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Migration·vor 1 Std.

Über vier Millionen Flüchtlinge und Vertriebene leben in Deutschland, die Hälfte aus der Ukraine und Syrien

Neue Statistiken zeigen, dass im Jahr 2025 mehr als vier Millionen Menschen mit Flucht- oder Vertreibungshintergrund in Deutschland lebten. Fast die Hälfte der seit 1950 Eingereisten stammt aus der Ukraine und Syrien.

Gesamtzahlen

Mehr als vier Millionen Menschen in Deutschland lebten im Jahr 2025 als Flüchtlinge, Vertriebene oder internationale Schutzsuchende, so vorläufige Ergebnisse des Mikrozensus 2025. Davon sind 3,3 Millionen seit 1950 aus Gründen der Flucht, Vertreibung, Asyl oder internationalen Schutz eingereist. Weitere 713.000 sind überlebende deutsche Vertriebene des Zweiten Weltkriegs, die vor 1950 kamen. Die vom Statistischen Bundesamt (Destatis) am 17. Juni 2026 vor dem Weltflüchtlingstag veröffentlichten Zahlen schließen Menschen in Gemeinschaftsunterkünften sowie Personen, die inzwischen ausgereist oder verstorben sind, aus.

Herkunft und Demografie

Fast die Hälfte der Gruppe nach 1950 stammt aus nur zwei Ländern: der Ukraine (832.000, 25 Prozent) und Syrien (732.000, 22 Prozent).

Diese beiden Herkunftsländer machen bereits fast die Hälfte aller Flüchtlinge aus, die seit 1950 eingewandert sind und 2025 in Deutschland lebten.

Statistisches Bundesamt
Weitere bedeutende Herkunftsländer sind Afghanistan (316.000), Irak (186.000), Türkei (146.000), Polen (120.000) und Iran (117.000). Das Durchschnittsalter dieser Gruppe betrug 39 Jahre, mit 45 Prozent Frauen und 55 Prozent Männern.

Einwanderungswellen

Wichtige Einwanderungswellen nach Deutschland seit 1990
  1. Rund 476.000 Menschen, viele aus dem ehemaligen Jugoslawien
  2. 1,2 Millionen Flüchtlinge kommen, getrieben durch den syrischen Bürgerkrieg
  3. 1,1 Millionen Menschen, vor allem aus der Ukraine, nach der russischen Invasion
Die seit 1950 Eingereisten lassen sich in drei Hauptphasen unterteilen. Zwischen 1990 und 2000 kamen rund 476.000 Menschen, viele auf der Flucht vor den Kriegen im ehemaligen Jugoslawien. Von 2014 bis 2021 immigrierten 1,2 Millionen Menschen, vor allem getrieben durch den 2011 beginnenden syrischen Bürgerkrieg. Weitere 1,1 Millionen kamen zwischen 2022 und 2025, fast ausschließlich infolge der russischen Großinvasion in die Ukraine im Februar 2022.

Vertriebene des Zweiten Weltkriegs

Die 713.000 überlebenden Vertriebenen des Zweiten Weltkriegs sind gebürtige deutsche Staatsbürger, die in ehemaligen deutschen Gebieten lebten und vor 1950 in das Gebiet des heutigen Deutschlands umgesiedelt wurden. Ihr Durchschnittsalter betrug 2025 85 Jahre; 61 Prozent sind Frauen und 39 Prozent Männer. Sie leben überwiegend in den östlichen Bundesländern: Mecklenburg-Vorpommern (2,3 Prozent der Bevölkerung), Sachsen-Anhalt (1,5 Prozent), Brandenburg und Thüringen.

Regionale Verteilung

Unter der nach 1950 eingereisten Flüchtlingsbevölkerung hatte das Stadtland Bremen mit 7,3 Prozent den höchsten Anteil an der Gesamtbevölkerung, gefolgt von Hamburg (6,3 Prozent) und dem Saarland (5,7 Prozent). Die niedrigsten Anteile verzeichneten Bayern (3,0 Prozent), Mecklenburg-Vorpommern (2,5 Prozent) und Brandenburg (2,5 Prozent). Die Zahlen erfassen nur Personen in Privathaushalten; Menschen in Aufnahmeeinrichtungen wurden nicht gezählt, sodass die tatsächliche Zahl der Flüchtlinge vermutlich höher liegt.

Flüchtlinge in Deutschland nach Herkunftsland (seit 1950) · Personen
Ukraine
832000 Personen
Syrien
732000 Personen
Afghanistan
316000 Personen
Irak
186000 Personen
Türkei
146000 Personen
Polen
120000 Personen
Iran
117000 Personen
Wiesbaden

8 Quellen

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