
Pariser Gericht verurteilt Drahtzieher des Überfalls auf Gianluigi Donnarumma zu neun Jahren Haft
Ein Pariser Gericht hat den 21-jährigen Ilyas Kherbouch wegen der Planung des gewaltsamen Wohnungseinbruchs bei Fußballprofi Gianluigi Donnarumma und seiner Partnerin Alessia Elefante im Jahr 2023 zu neun Jahren Haft und einer Geldstrafe von 80.000 Euro verurteilt.
Urteile in Paris gefällt
Das Pariser Strafgericht verkündete am Freitagabend, dem 11. September 2026, sein Urteil: Der 21-jährige Ilyas Kherbouch, bekannt als Ganito, wurde zu neun Jahren Haft und einer Geldstrafe von 80.000 Euro verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte eine zehnjährige Haftstrafe für Kherbouch gefordert, der den gewaltsamen Einbruch im Juli 2023 beim italienischen Torhüter Gianluigi Donnarumma geplant haben soll. Der Mitangeklagte Moktar Diop erhielt eine fünfjährige Haftstrafe, von der zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt wurden, nachdem er seine Beteiligung an dem Einbruch eingeräumt, aber Gewalttaten bestritten hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte auch für einen dritten Angeklagten, den 22-jährigen Khyan Mamouni, eine neunjährige Haftstrafe beantragt. Mamouni bestritt, den Einbruch gemeinsam mit Kherbouch aus dem Gefängnis heraus geplant zu haben.
- Ilyas Kherbouch
- 9 Jahre
- Moktar Diop
- 5 Jahre
- Jugendlicher Mittäter 1
- 4 Jahre
- Jugendlicher Mittäter 2
- 3 Jahre
Der Wohnungsüberfall im Juli 2023
In den frühen Morgenstunden des 21. Juli 2023 drangen vier maskierte Eindringlinge über den Dachzugang und einen Balkon in die Luxuswohnung im neunten Stock an der Avenue Montaigne im Zentrum von Paris ein. Donnarumma spielte damals für Paris Saint-Germain, bevor er 2025 zu Manchester City wechselte. Die Eindringlinge schlugen dem Torwart mit einem Schlagring ins Gesicht, fesselten ihn und bedrohten ihn mit einem Messer, während sie den Zugang zu Wertsachen forderten. Sie zwangen Donnarumma, den Code für einen Safe preiszugeben, der sich jedoch als leer erwies.
Die Eindringlinge richteten sich auch gegen seine Partnerin Alessia Elefante, die zu diesem Zeitpunkt schwanger war. Elefante schilderte den Überfall gegenüber den Ermittlern während der Untersuchung:
Sie wurden wütend, weil sie dachten, ich würde lügen. Sie zogen mich an den Haaren, und einer von ihnen schlug mir auf die Oberschenkel. Ich sagte, ich sei schwanger, aber sie machten weiter.
Elefante erlitt später eine Fehlgeburt, ein Ausgang, den medizinische Gutachten auf das körperliche und psychische Trauma jener Nacht zurückführten. Insgesamt stahl eine siebenköpfige Bande Bargeld, Luxushandtaschen, Schmuck, Uhren und Schlüssel für einen Mercedes und einen Lamborghini im Wert von knapp einer Million Euro, wie Donnarumma schätzte.
Gerichtsverfahren und weitere Verurteilungen
Der zweitägige Prozess in Paris endete nach Spannungen während der Eröffnungssitzung am 10. September 2026. Am ersten Tag richtete Kherbouch feindselige Bemerkungen an Polizeibeamte, nachdem diese seinen Bruder aufgefordert hatten, den Gerichtssaal zu verlassen, weil er von der Zuschauertribüne aus kommuniziert hatte:
Komm her, du. Was willst du tun?
Als der vorsitzende Richter ihn vor einem möglichen Ausschluss aus dem Verfahren warnte, wies Kherbouch das Gericht zurecht:
Das ist mir völlig egal. Ich will bei dem Prozess nicht anwesend sein. Das ist mir scheißegal.
Am zweiten Tag entschuldigte sich Kherbouch beim Gericht und bei den Polizeibeamten. Die Staatsanwaltschaft stellte fest, dass im Bezirk Avenue Montaigne zwischen 2022 und 2025 sieben Prominente von Netzwerken ins Visier genommen worden waren, die auf hochkarätige Persönlichkeiten abzielten.
- Vier maskierte Eindringlinge brechen in Donnarummas Wohnung an der Avenue Montaigne ein und berauben das Paar
- Ein Verdächtiger begeht nach Einräumen seiner Beteiligung Suizid im Gefängnis
- Ilyas Kherbouch flieht aus dem Gefängnis Villepinte, wird nach 13 Tagen wieder gefasst
- Prozessbeginn am Pariser Strafgericht
- Pariser Gericht verurteilt Kherbouch und Diop zu Haftstrafen von bis zu neun Jahren
Fallgeschichte und frühere Urteile
Die Ermittlungen führten die Einbruchserie über mehrere Gerichtsbarkeiten und separate Verfahren hinweg zurück. Zwei jugendliche Mittäter unter 18 Jahren wurden zuvor von einem Jugendgericht verurteilt und erhielten Haftstrafen von drei bzw. vier Jahren. Ein weiterer Verdächtiger starb 2024 durch Suizid im Gefängnis, nachdem er unter dem Druck von Mittätern seine Beteiligung eingeräumt hatte. Kherbouch war im März 2026 aus dem Gefängnis Villepinte in Seine-Saint-Denis geflohen, bevor die Behörden ihn nach 13 Tagen auf der Flucht wieder fassten.


