
Amerikanischer Arzt nach Behandlung mit experimenteller Therapie in Berlin von Ebola geheilt entlassen
Peter Stafford, ein 39-jähriger amerikanischer Missionsarzt, wurde am 6. Juni nach 17-tägiger Behandlung des seltenen Bundibugyo-Stammes des Ebola-Virus, für den es keinen zugelassenen Impfstoff gibt, aus der Berliner Charité entlassen.
Genesung in Berlin
Ein amerikanischer Arzt, der sich während seiner Arbeit in der Demokratischen Republik Kongo mit dem Bundibugyo-Stamm des Ebola-Virus infiziert hatte, wurde in gutem Gesundheitszustand aus der Berliner Charité entlassen. Peter Stafford, ein 39-jähriger Chirurg der christlichen Missionsorganisation Serge, wurde am 20. Mai mit ausgeprägten Symptomen und einer hohen Viruslast eingeliefert. Nach einer Kombination aus antiviraler Therapie und unterstützender Behandlung war das Virus ab dem 30. Mai in den täglichen Nachuntersuchungen nicht mehr nachweisbar. Die zuständige Gesundheitsbehörde hob die Isolationsverfügung am Mittag des 6. Juni gemäß internationalen Standards auf.
Ich habe eine erstklassige Betreuung erhalten, einschließlich experimenteller Therapien, die derzeit für diesen Virustyp erprobt werden.
Ende der Familienquarantäne
Staffords Frau, ebenfalls Ärztin, und ihre vier Kinder wurden als Hochrisikokontakte eingestuft und in einem separaten Bereich der Spezialisolierstation untergebracht. Keiner von ihnen entwickelte Symptome, und Labortests ergaben keinen Virusnachweis. Ihre Quarantäne wurde gleichzeitig am Samstag, 21 Tage nach dem letzten Hochrisikokontakt, aufgehoben. Die Familie war auf Wunsch der US-Regierung unter strengen Sicherheitsvorkehrungen mit einem Spezialflugzeug aus Uganda nach Berlin gebracht worden.
Experimenteller Behandlungsansatz
Für den Bundibugyo-Stamm, der den aktuellen Ausbruch verursacht, gibt es weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine spezifische Therapie. Das Team der Charité behandelte Stafford mit einer Kombination aus Antikörpern und dem antiviralen Medikament Remdesivir, das vom US-amerikanischen Unternehmen Gilead Sciences hergestellt wird. Professor Leif Erik Sander, Direktor der Klinik für Infektiologie, beschrieb die Spezialisolierstation mit ihren höchsten Sicherheitsstandards als unverzichtbares Element für das Management hochpathogener Infektionen.
Angesichts zunehmender globaler Risiken unterstreicht dieser Fall die entscheidende Bedeutung solcher spezialisierter Strukturen für die Gesundheitssicherheit.
Ausbruch in Zentralafrika
Die Weltgesundheitsorganisation erklärte den Ausbruch am 17. Mai zur gesundheitlichen Notlage internationaler Tragweite, der zweithöchsten Alarmstufe. Im letzten täglichen Update verzeichnete die WHO 452 bestätigte Ebola-Fälle in der DRK, darunter 82 Todesfälle, seit die Epidemie vor drei Wochen ausgerufen wurde. Das benachbarte Uganda meldete 19 bestätigte Fälle mit zwei Todesfällen. Die Zahl der Verdachtsfälle in beiden Ländern war vorübergehend auf über 900 gestiegen, ist aber seitdem stark zurückgegangen. Der Bundibugyo-Stamm verursacht schweres hämorrhagisches Fieber mit einer Sterblichkeitsrate von bis zu 50 Prozent.
Meine Gedanken sind bei den Menschen im Kongo, die keinen Zugang zu einer solchen Versorgung haben.
- WHO erklärt Ebola-Ausbruch zur gesundheitlichen Notlage internationaler Tragweite
- Stafford wird mit ausgeprägten Ebola-Symptomen und hoher Viruslast in die Charité-Isolierstation eingeliefert
- Deutliche Besserung innerhalb der ersten Woche der antiviralen Therapie beobachtet
- Virus in täglichen Nachuntersuchungen nicht mehr nachweisbar
- Isolationsverfügung aufgehoben; Stafford und Familie in gutem Gesundheitszustand entlassen


