E-Scooter-Fahrer nach Alleinunfall in Berlin in künstliches Koma versetzt
Ein 52-jähriger E-Scooter-Fahrer verunglückte am Abend des 7. August auf der Allee der Kosmonauten im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf, erlitt lebensgefährliche Kopfverletzungen und wurde in ein künstliches Koma versetzt. Eine vorbeifahrende Radfahrerin führte Wiederbelebungsmaßnahmen durch, bis Rettungskräfte eintrafen.
Alleinunfall in Marzahn-Hellersdorf
Ein 52-jähriger Mann verunglückte am Abend des 7. August gegen 19:40 Uhr auf der Allee der Kosmonauten im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf mit seinem E-Scooter. Die Polizei teilte mit, dass keine weiteren Personen beteiligt waren. Der Fahrer schlug mit dem Kopf auf dem Boden auf und blieb regungslos liegen.
Eine Radfahrerin, die hinter dem Mann gefahren war, eilte ihm zu Hilfe und begann mit Wiederbelebungsmaßnahmen, die sie fortsetzte, bis der Rettungsdienst eintraf und die Versorgung übernahm. Der 52-Jährige wurde mit lebensgefährlichen Mehrfachverletzungen ins Krankenhaus gebracht und in ein künstliches Koma versetzt, so die Polizei.
Serie schwerer Berliner Unfälle
Der Unfall ist der jüngste in einer Reihe schwerer E-Scooter-Unfälle in Berlin in den vergangenen Wochen. Mitte Juli starb ein 50-jähriger Mann in Kreuzberg, nachdem er mit einem Auto zusammengestoßen und mehrere Meter durch die Luft geschleudert worden war. Anfang Mai starb eine 59-jährige Frau in Berlin-Mitte nach einem Zusammenstoß mit einem Auto; sie wurde ins Krankenhaus gebracht, erlag dort aber ihren Verletzungen.
Im April überlebte ein 14-jähriges Mädchen einen Unfall in Neukölln nicht. Sie war auf einem einzigen E-Scooter zusammen mit einem gleichaltrigen Mädchen unterwegs, als sie mit einem Auto zusammenstießen. Das Mädchen wurde reanimiert und in eine Klinik gebracht, starb aber später. Das andere Mädchen erlitt schwere Kopfverletzungen.
- 14-jähriges Mädchen stirbt nach Zusammenstoß mit Auto in Neukölln
- 59-jährige Frau stirbt nach Zusammenstoß mit Auto in Berlin-Mitte
- 50-jähriger Mann stirbt nach Zusammenstoß mit Auto in Kreuzberg
- 52-jähriger Mann bei Alleinunfall in Marzahn-Hellersdorf lebensgefährlich verletzt, in künstliches Koma versetzt
Nationale Zahlen steigen stark
Die Polizei registrierte im Jahr 2025 bundesweit knapp 16.500 E-Scooter-Unfälle, so das Statistische Bundesamt, ein Anstieg um etwa 38 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gemessen an der Gesamtzahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden in Deutschland machten Fälle mit E-Scooter-Fahrern weiterhin nur einen kleinen Anteil aus.
Der starke Anstieg hat Experten verunsichert, insbesondere aufgrund des Altersprofils der Beteiligten. Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft sind 15- bis 17-Jährige die häufigsten Unfallopfer, und mehr als die Hälfte aller Verletzten war jünger als 25 Jahre.
- Private Haushalte (2023)
- 1400000 E-Scooter
- Leih-E-Scooter
- 200000 E-Scooter
Wachsende Flotte auf deutschen Straßen
Das Statistische Bundesamt verzeichnete im Jahr 2023 1,4 Millionen E-Scooter in privaten Haushalten. Hinzu kommen mehr als 200.000 Leihroller, die überwiegend in Großstädten genutzt werden. Die Kombination aus wachsender Flotte und steigenden Unfallzahlen hat die Aufmerksamkeit auf das Sicherheitsprofil der Fahrzeuge gelenkt, insbesondere in städtischen Umgebungen wie Berlin, wo Leihroller weit verbreitet sind.


