Mit Ebola infizierter MSF-Helfer aus der DR Kongo in Leidener Klinik evakuiert
Ein europäischer Helfer von Médecins Sans Frontières, der sich im Osten der DR Kongo mit dem Bundibugyo-Ebolavirus infiziert hat, ist am Donnerstagabend am Flughafen Schiphol eingetroffen und in eine Isolierstation in Leiden verlegt worden.
Evakuierung in die Niederlande
Ein speziell ausgestattetes medizinisches Transportflugzeug mit einem mit dem Ebolavirus infizierten Helfer an Bord landete am Donnerstagabend, dem 1. Oktober 2026, am Flughafen Amsterdam Schiphol. Der Patient, ein Mitarbeiter von Médecins Sans Frontières (MSF), wurde auf einem Direktflug aus der Demokratischen Republik Kongo eingeflogen, um in den Niederlanden spezialisiert behandelt zu werden. Nach der Ankunft auf dem Rollfeld empfing ein spezielles medizinisches Aufnahmeteam gemeinsam mit dem spezialisierten Hazardous Area Response Team (HART) das Flugzeug. Sanitäter und Fachärzte bereiteten den Patienten unter strengen Biosicherheitsprotokollen vor, um während des gesamten Bodentransfers eine vollständige Abschottung zu gewährleisten. Anschließend brachte ein Krankenwagen den Patienten direkt von Schiphol in die spezialisierten Infektionsstationen des Leidener Universitätsklinikums (LUMC).
Diagnose und Übertragung in Nord-Kivu
MSF bestätigte, dass Labortests die Bundibugyo-Variante des Ebolavirus bei dem Helfer nachgewiesen haben. Die Ansteckung ereignete sich während klinischer Einsätze in der Gesundheitszone Beni in der Provinz Nord-Kivu im Osten der DR Kongo. Der kongolesische Gesundheitsminister Roger Kamba erklärte, bei der infizierten Person handele es sich um einen europäischen Ausländer; Behörden und die Hilfsorganisation machten jedoch weder den Namen noch die genaue Staatsangehörigkeit des Patienten öffentlich. Kamba erklärte zudem, der Helfer sei vor der Exposition noch nicht gegen das Virus geimpft gewesen. Während Impfkampagnen in Beni mit bereits entsandten Feldteams vorbereitet wurden, hatten die Impfmaßnahmen in der benachbarten Provinz Ituri mit operativer Unterstützung von MSF bereits begonnen.
- Zwei amerikanische Beschäftigte des Gesundheitswesens werden aus Bunia zur Behandlung nach Berlin evakuiert
- In der DR Kongo werden fast 4.000 kumulierte Todesfälle durch die Ebola-Epidemie registriert
- Die kongolesischen Behörden genehmigen die direkte Evakuierung per Rettungsflugzeug aus Beni
- Das Ambulanzflugzeug landet am Flughafen Schiphol, bevor der Patient zum LUMC gebracht wird
Operative Logistik und Risiken vor Ort
Der medizinische Transport wurde von der kongolesischen Regierung nach einem förmlichen Evakuierungsersuchen der MSF-Führung genehmigt. Um den Transit zu beschleunigen und die regionale Exposition zu minimieren, startete der Sonderflug direkt in Beni, ohne über die kongolesische Hauptstadt Kinshasa zu führen. Die Evakuierung erfolgte, während die Epidemie in der DR Kongo bis zum 29. September 2026 fast 4.000 registrierte Todesfälle erreichte. MSF betonte, dass die risikoreiche Umgebung in den lokalen Behandlungszentren eine absolute Prävention unmöglich mache, selbst wenn umfassende Biosicherheitsprotokolle und persönliche Schutzausrüstung rigoros angewandt würden.
Die geltenden Regeln zur Vermeidung einer Ansteckung sind verlässlich und umfassend, doch MSF-Mitarbeiter arbeiten in einem sehr schwierigen und komplexen Umfeld mit Patienten, die regelmäßig in ernstem Zustand eingeliefert werden. Das Risiko einer Ansteckung lässt sich daher nie vollständig ausschließen.
Präzedenzfälle und klinische Isolation in Leiden
Minister Kamba erinnerte an eine frühere medizinische Evakuierung in der Anfangsphase des Ausbruchs, als zwei amerikanische Beschäftigte des Gesundheitswesens aus Bunia zur Notfallbehandlung nach Berlin ausgeflogen wurden. Kamba merkte an, dass die Übertragungsraten unter den Beschäftigten an vorderster Front seit dieser früheren Phase der Epidemie deutlich zurückgegangen seien. Nach der Ankunft in Leiden wurde der Patient in eine Isolierstation der höchsten Sicherheitsstufe am LUMC aufgenommen, eine Einrichtung, die speziell für den Umgang mit hochgefährlichen Infektionserregern ausgestattet ist. Das niederländische Nationale Institut für öffentliche Gesundheit und das Universitätsklinikum bestätigten, dass der Helfer in der kommenden Zeit unter vollständiger Isolation medizinisch versorgt wird, nach Verfahren, die zwischen den niederländischen und kongolesischen Gesundheitsbehörden abgestimmt sind.


