
Bundeswehr bestätigt zwei Drohnen über dem einzigen Patriot-Wartungsstützpunkt in Europa in Mechernich
Die Bundeswehr bestätigte, dass zwei Drohnen über ihrem Stützpunkt in Mechernich (Nordrhein-Westfalen) gesichtet wurden, der einzigen Patriot-Luftverteidigungs-Wartungseinrichtung in Europa, nachdem zwei Tage zuvor ein separater Vorfall mit einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig stattgefunden hatte.
Drohnensichtung über dem Stützpunkt Mechernich
Gegen 22:00 Uhr am Donnerstag, dem 6. August, meldete das Sicherheitszentrum des Bundeswehrstandorts in Mechernich (Nordrhein-Westfalen) zwei Drohnen über der Anlage. Das Operative Führungskommando der Bundeswehr bestätigte die Sichtung, nachdem Süddeutsche Zeitung, NDR und WDR zuerst über den Fall berichtet hatten. Feldjäger ermittelten vor Ort, bevor sie den Fall an die Polizei in Euskirchen übergaben, die eine Untersuchung einleitete, sich aber noch nicht öffentlich äußerte. Laut Blick.ch beobachteten Sicherheitskräfte in der Nacht mindestens sechs Drohnenüberflüge, und die zum Tatort gerufenen Polizeibeamten wurden selbst Zeugen mindestens eines Überflugs, wobei eine Drohne kurz über den Einsatzkräften kreiste.
Ein Bundeswehr-Sprecher bestätigte die Sichtung am Samstag, dem 8. August.
Der Verdacht auf zwei Drohnen wurde bestätigt und daraufhin wurden Feldjägerkräfte entsandt.
Ein sensibler Militärstandort
Die Anlage in Mechernich ist keine gewöhnliche Kaserne. Laut WDR lagert der Standort Ausrüstung und Ersatzteile für die Streitkräfte auf einer Fläche von 30.000 Quadratkilometern und beherbergt Spezialisten, die für die Wartung und Reparatur des Patriot-Luftabwehrsystems zuständig sind. Die Anlage, die im Militär als „Patriot-Werft“ bekannt ist, ist Berichten zufolge die einzige ihrer Art in Europa. Die polizeilichen Ermittlungen konzentrieren sich auf den Verdacht der sicherheitsgefährdenden Abbildung militärischer Anlagen, Waffensysteme oder sensibler Bereiche. WDR berichtete weiter, ohne offizielle Bestätigung, dass es sich bei der Drohne wahrscheinlich um einen Fly-380 VTOL-Typ handelte, ein Modell, das für Vermessung, Kartierung, Grenzüberwachung und Transport in schwierigem Gelände eingesetzt wird.
Mehrere Behörden beteiligt
Mehrere Behörden befassen sich nun mit dem Fall, so Tagesschau: die Polizei, das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen, der Militärische Abschirmdienst (Militärischer Geheimdienst, zuständig für Spionageabwehr im militärischen Bereich) und das Gemeinsame Drohnenabwehrzentrum (koordiniert die Zusammenarbeit von Bund und Ländern bei unbemannten Luftfahrzeugen). Es wurden keine Details zum Typ, zur Größe oder zur Flugbahn der Drohnen veröffentlicht, und die zuständigen Behörden haben sich nicht zu möglichen Ermittlungsansätzen geäußert. Wer die Drohnen steuerte und welchem Zweck die Überflüge dienten, bleibt unklar.
Früherer Vorfall am Flughafen Leipzig
Die Sichtung in Mechernich folgt auf einen separaten Drohnenvorfall zwei Tage zuvor am Flughafen Leipzig/Halle. Am späten Abend des Dienstag, 4. August, wurde eine mit Sprengstoff und einem Zünder ausgestattete Drohne in der Nähe ukrainischer Transportflugzeuge entdeckt. Ein Flughafenmitarbeiter brachte sie zu Boden. Da die Start- und Landebahn gesperrt war, musste ein ankommendes Frachtflugzeug seine Landung abbrechen und kollidierte mit einem unbekannten kleineren Flugobjekt, möglicherweise einer zweiten Drohne. Die Bundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen.
Dies ist ein schwerer Angriff auf die Transport- und Logistikinfrastruktur in Deutschland. Dadurch ist die Tat geeignet, die äußere und innere Sicherheit der Bundesrepublik zu beeinträchtigen.
Innenminister Alexander Dobrindt bezeichnete den Vorfall in Leipzig als hybrides Angriffsszenario, das von hochprofessionellen Tätern durchgeführt wurde, und schloss „ausländische Mächte“ als Drahtzieher nicht aus.
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Patriot-Raketenkontext
Die Rolle des Stützpunkts Mechernich als Patriot-Wartungseinrichtung trägt zu einer weiteren Besorgnis bei. Mehrere US-Medien berichteten am Donnerstag, dass die US-Armee die Hälfte ihrer Patriot-Raketen im Vergleich zu den Vorkriegsbeständen verbraucht hat, teilweise aufgrund des Krieges zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran. Diese Knappheit hat bei den US-Verbündeten Besorgnis ausgelöst, da die Golfstaaten Katar und Bahrain von US-Luftabwehrsystemen abhängig sind. Ob die Drohnenüberflüge in Mechernich mit der Patriot-Rolle der Anlage zusammenhängen, bleibt offen.


