
Geburtenrate in Deutschland fällt auf 1,32 – niedrigster Stand seit 1997
Die zusammengefasste Geburtenziffer sank um 2,7 % gegenüber 2024 auf 1,32 Kinder pro Frau, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Die Gesamtzahl der Geburten im Jahr 2025 fiel auf 654.241, der niedrigste Nachkriegswert.
Nationale Geburtenrate auf 30-Jahres-Tief
Das Statistische Bundesamt meldete, dass die zusammengefasste Geburtenziffer im Jahr 2025 auf 1,32 Kinder pro Frau gesunken sei, der niedrigste Wert seit 1997. Das ist ein Rückgang um 2,7 % gegenüber dem Wert von 1,35 im Jahr 2024. Die Zahl der Geburten fiel auf 654.241, ein Nachkriegstief. Die Rate sinkt seit 2022 kontinuierlich. Mitte der 1990er Jahre erreichte die Rate mit 1,24 einen Tiefpunkt.
Ost-West-Gefälle hält an
Die ostdeutschen Länder (ohne Berlin) verzeichneten 1,22 Kinder pro Frau, gegenüber 1,34 im Westen. Sachsen hatte mit 1,16 die niedrigste Rate, während Niedersachsen mit 1,38 führte. Mecklenburg-Vorpommern verzeichnete den stärksten jährlichen Rückgang um 6,3 %.
- Sachsen
- 1.16 Kinder pro Frau
- Berlin
- 1.19 Kinder pro Frau
- Thüringen
- 1.2 Kinder pro Frau
- Mecklenburg-Vorpommern
- 1.21 Kinder pro Frau
- Brandenburg
- 1.3 Kinder pro Frau
- Nordrhein-Westfalen
- 1.34 Kinder pro Frau
- Niedersachsen
- 1.38 Kinder pro Frau
Auch im Ausland geborene Frauen bekommen weniger Kinder
Die Rate bei Frauen mit ausländischer Staatsbürgerschaft lag bei 1,78, ein Rückgang um 3,3 % gegenüber 2024. Sie sinkt seit 2017 (außer 2021). Die Rate deutscher Frauen fiel auf 1,20, ein Niveau, das seit 1996 nicht mehr erreicht wurde.
Experte: Mehrere Krisen verzögern Familiengründung
Martin Bujard vom Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung führt den Rückgang auf anhaltende Krisen zurück.
Kriege, wirtschaftliche Probleme und die Klimakrise führen dazu, dass Menschen die Familienplanung verschieben.
Forderung nach politischem und erzählerischem Wandel
Bujard warnte, dass die Auswirkungen in etwa 20 Jahren den Arbeitsmarkt treffen werden, wenn eine um ein Drittel kleinere Generation eintritt. Er forderte Maßnahmen im Bereich Wohnen und Kinderbetreuung.
Auch die Eltern sind älter: Mütter waren 2025 im Durchschnitt 31,9 Jahre und Väter 34,8 Jahre alt, ein Anstieg um etwa 4 Jahre seit 1991.Wir brauchen eine zukunftsoptimistische Erzählung. Wir müssen aus der Krisenerzählung herauskommen, denn wir leben immer noch in einer ziemlich wohlhabenden Gesellschaft.


