
Ukrainische Drohnen legen Moskauer Flughäfen am Freitag lahm – Regierungsjets von Putins Regierung müssen kreisen
Vier russische Regierungsflugzeuge, die aus Turkmenistan zurückkehrten, mussten am Freitag über Moskau kreisen, während der Gouverneur der Region Moskau zwei Tote und neun Verletzte durch den Drohnenangriff meldete.
Flughäfen geschlossen, als Drohnen sich Moskau näherten
Ukrainische Drohnen griffen am Freitag, dem 9. Oktober, die Region Moskau an und brachten den Luftverkehr an den Flughäfen der Hauptstadt für Stunden zum Erliegen. Laut 20 minutos, das sich auf The Telegraph beruft, verhängte die russische Luftfahrtaufsicht gegen 15:40 Uhr Ortszeit Flugbeschränkungen an vier Flughäfen (Wnukowo, Scheremetjewo, Domodedowo und Schukowski). Onet Wiadomości berichtete unter Berufung auf den Telegram-Kanal Moscow Live, dass an drei Moskauer Flughäfen ein Verteidigungsplan namens "Dywan" aktiviert wurde und dass mindestens 120 Flüge gestrichen und fast 370 verspätet waren. Onet zufolge dauerte die Warnung, die Flugzeuge am Boden hielt, fast 120 Minuten und wurde gegen 17:30 Uhr Moskauer Zeit (16:30 Uhr polnischer Zeit) aufgehoben. The Telegraph berichtete, die Beschränkungen hätten etwa sechs bis sieben Stunden gedauert. Die New York Times erklärte, am Freitag seien Hunderte Flüge gestrichen oder verspätet gewesen, wobei alle vier Flughäfen der Hauptstadt den Flugbetrieb aussetzten.
- Flugbeschränkungen an vier Moskauer Flughäfen verhängt (Ortszeit, laut The Telegraph)
- Warnung, die Flugzeuge am Boden hielt, aufgehoben (Moskauer Zeit, laut Onet Wiadomości)
Regierungsjets kreisten über der Hauptstadt
Wladimir Putin war am Donnerstagabend in Turkmenbashi, einer Hafenstadt am Kaspischen Meer, zu einem Gipfel ehemaliger Sowjetstaaten eingetroffen, wie die New York Times berichtete. Tass meldete am Freitagnachmittag, er habe die Stadt verlassen und ein Flugzeug für die Heimreise bestiegen. Daten von FlightRadar24 zeigten, dass am Nachmittag drei Il-96-300PU-Maschinen von Turkmenbashi starteten. Die ersten beiden führten beim Eintritt in den Moskauer Luftraum Schleifenmanöver aus, während die dritte nach St. Petersburg umgeleitet wurde, bevor sie weiter nach Moskau flog. The Telegraph erklärte unter Berufung auf Flugverfolgungsdaten, vier Flugzeuge der Präsidenten-Sonderflugstaffel seien von den Störungen betroffen gewesen. Videoaufnahmen zeigten, wie Putin am Donnerstag in Turkmenistan aus einem Jet mit der Hecknummer 96025 ausstieg, der laut FlightRadar24-Daten nach St. Petersburg umgeleitet wurde; es ist jedoch unklar, ob er mit dieser Maschine zurückflog. Die Regierung hatte nicht mitgeteilt, ob Putin nach Moskau zurückgekehrt war, und 20 minutos berichtete, alle vier Flugzeuge hätten schließlich landen können.
Opfer und Schäden in der Region Moskau
Ukrainische Drohnen griffen am Freitag die Region Moskau an, und Gouverneur Andrei Worobjow nannte die Opferzahlen.
Zwei Menschen wurden getötet und neun verletzt.
Unter den Toten ist ein 71-Jähriger aus Barybino, etwa 60 km südlich von Moskau, wie die Behörden mitteilten. Das andere Opfer war ein 20-jähriger Einwohner von Radumlja, nordwestlich des Stadtzentrums. Worobjow sagte, 47 Privathäuser, vier Wohnungen und drei Fahrzeuge seien in sieben Gemeinden beschädigt worden. Worobjows Büro gab in der Berichterstattung keine gesonderte Aufschlüsselung für jede Gemeinde an.
Drohnenabschüsse und ein Muster der Störungen
Sergei Sobjanin, der Bürgermeister von Moskau, sagte, die russische Luftfahrt habe den Angriff abgewehrt und 15 Drohnen seien abgeschossen worden. Rettungskräfte arbeiteten an den Stellen, an denen Trümmer niedergingen.
Rettungsspezialisten arbeiten an den Stellen, an denen die Drohnentrümmer niedergegangen sind.
Die lokalen Behörden teilten zudem mit, in der Region Jaroslawl nordöstlich von Moskau seien kleine "Aufklärungsballons" abgeschossen worden. 20 minutos berichtete, die Störungen an russischen Flughäfen hätten im vergangenen Jahr zugenommen, als die Ukraine ihre Drohnenangriffe verstärkte und dadurch Verspätungen und Ausfälle verursachte. Die New York Times merkte an, dass Flughafenschließungen in der russischen Hauptstadt mittlerweile üblich geworden seien und es keine Hinweise darauf gebe, dass dieser jüngste Angriff auf Putins Reise abgestimmt gewesen sei. In der Ukraine verkehren seit der russischen Invasion 2022 keine kommerziellen Flüge mehr, weil russische Raketen und Drohnen eine Gefahr darstellen.


