
Deutschlands Frauen beenden WM-Qualifikation mit einem müden 2:0-Sieg in Slowenien, Wück bekommt ein Geburtstagsgeschenk
Eine stark durchrotierte deutsche Mannschaft mühte sich zu einem 2:0-Erfolg in Ljubljana. Ein Eigentor und ein Treffer von Shekiera Martinez besiegelten den sechsten Sieg im sechsten Qualifikationsspiel.
Ein bedeutungsloses Spiel in Ljubljana
Deutschlands Platz bei der WM 2027 in Brasilien war bereits sicher, vier Tage zuvor durch einen 2:0-Heimsieg gegen Norwegen gebucht. Die Reise zum Gruppenletzten Slowenien hatte keinerlei Wettbewerbscharakter mehr, und Trainer Christian Wück nutzte die Gelegenheit zu einer Rotation. Er nahm acht Änderungen in der Startelf im Vergleich zum Sieg gegen die Norwegerinnen vor, gab Ena Mahmutovic ihr Debüt im Tor und ließ Ann-Katrin Berger pausieren. Janina Minge kehrte nach einer Sperre zurück und führte die Mannschaft als Kapitänin anstelle der verletzten Giulia Gwinn an.
Eine zerfahrene erste Halbzeit
Wück hatte „die nötige Ernsthaftigkeit“ von seinem umgestellten Team gefordert, doch über weite Strecken der ersten Halbzeit war diese nicht zu sehen. Deutschland dominierte den Ballbesitz, ohne sich Chancen zu erarbeiten, der Spielaufbau war von Fehlern durchzogen. Slowenien wirkte gefährlicher bei Kontern und glaubte, in der 19. Minute in Führung gegangen zu sein, als Maja Sternad unter die Latte traf, doch das Tor wurde wegen Abseits nicht gegeben. Wenige Minuten später bescherte ein Fehlpass von Mahmutovic Lara Prašnikar eine klare Torgelegenheit, aber der Schuss der ehemaligen Bundesligaspielerin zielte zu zentral.
Wir wollen die ganze Sache mit der nötigen Ernsthaftigkeit angehen. Egal welche Mannschaft von uns auf dem Platz steht, es wird ein Test sein.
Eine glückliche Führung
Der Durchbruch gelang in der 39. Minute nach einem ruhenden Ball. Klara Bühl brachte eine Ecke herein, die Sarai Linder am ersten Pfosten verlängerte. Der Ball war auf dem Weg ins Toraus, bis Prašnikar, die im Bemühen zu klären den Ball mit der Schuhspitze ins eigene Netz lenkte. Das Tor wurde Linder zugeschrieben, deren leichte Berührung die letzte einer deutschen Spielerin war. Es war eine schmeichelhafte Führung für eine Mannschaft, die sich aus dem Spiel heraus kaum etwas hatte einfallen lassen.
Martinez eröffnet ihr Konto
Wück nahm in der Pause drei Auswechslungen vor, und die Wechsel brachten mehr Dringlichkeit. Einwechselspielerin Larissa Mühlhaus prüfte kurz nach Wiederanpfiff die Torhüterin aus der Distanz. Dann, in der 50. Minute, ließ die slowenische Torhüterin Zala Meršnik eine Flanke fallen, und Shekiera Martinez nutzte den losen Ball aus kurzer Distanz, um ihr erstes Länderspieltor zu erzielen. Das Tor nahm die verbliebene Spannung, und Deutschland begann im Laufe der zweiten Halbzeit leichter Chancen zu kreieren.
Perfekte Bilanz, unvollkommene Leistung
Der 2:0-Sieg bedeutete, dass Deutschland seine Gruppe A der Qualifikation mit sechs Siegen aus sechs Spielen abschloss – das einzige Team in der Gruppe, dem dies gelang. Die Leistung in Ljubljana entsprach jedoch bei weitem nicht dem Standard, der von einem zweimaligen Weltmeister erwartet wird. Wück richtet den Blick nun auf die Vorbereitung des Kaders auf die Endrunde in Brasilien – und aufgrund dieses zerfahrenen Auftritts gibt es jede Menge zu tun.


