
Großes Synthetik-Drogenlabor in Den Haager Wohnstraße entdeckt, 150 Anwohner zweimal innerhalb von 24 Stunden evakuiert
Anwohner der Meidoornstraat im Den Haager Stadtteil Segbroek wurden am Freitag zweimal evakuiert, nachdem ein funktionierendes Synthetik-Drogenlabor mit tausende Litern Chemikalien entdeckt worden war. Vier Männer im Alter von 34 bis 71 Jahren wurden festgenommen.
Entdeckung
Am Freitagnachmittag, den 17. Juli, meldete ein Anwohner der Meidoornstraat im Den Haager Stadtteil Segbroek einen seltsamen, süßen Geruch. Polizei und Feuerwehr trafen gegen 13:42 Uhr ohne Sirenen ein und betraten ein unscheinbares Gewerbegebäude mit einem Blumenbild an der Fassade. Darin entdeckten sie ein voll funktionsfähiges Synthetik-Drogenlabor mit tausenden Litern Chemikalien in Fässern. Nachbarn erinnerten sich später an einen weißen Lieferwagen, der jeden Morgen kam und spät in der Nacht wieder fuhr, sowie an eine ungewöhnliche Anzahl Kameras an der Fassade – aber niemand hatte Drogenproduktion vermutet. „Wir dachten zuerst, jemand sei aus dem Gebäude gefallen“, sagte eine Frau, die in der angrenzenden ehemaligen Schule wohnt.
Evakuierungen und Einschränkungen
Innerhalb weniger Stunden evakuierten die Behörden Dutzende Häuser; zwischen 150 und 200 Anwohner waren betroffen. Sinéad Branagan, die in der umgebauten Schule nebenan wohnt, bekam sieben Minuten Zeit zum Packen.
Wir hatten sieben Minuten, um unsere Taschen zu packen. Man wird sich bewusst, wie zerbrechlich das Leben ist.
Die Anwohner wurden in eine Notunterkunft im Bezirksamt in der Fahrenheitstraat gebracht. Um 22:30 Uhr war das Labor leergepumpt und die Lage für sicher erklärt, sodass die Menschen zurückkehren konnten. Doch am Samstagmorgen wurde eine zweite Evakuierung für dieselben Haushalte angeordnet: Sie mussten bis 13:00 Uhr das Haus verlassen und sollten erst wieder gegen 22:00 Uhr zurückkehren können, während sämtliche verbliebenen Geräte und Substanzen aus dem Gebäude entfernt wurden. Ein Sprecher der Sicherheitsregion sprach von einer „Mega-Operation“, für die Lastwagen benötigt wurden, um große Mengen Rohstoffe abzutransportieren.
Ein Drogenlabor dieser Größe findet man normalerweise nicht in einem Wohngebiet.
Eine Frau, die eine Freundin besuchen wollte, fragte einen schwer bewaffneten Polizisten: „Ist das echt oder fake?“ Er antwortete: „Es ist echt.“
Festnahmen
Vier Männer wurden festgenommen. Der erste war ein 39-Jähriger aus Den Haag, der sich im Labor befand, als die Polizei eintraf; er rutschte in den Chemikalien aus und wurde ins Krankenhaus gebracht, bevor er in Gewahrsam genommen wurde. Später am Freitag wurde ein 34-Jähriger aus Voorburg festgenommen, gefolgt von einem 44-Jährigen aus Den Haag und einem 71-Jährigen aus Leiden. Alle stehen unter Verdacht, an der Drogenproduktion beteiligt gewesen zu sein. Die Polizei sperrte das Gebiet mit schwarzen Sichtschutzwänden ab und setzte schwer bewaffnete Kräfte ein, während die Ermittlungen andauern.
Räumung und chemische Risiken
Die Feuerwehr warnte, dass der Produktionsprozess eine ernste Explosionsgefahr birgt.
Bei einer bestimmten Temperatur kann man Pillen daraus herstellen, aber bei einer anderen Temperatur kann es explodieren.
Am Freitagabend entfernten Spezialkräfte 500 bis 750 Liter gefährlicher Substanzen aus draußen gelagerten Fässern. Die restlichen Chemikalien, die in sechs oder sieben Fässern noch reagierten, wurden durch Abpumpen unschädlich gemacht. Am Samstag arbeitete ein spezialisiertes Unternehmen mit der Polizei zusammen, um das Innere zu räumen. Die Stadt warnte, dass während des Einsatzes gefährliche Stoffe freigesetzt werden könnten. Die Anwohner wurden gebeten, ihre Autos wegzufahren und ihre Haustiere mitzunehmen.
- Meldung über seltsamen, süßen Geruch. Polizei und Feuerwehr entdecken funktionierendes Drogenlabor.
- Erste Evakuierung von Dutzenden Häusern; 150–200 Bewohner in eine Notunterkunft gebracht.
- Labor leergepumpt; Lage für sicher erklärt; Bewohner können zurückkehren.
- Zweite Evakuierung beginnt; Abtransport sämtlicher Materialien aus dem Labor.
- Voraussichtliche Rückkehr der Bewohner nach Abschluss der Räumung.
Ein wachsender Trend zu städtischen Drogenlaboren
Die Entdeckung fügt sich in einen breiteren Trend ein. De Volkskrant berichtete, dass Synthetik-Drogenlabore zunehmend in Wohngebieten gefunden werden und Cannabispflanzungen ersetzen, die häufiger aus dem Ausland geschmuggelt werden. Solche Labore stellen direkte Gefahren durch Feuer, Explosion und das Einatmen giftiger Dämpfe dar.
Es ist ungewöhnlich, solche Einrichtungen in einem Wohngebiet zu entdecken.
Der Fall Meidoornstraat ist der jüngste in einer Serie von Funden städtischer Drogenlabore. Die Ermittlungen zur genauen Art der produzierten Drogen (laut De Volkskrant möglicherweise Ecstasy und MDMA) dauern an.

