
Italien steht vor doppelter Steuer auf kleine Pakete, da EU-Zoll und nationale Gebühr im Juli in Kraft treten
Ab dem 1. Juli 2026 kombinieren sich eine EU-Zollgebühr von 3 € und eine italienische Bearbeitungsgebühr von 2 € zu einer Belastung von 5 € für jedes Paket mit geringem Wert, das von außerhalb der Europäischen Union eintrifft, was Warnungen der Logistikbranche auslöst.
Die Doppelsteuer
Ab dem 1. Juli wird jedes kleine Paket unter 150 €, das von außerhalb der EU importiert wird, mit einer EU-Zollgebühr von 3 € belegt. In Italien tritt parallel dazu eine nationale Bearbeitungsgebühr von 2 € (zunächst im Haushaltsgesetz genehmigt, dann ausgesetzt und verschoben) ebenfalls am selben Tag in Kraft. Zusammen ersetzen die kombinierte Abgabe von 5 € pro Sendung den bisherigen zollfreien Status für Kleinpakete.
Die Bearbeitungsgebühr von 2 € wird einen Zusammenbruch von mindestens 50 Prozent des Frachtverkehrs verursachen und den Staat 25 Millionen Euro kosten.
Widerstand der Branche
Confetra, der Transport- und Logistikverband, schrieb an Wirtschaftsminister Giancarlo Giorgetti und forderte die Regierung auf, die nationale Gebühr sofort zu streichen. Confetra-Generaldirektor Andrea Cappa sagte gegenüber ANSA, dass die Gebühr kleine Pakete hart treffe und dass die Einfuhr von Waren in ein anderes EU-Land und der anschließende Straßentransport nach Italien zu einem üblichen Ausweichmanöver geworden sei.
Wir sind nicht für die Blockade des Landes oder dramatische Proteste, aber wir hoffen, dass dieses Mal der gesunde Menschenverstand siegt. Mindestens fordern wir eine Verschiebung der Steuer auf November, wenn die europäische Bearbeitungsgebühr beginnt.
Auch Confcommercio unterstützt die EU-Abgabe, warnt jedoch davor, dass die nationale Zusatzgebühr nach hinten losgehen könnte, und fordert ihre Abschaffung.
Einnahmeprognosen
Die italienische Gebühr soll 2026 voraussichtlich 122,5 Millionen Euro einbringen und sich ab 2027 verdoppeln. Wenn von Juli bis November nur die EU-Abgabe gelten würde, würde der Staat nach Simulationen von Confetra geschätzte 153,1 Millionen Euro einnehmen.
EU-weites Bild
Die EU begründete ihre Abgabe mit Risiken durch unkontrollierte Waren: Gesundheitsgefahren und Verstöße gegen geistiges Eigentum. Im Jahr 2024 gelangten 4,6 Milliarden Kleinpakete in den Binnenmarkt, 91 Prozent davon aus China. Die italienische Maßnahme zielte ursprünglich auf den Fast-Fashion-Boom, insbesondere Sendungen von chinesischen Plattformen.
- Italienische 2-Euro-Steuer ursprünglich geplant, später auf den 30. Juni verschoben
- EU-Zollgebühr von 3 Euro und italienische Bearbeitungsgebühr von 2 Euro treten beide in Kraft
- EU-weite Bearbeitungsgebühr beginnt (getrennt von der Zollgebühr)
- EU-Zollgebühr läuft aus


