
Deutschland bildet bis 2027 erstes Bundeswehr-Drohnenregiment mit 600 Soldaten auf
Verteidigungsminister Boris Pistorius kündigte die Einheit während von Tests auf dem Truppenübungsplatz Bergen an und bestätigte Pläne für bis zu 600 Soldaten und Einsatzreichweiten von 500 Kilometern.
Struktur und operativer Umfang der neuen Einheit
Die Bundeswehr wird 2027 ihr erstes eigenes Drohnenregiment aufstellen, um die unbemannten Operationen des Militärs zu zentralisieren und auszuweiten. Verteidigungsminister Boris Pistorius kündigte die Initiative am 1. Oktober 2026 während eines Besuchs des Truppenübungsplatzes Bergen in Niedersachsen an. Die geplante Formation soll bis zu 600 Soldaten umfassen und unbemannte Systeme mit Reichweiten von bis zu 500 Kilometern einsetzen. Neben Luftsystemen wird die Einheit auch unbemannte Bodenfahrzeuge zur Unterstützung von Landkampfoperationen einsetzen. Pistorius bezeichnete die schnelle Integration autonomer und ferngesteuerter Technologie als eine Anforderung, die sich direkt aus dem Krieg in der Ukraine ergibt.
Wer an Land erfolgreich sein will, muss einfach den Einsatz unbemannter Systeme beherrschen.
Integration in die Panzerdivision und Erprobung von Loitering Munitions
Die neue unbemannte Einheit soll Teil der 10. Panzerdivision werden, zu der auch die in Litauen zur Sicherung der NATO-Ostflanke stationierte Panzerbrigade 45 gehört. Das Regiment soll neue Loitering Munitions erhalten, gemeinhin als Kamikaze-Drohnen bezeichnet, die derzeit in der Bundeswehr technisch getestet werden, bevor sie 2027 an die Truppe ausgeliefert werden. Auf dem Truppenübungsplatz Bergen besichtigte Pistorius eine laufende Versuchsreihe, bei der militärische Einheiten, Forscher und industrielle Entwickler über 40 Verteidigungsgüter auf taktische Leistungsfähigkeit und Kompatibilität mit bestehenden IT-Netzen testen. Deutsche Militärplaner und Pistorius betonten, dass unbemannte Luftfahrzeuge konventionelle Plattformen wie Panzer, Kampfflugzeuge oder Marineschiffe ergänzen und nicht ersetzen. Die Initiative folgt Einschätzungen des Inspekteurs des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, der zuvor die deutsche Militärhilfe für die Ukraine koordiniert hatte und während der Übung Freedom Shield 2026 in Litauen einen schnellen Einsatz unbemannter Plattformen gefordert hatte. Freuding betonte, dass die Koordinierung von Panzereinheiten mit Drohnenpiloten, Operateuren der elektronischen Kriegsführung und Drohnenabwehrteams für die Landstreitkräfte entscheidend sei.
- Boris Pistorius besichtigt taktische Drohnenkonzepte an der Panzertruppenschule Munster
- Generalleutnant Christian Freuding fordert während Übungen in Litauen eine schnelle Einführung von Drohnen
- In allen Teilstreitkräften der Bundeswehr werden schnell einsatzbereite Anti-Drohnen-Einheiten aufgestellt
- Pistorius kündigt in Bergen die Schaffung des ersten eigenständigen Drohnenregiments an
- Zielzeitraum für die Aufstellung des Regiments und die Auslieferung von Loitering Munitions an die Truppe
Ausbau von Ausbildungsstandorten und Drohnenabwehreinheiten
Die Ankündigung des Regiments fällt mit umfassenderen organisatorischen Anpassungen in der gesamten Bundeswehr zusammen, um Drohnenkriegsführung und Anti-Drohnen-Taktiken zu integrieren. Eine eigene Ausbildungs- und Übungsanlage für den Drohnenbetrieb entsteht in diesem Jahr an der Panzertruppenschule in Munster in Niedersachsen. Pistorius besuchte den Standort Munster im Mai 2026 und verwies auf die Rolle von Drohnenschwärmen und kostengünstigen unbemannten Plattformen auf sich wandelnden Gefechtsfeldern. Deutsche Kräfte testeten zudem unbemannte Operationen und defensive Taktiken während der Militärübung Grand Quadriga 2026 in Bergen. Zum Schutz vor feindlichen Systemen ordnete die Bundeswehr an, dass alle Teilstreitkräfte ab Juli 2026 schnell einsatzbereite Drohnenabwehreinheiten aufstellen. Pistorius besichtigte im Juni 2026 Drohnenabwehrteams in Schortens und stellte fest, dass unbemannte Plattformen zur Standardausrüstung im täglichen Militärbetrieb geworden seien.


