381 bestätigte Fälle allein in der DRK meldete. Mehr als 60 Ebola-bedingte Todesfälle wurden von der WHO bestätigt, mit zusätzlichen Verdachtsfällen. Die Zahl der Verdachtsfälle in der DRK und dem benachbarten Uganda, die vorübergehend auf über 900 gestiegen war, ist zuletzt stark zurückgegangen. Es bleibt unklar, wer die medizinischen Kosten für Staffords Behandlung übernehmen wird oder ob die Familie in den Kongo zurückkehren wird.

Ebola-Ausbruchszahlen in Zentralafrika (Juni 2026) · cases
Von der WHO bestätigte Fälle
452 cases
Vom Africa CDC bestätigte Fälle (DRK)
381 cases
Von der WHO bestätigte Todesfälle
60 cases
Höchststand der Verdachtsfälle (DRK & Uganda)
900 cases
Berlin · Nyankunde

8 Quellen

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