Migration · Kabul, Berlin und Istanbul

Deutschland verpflichtet sich in einem Abkommen über monatliche Abschiebeflüge nach Afghanistan zur Aufnahme von sechs weiteren Taliban-Diplomaten

Berlin hat ein Abkommen mit den Taliban geschlossen, das bis zu drei Charter-Abschiebeflüge pro Monat sowie unbegrenzte Einzelabschiebungen mit Linienfluggesellschaften vorsieht, nachdem man den Forderungen nach mehr Taliban-Konsularpersonal in Deutschland nachgegeben hat.

KI-Text auf Grundlage von Berichten von EL PAÍS, tagesschau.de, Deutsche Welle und weiteren Medien. Geändert . So entsteht er

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Kurz gefasst

Kabul, Berlin, Istanbul, Brüssel · Afghanistan, Deutschland, Türkei

Das Abkommen

Deutschland wird die Abschiebungen verurteilter afghanischer Straftäter im Rahmen einer Vereinbarung mit dem nicht anerkannten Taliban-Regime ausweiten. Das Innenministerium teilte mit, dass bis zu drei Charterflüge pro Monat nach Kabul operieren werden und Einzelpersonen jederzeit auf regulären kommerziellen Flügen abgeschoben werden können. Ein Ministeriumssprecher beschrieb die Gespräche, die zu der Einigung führten, als auf „technischer Ebene“ geführt – eine Formulierung, die Berlin verwendet, um eine diplomatische Anerkennung der De-facto-Herrscher zu vermeiden.

„Wer unseren Schutz missbraucht und hier schwere Straftaten begeht, muss sich eine Perspektive in seinem Heimatland suchen. Unsere Gesellschaft hat ein berechtigtes Interesse daran, dass Straftäter unser Land verlassen.“

Alexander Dobrindt, Deutscher Innenminister

Zugeständnisse an Kabul

Laut NDR-Recherchen wurde das Abkommen bei einem mehrtägigen vertraulichen Treffen in einem Hotel in Istanbul in der vergangenen Woche zwischen hochrangigen Beamten des Innenministeriums, Diplomaten und Taliban-Vertretern besiegelt. Die deutsche Seite stimmte einer zentralen Forderung der Taliban zu: Sechs zusätzliche Taliban-Diplomaten werden nach Deutschland einreisen dürfen, um sich den beiden bereits seit Sommer 2025 anwesenden Konsularbeamten anzuschließen. Diese bestehenden Beamten hätten, so die Berichte, de facto die Leitung der afghanischen Botschaft in Berlin übernommen. Die Taliban bestanden darauf, dass die zusätzlichen Mitarbeiter benötigt würden, um die afghanische Staatsangehörigkeit der Abzuschiebenden zu überprüfen und Reisedokumente auszustellen.

Umfang und jüngste Bilanz

Rund 100 afghanische Straftäter befinden sich derzeit in regulärer Haft oder Abschiebehaft und warten auf ihre Abschiebung, so die Bild am Sonntag. Bisher wurden im Jahr 2026 mit drei Charterflügen 77 afghanische Staatsangehörige zurückgebracht, und ein kürzlicher Flug beförderte 32 Männer, die wegen Vergewaltigung, Mord, sexuellem Kindesmissbrauch, Drogenhandel und Raub verurteilt worden waren. Die neue Regelung macht Charterflüge erstmals zu einem regelmäßigen Ereignis.

Kritik von Menschenrechtsgruppen und Opposition

Pro Asyl verurteilte den Plan als menschenrechtliche Katastrophe.

„Mit diesem Abschiebeabkommen normalisiert Deutschland ein international geächtetes Regime, das Frauen vollständig entrechtet und systematisch Oppositionelle verfolgt. Es ist menschenrechtlich verheerend und außenpolitisch töricht.“

Helen Rezene, Direktorin von Pro Asyl
Die grüne Parlamentarische Geschäftsführerin Filiz Polat sagte, die Regierung mache sich „erpressbar“ und opfere außenpolitische Prinzipien; sie verlangte, dass Dobrindt offenlege, welchen Forderungen nachgegeben wurde. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion wies die Kritik zurück.

„Die Abschiebung von Vergewaltigern, Gefährdern und Drogenhändlern, auch nach Afghanistan, macht Deutschland sicherer. Darum geht es.“

Günter Krings, Stellvertretender Vorsitzender

Ein breiterer europäischer Vorstoß

Die deutsche Initiative ist Teil einer breiteren europäischen Anstrengung. Die EU hat eine Taliban-Delegation für diesen Juni nach Brüssel eingeladen, um über einen beschleunigten Abschiebepakt zu sprechen. Die Delegation, die von Außenamtssprecher Abdul Qahar Balkhi geleitet wird, soll hochrangige Beamte der Kommission und des Auswärtigen Dienstes treffen; Schweden hilft bei der Koordinierung der Kontakte.

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Quellen und Kontext

Orte
Kabul

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