
Deutschlands WM-Aus löst Merz-Schelte und Nagelsmann-Abrechnung nach Paraguay-Niederlage aus
Deutschland ist im Achtelfinale der WM 2026 gegen Paraguay im Elfmeterschießen ausgeschieden und hat damit einen politischen Sturm um den Glückwunsch-Beitrag von Kanzler Merz sowie eine heftige Debatte über die Zukunft von Trainer Julian Nagelsmann ausgelöst.
Deutschland von Paraguay geschockt
Deutschlands WM-Kampagne endete im Achtelfinale mit einer 4:5-Elfmeterpleite gegen Paraguay in Foxborough. Ein Tor von Jonathan Tah, das zum 2:1 geführt hätte, wurde nicht anerkannt, und der deutsche Angriff brachte in 120 Minuten nur sechs Schüsse aufs Tor. Das Aus ist der jüngste frühe Turnierabschied einer Mannschaft, die noch immer um eine Identität ringt.
Auch wenn das Ausscheiden schmerzt: Was für ein Spiel! Mit eurem Einsatz und eurem Teamgeist bei dieser WM habt ihr unser Land begeistert. Wir sind stolz auf euch.
Merz‘ taktloser Beitrag
Bundeskanzler Friedrich Merz lobte das Team auf X, nur Augenblicke nach der Niederlage, und löste damit Spott und Empörung im gesamten politischen Spektrum aus. Die FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann schrieb, sie wisse nicht, „was schlimmer war: das Spiel oder diese Analyse“. Sevim Dagdelen vom BSW nannte es „einen Realitätsverlust auf Kanzlerebene“. Das Kanzleramt teilte den Medien später mit, es habe sich um einen Mitarbeiterfehler gehandelt – ein falscher Knopf zur falschen Zeit gedrückt –, während Merz die Aussage in einer weiteren Nachricht verteidigte.
Ich weiß wirklich nicht, was schlimmer war: das Spiel oder diese Analyse.
Nagelsmann in der Kritik
Ehemalige Nationalspieler urteilten vernichtend über Trainer Julian Nagelsmann. ARD-Experte Thomas Hitzlsperger sagte, Nagelsmann fehle die Lebenserfahrung und Autorität, die für die Rolle erforderlich seien, argumentierte, er habe keine Gelassenheit ausgestrahlt und vor dem Turnier unnötige Probleme verursacht. Bastian Schweinsteiger nannte das Aus „verdient“, während Mats Hummels sagte: „Deutschland spielt im Fußball derzeit keine Rolle.“ Lothar Matthäus wies auf zu viele Ablenkungen abseits des Platzes hin. Nagelsmann schloss einen Rücktritt aus und betonte, er werde weitermachen, wenn der Verband ihn wolle.
Er ist ein großartiger Trainer, ein ausgewiesener Fachmann – aber als Bundestrainer fehlt ihm vielleicht zu wenig Lebenserfahrung. Er strahlt nicht die nötige Souveränität aus.
DFB verspricht Aufarbeitung
DFB-Präsident Bernd Neuendorf sagte, der Verband könne nicht zur Tagesordnung übergehen und werde analysieren, warum die Mannschaft ihr Potenzial nicht ausgeschöpft habe. Ein erstes Treffen mit Nagelsmann, Rudi Völler und Andreas Rettig hat bereits stattgefunden, weitere Gespräche sind in den kommenden Tagen geplant. Es sei keine übereilte Entscheidung zu erwarten, ein Prozess, der Hitzlsperger an die langsame Aufarbeitung nach dem Gruppen-Aus 2018 erinnerte.
Nach so einem Turnier können wir nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Wir müssen darüber sprechen, was die Gründe für dieses erneute frühe Aus bei einer WM waren, das uns alle tief bewegt.
Fans suchen Trost
Deutsche Fans suchten bei Google mit Frustration und Neugier. Zu den auffälligsten Suchanfragen gehörten „wo kann man Beschwerde gegen FIFA-Schiedsrichter einreichen“ und „kann eine Schiedsrichterentscheidung rückgängig gemacht werden“, sowie „wie groß ist Paraguays Torwart“ – Orlando Gill, 1,99 Meter groß, war einer der herausragenden Spieler. Die Suchanfragen für Urlaub in Paraguay stiegen innerhalb von zwölf Stunden um 800 Prozent und machten das Land, das Deutschland aus dem Turnier geworfen hatte, zu einem plötzlichen Reisetrend.


