Drei deutsche Wanderer sterben bei getrennten Alpenstürzen am selben Tag
Drei deutsche Staatsangehörige sind am Donnerstag bei getrennten Bergunfällen in den Alpen ums Leben gekommen, teilten die Behörden mit. Die Unfälle ereigneten sich im Karwendelgebirge in Bayern und im Kleinwalsertal in Österreich.
Drei getrennte Tragödien
Am Donnerstag starben drei deutsche Staatsangehörige bei unabhängigen Bergunfällen in den Alpen, wie die Polizei in Bayern und Vorarlberg mitteilte. Bei den Opfern handelte es sich um einen 76-jährigen Mann aus Berlin, eine 63-jährige Frau aus Sachsen-Anhalt und eine 37-jährige Frau aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen. Jeder Vorfall ereignete sich auf bekannten Wanderwegen und verdeutlicht die anhaltenden Gefahren des hochalpinen Geländes selbst für erfahrene Wanderer.
## Leitersteig-Abstieg Der Berliner Mann stieg mit seiner Frau den Leitersteig bei Mittenwald im Karwendelgebirge ab, als er auf einem technisch anspruchsvollen Abschnitt des schmalen Pfades den Halt verlor. Er stürzte rund 70 Meter durch extrem steilen, teils fast senkrechten Wald. Seine Frau, die hinter ihm ging, verlor ihn aus den Augen und wählte sofort den Notruf. Ein alpiner Einsatzverband der Grenzpolizei und der Bergwacht Mittenwald ortete den Mann und begann mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Der Notarzt an Bord des Rettungshubschraubers Christoph 14 konnte nur noch den Tod feststellen. Die Polizei ermittelt zur genauen Ursache, geht aber derzeit von einem tragischen Alleinunfall aus. Ein Kriseninterventionsteam der Bergwacht kümmerte sich um die Ehefrau.
## Fellhorngrat-Sturz Im Kleinwalsertal, einem Tal auf der österreichischen Seite der Allgäuer Alpen, starb eine 63-jährige Frau aus Sachsen-Anhalt beim Wandern auf dem Fellhorngrat. Sie rutschte auf einem Wanderweg aus und stürzte etwa 60 Meter eine Schotterrinne hinab. Rettungskräfte waren schnell vor Ort, konnten sie aber nicht wiederbeleben. Der Fellhorngrat ist ein beliebtes Ziel für Tageswanderer und bietet weite Ausblicke, aber auch exponierte, felsige Abschnitte, die Trittsicherheit erfordern.
## Montscheinspitze-Todesfall Das dritte Opfer, eine 37-jährige Frau aus dem Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, war zunächst mit dem Mountainbike zu einer Berghütte gefahren und dann zu Fuß zur Montscheinspitze im Karwendelgebirge, in der Gemeinde Eben am Achensee, aufgebrochen. Eine Wandergruppe entdeckte ihren leblosen Körper am Abend in einer Rinne. Ein Arzt stellte den Tod am Unfallort fest, und ihr Körper wurde mit einem Hubschrauber ausgeflogen. Die Behörden haben eine Obduktion angeordnet, um die Umstände ihres Todes zu klären.
- 76-jähriger Berliner Mann stürzt 70 Meter, stirbt
- 63-jährige Frau aus Sachsen-Anhalt stürzt 60 Meter, stirbt
- 37-jährige Frau aus Bad Tölz-Wolfratshausen nach Mountainbike- und Wandertour tot aufgefunden
Rettungsmaßnahmen und Warnungen
Alle drei Unfälle lösten schnelle Reaktionen der Bergrettungsteams aus, aber keines der Opfer konnte gerettet werden. Die Vorfälle ereigneten sich unabhängig voneinander am selben Tag, es gibt jedoch keinen Hinweis auf einen Zusammenhang. Bergrettungsorganisationen warnen regelmäßig vor den Gefahren steiler, brüchiger Wege und der Notwendigkeit von geeignetem Schuhwerk, Helm und Wetterbewusstsein. Die drei Todesfälle reihen sich in eine Serie von Alpenunfällen mit deutschen Staatsangehörigen in diesem Sommer ein, wobei umfassende Statistiken noch nicht vorliegen.


