
Deutschlandticket wird im Januar 2027 auf 66,80 Euro pro Monat teurer
Das bundesweite ÖPNV-Abo in Deutschland kostet ab dem 1. Januar 2027 66,80 Euro pro Monat – ein Anstieg um 3,80 Euro monatlich, berechnet über einen neuen Kostenindex.
Ticketpreis steigt 2027 um 6 Prozent
Das Deutschlandticket wird ab dem 1. Januar 2027 von 63 Euro auf 66,80 Euro pro Monat teurer. Die Entscheidung traf am Mittwoch der Koordinierungsrat, der für das bundesweite ÖPNV-Abo zuständig ist und in dem Abteilungsleiter der Verkehrsministerien von Bund und Ländern, Kommunalverbände und Vertreter der Verkehrsbranche zusammenkommen. Der monatliche Anstieg um 3,80 Euro entspricht einer Anpassung von rund 6 Prozent und hebt die jährlichen Abokosten auf 801,60 Euro (ein jährlicher Anstieg von 45,60 Euro). Die ermäßigten Varianten werden entsprechend angepasst: Das Jobticket steigt auf 63,46 Euro pro Monat, das Semesterticket der Hochschulen auf 40,08 Euro.
- 2023-05
- 49 €
- 2025
- 58 €
- 2026
- 63 €
- 2027-01
- 66.8 €
Mathematische Formel ersetzt politische Verhandlungen
Die Preisanpassung ist die erste, die mit einer automatisierten Formel statt durch direkte politische Verhandlungen zwischen Bund und Ländern berechnet wurde. Die Berechnung, die das spezialisierte Unternehmen D-Tix durchführte, nutzt einen Kostenindex, der Veränderungen bei Personallöhnen, Energiekosten und allgemeinen Betriebsausgaben der Verkehrsunternehmen abbildet. Der Index berücksichtigt zudem eine feste Zuschussstruktur, da der Bund und die Länder jeweils 1,5 Milliarden Euro jährlich bereitstellen (zusammen 3 Milliarden Euro pro Jahr) – ohne automatische Inflationsanpassung. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter, Vorsitzender der Verkehrsministerkonferenz der Länder, bestätigte den Betrag als direktes Ergebnis der neuen Indexmethode.
Die heutige Entscheidung des Koordinierungsrates schafft frühzeitig Klarheit.
Entwicklung seit 2023 und Reaktionen der Fahrgäste
Das Deutschlandticket startete im Mai 2023 zu 49 Euro pro Monat als Nachfolger des temporären 9-Euro-Tickets, das im Sommer 2022 eingeführt worden war. Der Preis stieg 2025 auf 58 Euro und zu Beginn des Jahres 2026 auf 63 Euro; der neue Preis für 2027 liegt damit rund 36 Prozent über dem Einführungspreis. Nach Angaben des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) haben derzeit etwa 14,5 Millionen Fahrgäste das monatlich kündbare Abo. Die Fahrgastvereinigung Pro Bahn äußerte Vorbehalte gegenüber den wiederholten Tariferhöhungen und verwies auf grundsätzliche Ungleichheiten in der Verkehrspolitik.
Angesichts des Tankrabatts für Autofahrer ist es notwendig, dass es auch einen Rabatt für Nutzer des Deutschlandtickets gibt. Das wäre uns lieber.
Parallele regionale Tariferhöhungen in Berlin und Brandenburg
Auch die lokalen Verkehrsnetze passen ihre Grundtarife unabhängig vom bundesweiten Abo an. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) erhöht zum Jahreswechsel die lokalen Ticketpreise um durchschnittlich 3,72 Prozent. Im Berliner Tarifbereich AB steigt der Kurzstreckentarif von 2,80 Euro auf 2,90 Euro, die 4-Fahrten-Karte von 12,40 Euro auf 13,20 Euro und die 24-Stunden-Karte von 11,20 Euro auf 11,50 Euro, während der Einzelfahrschein bei 4,00 Euro bleibt. Die Monatskarte Umweltkarte für den Berliner Tarifbereich AB steigt von 113 Euro auf 117,20 Euro – damit bleibt die übertragbare Regionalkarte deutlich teurer als das bundesweite Deutschlandticket.
- Standardticket
- 66.8 €
- Jobticket
- 63.46 €
- Semesterticket
- 40.08 €

