
Deutschland verdreifacht Abschiebeflüge nach Afghanistan nach technischen Gesprächen mit Taliban
Das Bundesinnenministerium hat mit den Taliban vereinbart, die Abschiebeflüge von afghanischen Straftätern auf bis zu drei Charterflüge pro Monat zu erhöhen, dazu Einzelrückführungen auf Linienflügen, wie ein Sprecher am Sonntag bestätigte.
Abschiebeflüge verdreifacht
Das Bundesinnenministerium hat mit den Taliban vereinbart, die Abschiebeflüge nach Afghanistan drastisch zu erhöhen. Ein Sprecher bestätigte am Sonntag, dass nun bis zu drei Charterflüge pro Monat möglich seien, zusätzlich zu Einzelrückführungen auf planmäßigen Linienflügen „jederzeit“. Dieser Schritt folgt auf vertrauliche Gespräche auf technischer Ebene zwischen Ministeriumsbeamten und der afghanischen Taliban-Regierung, die Deutschland nicht offiziell anerkennt.
Wer unseren Schutz missbraucht und hier schwere Straftaten begeht, muss seine Zukunft im Heimatland suchen. Unsere Gesellschaft hat ein berechtigtes Interesse daran, dass Straftäter unser Land verlassen.
Mindestens 100 Straftäter warten auf Abschiebung
Die Bild am Sonntag, die zuerst über das Abkommen berichtete, teilte mit, dass sich mindestens 100 afghanische Verurteilte in regulärer Haft oder Abschiebehaft in Deutschland befinden, die für eine Abschiebung infrage kommen. Betroffen sind Personen, die wegen Vergewaltigung, Mord, Kindesmissbrauch, Drogenhandel und Erpressung verurteilt wurden. Ein kürzlicher Charterflug hat bereits 32 solcher Straftäter nach Afghanistan zurückgebracht.
Technische Gespräche mit einem Regime
Die Bundesregierung hat die Verhandlungen als Gespräche auf „technischer Ebene“ bezeichnet, da sie die Taliban nicht als legitime Regierung Afghanistans anerkennt. Anfang des Monats hatte die Taliban einen geplanten Abschiebeflug abgesagt und argumentiert, sie benötige mehr diplomatisches Personal in Deutschland, um die Rückführungen reibungslos abzuwickeln. Derzeit sind nur zwei Taliban-Vertreter im Land akkreditiert, was einige ehemalige afghanische Diplomaten dazu veranlasst hat, den Taliban Drucktaktiken vorzuwerfen.
Mit einem Abschiebeabkommen normalisiert Deutschland ein international geächtetes Regime, das Frauen vollständig entrechtet und Oppositionelle systematisch verfolgt. Das ist verheerend für die Menschenrechte und diplomatisch töricht.
Scharfe Kluft über Menschenrechte
Pro Asyl und andere Menschenrechtsorganisationen haben die Abschiebungen scharf verurteilt und argumentiert, dass sie den Taliban diplomatische Legitimität verleihen. Der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Günter Krings wies diese Kritik zurück und betonte, dass die Abschiebung von Schwerstkriminellen die nationale Sicherheit erhöhe. Er sagte, Deutschland stehe für die Sicherheit und das Wohlergehen des Landes ein und erfülle diese Pflicht.
Die Abschiebung von Vergewaltigern, Bedrohern und Drogenhändlern nach Afghanistan macht Deutschland sicherer. Wir setzen uns für die Sicherheit und das Wohlstand Deutschlands ein und erfüllen diese Pflicht durch diese Abschiebeflüge.

