Fraunhofer-Studie: Elektroauto-Listenpreise inflationsbereinigt um 18% gesunken seit 2020, Verbrenner um 2% gestiegen
Eine Studie von Fraunhofer/ICCT mit über 100.000 ADAC-Datenpunkten zeigt, dass die inflationsbereinigten Listenpreise von Elektroautos von 2020 bis 2025 um 18% gefallen sind, während Verbrenner um 2% stiegen, was die Kosten pro Kilometer verschiebt.
Studiendesign und Daten
Forscher des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) und des International Council on Clean Transportation (ICCT) werteten mehr als 100.000 Einzeldatensätze aus einer ADAC-Datenbank aus. Um einen fairen Vergleich zu gewährleisten, haben sie nicht einfach alle Elektro- und alle Verbrennungsfahrzeuge gemittelt. Stattdessen verglichen sie über die Zeiträume hinweg vergleichbare Modelle. Patrick Plötz, Professor am Fraunhofer ISI, erklärte, dass der Durchschnittspreis von Elektroautos gestiegen sei, weil der Markt in teurere Segmente expandiert sei, dies aber einem Äpfel-mit-Birnen-Vergleich gleichkäme. Die Studie konzentrierte sich daher auf direkte Fahrzeugvergleiche. Die Analyse verwendete Listenpreise und nicht Transaktionspreise, da umfassende Transaktionsdaten nicht verfügbar sind. Die Autoren wiesen jedoch darauf hin, dass die Rabatt-Trends für Elektroautos steigend sind, was den realen Kostenvorteil wahrscheinlich noch vergrößern würde.
Der Durchschnittspreis ist gestiegen, aber das sind völlig andere Fahrzeuge. Man würde Äpfel mit Birnen vergleichen. Um das zu vermeiden, haben wir versucht, dieselben oder vergleichbare Fahrzeuge im Zeitverlauf zu betrachten.
Wie sich die Preise entwickelten
Die inflationsbereinigten Listenpreise für batterieelektrische Fahrzeuge fielen zwischen 2020 und 2025 um 18 Prozent. Im gleichen Zeitraum stiegen die Preise für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor real um 2 Prozent. Die Studie bereinigte um die Verbraucherpreisinflation, die in den Jahren 2022 und 2023 besonders hoch war, was den realen Preisrückgang bei E-Autos noch deutlicher macht. Peter Mock vom ICCT sagte, die Ergebnisse zeigten, dass sich der Markt für Elektroautos erheblich entwickelt habe, mit Fahrzeugen, die heute größere Reichweiten und mehr Leistung bieten, während die realen Preise vergleichbarer Modelle gefallen seien.
Unsere Ergebnisse zeigen, dass sich der Markt für Elektroautos in den letzten Jahren erheblich entwickelt hat. Die Fahrzeuge bieten im Durchschnitt größere Reichweiten und mehr Motorleistung, während die realen Preise vergleichbarer Modelle gefallen sind.
- Elektrofahrzeuge
- -18 %
- Verbrennungsfahrzeuge
- 2 %
Was als Nächstes kommt
Patrick Plötz wies auf mehrere Faktoren hin, die die Preise für Elektroautos weiter senken könnten. Die Batteriekosten seien gefallen, aber diese Senkungen seien noch nicht vollständig in die Fahrzeugpreise eingeflossen. Steigende Produktionszahlen und der regulatorische Druck durch CO2-Emissionsgrenzwerte sollten ebenfalls helfen. Wenn die aktuellen Trends anhalten, könnten Elektroautos in Europa um 2030 herum Preisparität mit vergleichbaren Verbrennermodellen erreichen. Ab diesem Zeitpunkt würden die Gesamtkosten pro Kilometer eindeutig für E-Autos sprechen. Plötz merkte an, dass Erfahrungen aus anderen Märkten zeigten, dass Elektrofahrzeuge bei gleichen Preisen einen Marktanteil von rund 50 Prozent erreichen können.
Die gesunkenen Batteriepreise wurden noch nicht vollständig weitergegeben. Zudem sollten steigende Stückzahlen und der Druck auf die Hersteller durch CO2-Grenzwerte helfen.
- Basisjahr für den Preisvergleich
- E-Auto-Listenpreise 18% niedriger, Verbrenner 2% höher (inflationsbereinigt)
- Fraunhofer/ICCT-Studie veröffentlicht
- Prognostizierte Preisparität zwischen E-Autos und Verbrennern in Europa
Rabatte und reale Kosten
Ferdinand Dudenhöffer, ein bekannter Automobilexperte, lieferte Daten zu den Rabattniveaus für Elektroautos. Seine Analyse zeigt einen Aufwärtstrend bei den Rabatten auf wichtige E-Auto-Modelle in den letzten Jahren. Wenn Transaktionspreise anstelle von Listenpreisen verwendet würden, wäre der Kostenvorteil für Elektrofahrzeuge wahrscheinlich noch ausgeprägter. Die Studienautoren räumten diese Einschränkung ein, argumentierten jedoch, dass die Gesamtrichtung der Ergebnisse robust sei.
## Marktkontext
Die Ergebnisse kommen zu einem Zeitpunkt, an dem europäische Automobilhersteller mit verschärften CO2-Vorschriften und zunehmendem Wettbewerb durch chinesische Elektroautohersteller konfrontiert sind. Der reale Preisrückgang bei E-Autos könnte die Verbraucherakzeptanz beschleunigen, insbesondere wenn die Batteriekosten weiter fallen. Die Studie deutet darauf hin, dass der Markt für Elektrofahrzeuge reift und die Fahrzeuge ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bieten als noch vor wenigen Jahren. Die prognostizierte Preisparität bis 2030 würde einen Wendepunkt für die Branche markieren.


