
EASA rät Fluggesellschaften, den Luftraum über Iran, Irak und Libanon bis zum 31. August zu meiden – nach neuen US-iranischen Angriffen
Die EU-Luftfahrtsicherheitsbehörde hat Fluggesellschaften angewiesen, den Luftraum über Iran, Irak und Libanon bis zum 31. August zu meiden. Sie beruft sich dabei auf einen fragilen Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran sowie auf das Risiko weiterer Militäraktionen nach einer neuen Angriffswelle.
EASA-Empfehlung
Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) hat am 8. Juli ein Informationsbulletin zu Konfliktgebieten (Conflict Zone Information Bulletin) herausgegeben. Darin empfiehlt sie allen europäischen Fluggesellschaften, den Luftraum über Iran, Irak und Libanon auf allen Flughöhen vollständig zu meiden – und zwar bis zum 31. August. Die Agentur begründete die Entscheidung mit den anhaltend hohen Spannungen und der Gefahr weiterer Militäraktionen. Sie warnte, der Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran bleibe brüchig, und die Lage könne sich plötzlich ändern. Das vorherige Bulletin, das am 8. Juli auslief, hatte den Libanon eingeschlossen und zugleich zur Vorsicht im Luftraum über Bahrain, Kuwait, Israel, Jordanien, Katar, Oman, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien geraten. Das neue Bulletin konzentriert sich auf den Iran, Irak und Libanon. Es ist noch nicht klar, ob für die anderen Golfstaaten eine gesonderte Mitteilung erlassen wird.
Militärische Eskalation
Die Empfehlung folgt einem scharfen Schlagabtausch zwischen den USA und dem Iran. US-Streitkräfte starteten eine neue Angriffswelle gegen den Iran und entzogen dem Iran die Lizenz zum Ölverkauf, nachdem drei Tanker in der Straße von Hormus von Raketen getroffen worden waren. Als Reaktion erklärten die iranischen Revolutionsgarden, sie hätten US-Militäreinrichtungen in Bahrain und Kuwait angegriffen. Die EASA stellte fest, dass der iranische Luftraum wahrscheinlich direkten Bedrohungen ausgesetzt wäre, falls der bestehende Waffenstillstand zusammenbrechen sollte.
Die anhaltend hohen Spannungen und die Gefahr weiterer Militäraktionen
- Drei Tanker werden in der Straße von Hormus von Raketen getroffen.
- USA starten neue Angriffswelle gegen den Iran und entziehen die Ölverkaufslizenz.
- Irans Revolutionsgarden greifen US-Militäreinrichtungen in Bahrain und Kuwait an.
- EASA gibt Informationsbulletin zu Konfliktgebieten für den Iran, Irak und Libanon bis zum 31. August heraus.
- EU-Außenminister treffen sich mit ihren Golf-Amtskollegen, um Waffenstillstand und Schifffahrtsfreiheit zu besprechen.
Diplomatische Reaktion
Die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, Kaja Kallas, verurteilte die iranischen Angriffe auf Bahrain und Kuwait als inakzeptabel und warnte, dass der Schlagabtausch die ohnehin schwierigen Gespräche zur Beendigung des Krieges weiter erschwere. Sie kündigte an, dass die EU-Außenminister am Montag, dem 13. Juli, mit ihren Amtskollegen aus den Golfstaaten zusammentreffen werden, um zu erörtern, wie die Umsetzung des Waffenstillstands unterstützt und die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus und im Roten Meer gewährleistet werden kann.
Der Schlagabtausch zwischen den USA und dem Iran erschwert die ohnehin belasteten Gespräche zur Beendigung des Krieges weiter. Die Angriffe des Iran auf Bahrain und Kuwait sind inakzeptabel.
Wie es weitergeht
Das EU-Golf-Treffen am 13. Juli wird sich auf Deeskalation und maritime Sicherheit konzentrieren, während die Fluggesellschaften mit Umleitungskosten und längeren Flugzeiten konfrontiert sind, da sie den betroffenen Luftraum meiden. Die Lage bleibt angespannt. Die EASA warnt, dass die Gefahr von Fehlidentifizierungen ziviler Flugzeuge weiterhin besteht.

